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Initiative Bundeswehr abschaffen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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UranmunitionVertuschung von Uranwaffen - ein Verbrechen gegen
die Menschheit Piotr Bein, Ph.D., M.A.Sc., P.Eng., Karen Parker, J.D., Diplome (Strasbourg) Das Papier wurde im Januar 2003 vorbereitet für
die Monographie Politics and Environmental Policy in the 21st
Century (Politik und Umweltgrundsätze im 21. Jahrhundert), Fakultät der
Politikwissenschaft, Universität Belgrad
Übersicht Schlüsselbegriffe: Radiologische Waffen,
Menschenrechte, Verbrechen gegen die Menschheit, Informationskriegsführung Munition, die metallisches, abgereichertes Uran
235 enthält - quantitativ also unterhalb der Schwelle, die eine
Nuklearexplosion auslöst - bezeichnet man als chemisch-radiologische Waffe. Sie
enthält darüber hinaus weitere toxisch-radioaktive Elemente von nicht
unterscheidbaren Auswirkungen. Demnach sind solche Waffen kraft internationaler
Konventionen, Gesetze und Kriegsrecht illegal. Ihr Einsatz in bevölkerten
Gebieten oder in Gegenwart personalstarker Truppenverbände (gleich, ob
feindliche oder alliierte) macht sie zu Massenvernichtungswaffen (WMD),
wenngleich auch mit verzögerter Wirkung. Die fatalen Folgen des Einsatzes von
abgereichertem Uran (DU = Depleted Uranium) in panzerbrechenden
Waffen zeigten sich an Veteranen und Zivilisten nach den Kriegen am Persischen
Golf und auf dem Balkan. Während die Opfer dieser Auseinandersetzungen vernachlässigt
werden, verseuchen Hunderte Tonnen Uran aus den in den letzten Jahren gegen
befestigte und unterirdische Ziele eingesetzten Waffen Afghanistan. Es ist zu
erwarten, dass künftige Kriegsszenarien noch größere chemisch-radiologische
Kontaminationspotentiale mit sich bringen werden. Die Auswirkung von Uranwaffen werden von Militärs,
Regierungen, Nuklear- und Waffenindustrie verschwiegen oder nur unzureichend
preisgegeben; zudem manipulieren sie die Recherchen internationaler
Gesundheitsorganisationen. Die Medien fungieren als Propagandainstrument dieser
Interessengruppen. Zielsetzung der hinter der Propaganda stehenden 'Information
Operations' ist die Einflussnahme auf die Wahrnehmung und die Aktionen der ausländischen
wie der nationalen Öffentlichkeit, von Regierungen und deren Geheimdiensten.
Die Furcht der Beteiligten, sich ob der eingegangenen Verpflichtungen auch
juristisch verantworten zu müssen, führt zu einer Spirale der Selbsttäuschung
durch Fortsetzung der Propaganda. Das Verheimlichen von Informationen über
Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit stellt ebenso, wie eine
auf derartigen Information basierende Militär- und Außenpolitik, ein
Verbrechen dar. Unabhängige Forscher drängen darauf, Aktivitäten zur Umkehr
dieses Kreislaufs der Täuschung über Uranwaffen und dem damit verursachten
menschlichen Leid Priorität einzuräumen: (i) Waffeninspektionen zur Bestimmung
von solchen, die Uran enthalten, (ii) Inspektion von Uranwaffen getroffener und
kontaminierter Ziele, (iii) Gesundheitsüberwachung und Unterstützung von
Gemeinwesen in der mit Uran verseuchten Umgebung solcher Ziele, und (v)
grundlegende Revision aller Forschungsergebnisse, die bisher ausschließlich auf
DU gerichtet waren anstelle auf Uranwaffen im allgemeinen. Diese Waffen verletzen eindeutig die
Menschenrechte, auch wenn bisher kein spezifisches Abkommen ihren Einsatz
verbietet. Die sich aus dem Einsatz der Waffen ergebenden Schäden sind
schwerwiegend genug, um ihn als Kriegsverbrechen oder als Verbrechen gegen die
Menschlichkeit zu klassifizieren; dem letzteren zufolge würde den
Verantwortlichen die gesetzliche Verantwortung für den Einsatz aufbürden, ihre
Strafverfolgung und Sanktionen gegen sie ebenso ermöglichen wie eine
angemessene Entschädigung der Opfer und weitere Abhilfemaßnahmen. Es bedarf
zwar keines Abkommens zur Ächtung von Uranwaffen; allerdings könnten die
Vorbereitungen einer solchen Regelung dazu genutzt werden, um die
Verantwortlichen abtauchen zu lassen. Allein der Beginn des Entwurfsverfahren für
ein solches Abkommen könnte den Vereinigten Staaten für das Argument dienen,
dass im Lichte der bestehenden herkömmlichen Gesetzgebung jegliche Ächtung von
Uranwaffen null und nichtig sei. Die USA nutzen das öffentliche Drängen auf
ein Anti- DU- Abkommen, um ihre Position aufrecht zu erhalten und gegen bereits
existierende Verbote zu argumentieren. Nichtsahnende Aktivisten spielen dabei
der US-Position zu und unterminieren damit schwerwiegend alle
Anti-Uran-Initiativen. Einführung Das Konzept toxisch-radioaktiver Kriegsführung
geht zurück auf den zweiten Weltkrieg, als man Luftangriffe mit
Uranoxid-Aerosolen als realistische Bedrohung in Erwägung zog. Seither haben
die USA an der Entwicklung von DU- Munition (DU steht für Depleted Uranium,
also abgereichertes Uran) gearbeitet, wie aus der 1992 erschienenen
Bibliographie von Loewenstein hervorgeht. DU geriet zu einem umstrittenen
umweltpolitischen Thema, nachdem die USA, das Vereinigte Königreich und andere
Staaten sich in den Kriegen am Persischen Golf und auf dem Balkan engagierten. Führende
Wissenschaftler auf dem Gebiet radioaktiver Strahlung und ihrer Folgen haben
sich mit der wachsenden Zahl der Opfer von DU- Waffen zusammengetan (einschließlich
früherer Kampfteilnehmer und Zivilisten), um sich gegen die Regierungen zu
stellen, die die Entwicklung und den Einsatz dieser Waffen verantwortet oder
sanktioniert haben. Der DU- Skandal im ”Kosovo” aus den Jahren
2000/2001 belegte, wie die Werkzeuge der Informationskriegsführung zur
Verschleierung des Einsatzes von nicht zu den Atomwaffen gerechneten Uranwaffen
angewandt wurden, die die Einschüchterung der Stimmen von Seiten der DU- Opfer,
unabhängiger Forscher, von Aktivisten im Westen wie in den Ländern des
ehemaligen Sowjetblocks einschloss. Die Erfahrungen aus
der Informationskriegsführung und- Politik in Bezug auf DU wird von der
wachsenden Zahl betroffener Gruppen verfolgt, wie z.B. DU- Watch (www.du-watch.org). Aus den Beiträgen vieler, voneinander unabhängiger
Personen ist eine Materialsammlung entstanden, deren Auswertung in Form von
Propagandaanalysen auf internationalen Konferenzen in Manchester im November
2000 [Bein] und ein Jahr später in Prag [Bein and Zorić] vorgestellt
wurden. Ein kürzlich erschienener Artikel beschreibt die Informationskriegsführung,
die im Zusammenhang mit der Kriegspropaganda, die um das Thema ”Osama-
Massenvernichtungswaffen” herum konstruiert wurde [Chossudovsky, 2003]. So entscheidend der britische Forscher Dai
Williams zum Verständnis von Uranwaffen und deren politischer Verschleierung
beigetragen hat, hält er zudem zahlreiches Material von entscheidendem Wert im
Internet zur Verfügung (www.eoslifework.co.uk). Z. B. kündigte 1997 die
Auftragsplanung der US-Air Force eine neue Generation von gegen ”harte”
Ziele gerichteten Lenkwaffen an, deren Gefechtsköpfe mit von 120 kg bis zu 10
Tonnen ”Materials hoher Dichte” ausgerüstet sind, um double ihre
Durchschlagskraft zu verdoppeln. Die Verbreitung von Falschinformationen und die
Verschleierung dieser Waffen folgen einem ähnlichen Schema, wie es bei den
panzerbrechenden DU- Waffen angewandt wurde. Williams schreibt: ”Der Nachweis,
dass Uran (abgereichert oder nicht) grundsätzlich in einigen Lenkwaffen ebenso
wie in panzerbrechenden Waffen zum Einsatz kommt, wurde mittlerweile durch
Statements von US-Verteidigungsminister
Donald Rumsfeld und dem britischen Verteidigungsministerium erbracht, die Jane
aufgezeichnet hat. Damit ist die Frage ”Ist Uran in Lenkwaffen eingesetzt
worden?” beantwortet, aber nun stellen sich die folgenden: ”Welche und wie
viele davon wurden eingesetzt, und wann
und wo ist das geschehen?” Die Ergebnisse der Untersuchungen der
Auswirkungen von DU- und anderen Waffen, die radioaktives
Material enthalten, ohne eine Nuklearexplosion auszulösen (die sich, als
Ganzes gesehen, unter dem Begriff radiologische
Waffen zusammenfassen lassen) sind über jeden Zweifel erhaben.
Sogar ein flüchtiger Blick auf bestehende Rechtsnormen und
Kriegsgepflogenheiten (Menschenrechte) stützt die Feststellung, dass Uranwaffen
gleich welcher Art so offensichtlich illegal sind, dass die Diskussion ernsthaft
darauf konzentrieren sollte, diejenigen vor Gericht zu bringen, die sie
angewendet haben und die Aktivitäten auf die Opfer dieser Waffen auszurichten.
Aber die internationale Gemeinschaft steht immer noch der ”Leugnen- und-
Abwiegeln- Politik” der Anwender gegenüber. Warum streben sie danach, Uranwaffen zu
verheimlichen und ihre Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt zu verharmlosen?
Das Papier sucht diese Frage Schritt für Schritt zu beantworten. Teil 1
skizziert kurz die Technologie radiologischer Waffen und fasst ihr Gefährdungspotential
zusammen. Danach folgt eine Auswahl offizieller Dokumente, die belegen, dass die
für die Urankontamination Verantwortlichen die damit verbundenen Risiken kennen
- was wohl den Hauptgrund dafür darstellt, dass sie die Wahrheit zu unterdrücken
suchen. Teil 2 gibt einen Überblick über die Menschenrechte in Relation zum
Waffengebrauch und den Rechtsfolgen von Zuwiderhandlungen gegen die ersteren,
einschließlich der Verpflichtung, solche Waffen zu ächten, der Verpflichtung,
Opfer zu entschädigen (Wiedergutmachung), and der Verpflichtung zum
”Saubermachen”, also die aus dem Waffeneinsatz resultierenden Umweltschäden
zu beseitigen. Das Verständnis des eben Gesagten verdeutlicht, warum gerade die
Verantwortlichen und sich der Illegalität der Entwicklung und des Einsatzes
solcher Waffen Bewussten glauben, das verheimlichen zu müssen. Anstatt sich den
Folgen zu stellen, ziehen sie Unaufrichtigkeit, Irreführung und
Falschinformation vor. Teil 3 analysiert die Vertuschung im Detail in Hinsicht
auf die Herausstellung der Methoden und Taktiken und zeigt Wege auf, um dem
durch Vertuschung verursachten Schaden zu begegnen. Teil 1: Uranwaffen und ihre Gefahren Eigenschaften von Uran und seiner militärischen,
nicht-nuklearen Verwendung Berücksichtigt man nur die in Uranerz
enthaltenen Uranisotope, so beträgt der Gehalt an U 238
99.3%, und der von U-235 0.7%. U-234 kommt nur in Spuren vor.
DU- Metall besteht aus U-235, das auf etwa 0.2% abgereichert wurde, daher
der Name. Der Rest besteht aus U-238 und Spuren von U-234. Zusammengenommen ist
die von DU abgegebene radioaktive Strahlung um etwa 40% geringer als die der natürlichen
Mischung von Uranisotopen im Erz. Die Datenblätter von DU- Waffen beschreiben
die physikalischen Eigenschaften des Metalls, als ob sich andere metallische
Formen von Uran davon unterschieden. Das letztere trifft zwar für Legierungen
aus Uran und anderen Metallen zu, wodurch sich dessen ursprüngliche
Eigenschaften signifikant verändern, jedoch nicht für die Uranisotope selbst.
Zum Beispiel besäße eine Mischung aus 99.3% U-238, 0.7% U-235 mit Spuren von
U-234 die gleichen physikalischen Eigenschaften wie DU; da diese Zusammensetzung
der der natürlicher Uranvorkommen entspricht, wäre es allerdings schwierig,
sie zu entdecken. Mit einem spezifischen Gewicht von 19.1 g/cm3
bietet Uran gegenüber dem noch etwas schwereren Wolfram den Vorteil größerer
Mengen an Vorkommen und damit geringerer Kosten. Die Nuklearindustrie verfügt
über Hunderttausende Tonnen an DU, die nach der Ausfällung von U-235 als
Abfall verbleiben und entsorgt werden müssen. Für die Waffenproduktionsfirmen
der Vereinigten Staaten, die DU als Nebenprodukt der Urananreicherung kostenlos
erhalten, eröffnete sich damit eine neue Chance. Die erste Nicht-Nuklearwaffe,
bei der DU Verwendung fand, war die ”silberne Kugel”. Bei hoher
Aufprallgeschwindigkeit ermöglichen Dichte, Härte und Entflammbarkeit des
Geschosses das Durchdringen schwer gepanzerter Ziele. Wolfram ist nicht so
leicht entzündlich und um den Faktor 1.75 härter; das und der weit höhere
Schmelzpunkt macht seine Verarbeitung schwieriger im Vergleich zu der von DU.
Mit einem Zuschlag von 0.75% Titan legiert, steigert sich die Härte von DU für
panzerbrechende Waffen. Herstellungsverfahren wie z.B. Wärmebehandlung und
Schmieden bestimmen die Durchschlagskraft und Sprödigkeit/Splitterwirkung von
DU. Die Anwendungen als panzerbrechende Munition reichen von der 20 mm -
Phalanx-Kanone der Navy zur Zerstörung angreifender Raketen über die 30
mm-Kanone in A-10-Kampfflugzeugen, bis zu 105 mm- und größeren Rohrkalibern
der Panzergeschütze. Die Armierung von Panzern und abnehmbare
Armierungsverkleidungen von Kampffahrzeugen werden durch DU- Plattierung verstärkt.
Unabhängig ob industrialisiert oder arm, setzen viele Staaten DU- Geschosse und
andere Waffen ein. Bedeutend mehr Uran als in DU- Geschossen dürfte
das Mitte der 90er Jahr vom US-Militär gestartete ”Hard or Deeply Buried
Target Defeat Capability”-Programm verschlungen haben (HDBTDC = Fähigkeit zur
Zerstörung harter oder tief vergrabener Ziele)”, siehe auch [www.fas.org/man/dod-101/sys/smart/hdbtdc.htm].
Die Waffen sollen Ziele in befestigten Gebäuden oder unterirdischen
Bunkeranlagen durchschlagen können. Das lässt sich mit Gefechtsköpfen von
hoher spezifischer Dichte erreichen, deren 'intelligente' Zünder die Detonation
der Ladung erst auslösen, nachdem die Armierung des Ziels durchdrungen ist und
das Geschoss die vorgesehene Position innerhalb des Ziels erreicht hat, wie z.B.
die unterste Ebene eines mehrstöckigen Betonbaus. Zusätzlich sollen die
Gefechtsköpfe mit Brandsätzen ausgestattet sein, um chemische und biologische
Kampfstoffe zu neutralisieren, ehe diese in die Umwelt entweichen können. Verglichen mit älterer/herkömmlicher Munition
kann Uran - ob abgereichert oder nicht - die Durchschlagskraft von Geschossen
verdoppeln. Derzeit stehen 20 für den Einsatz gegen harte und unterirdische
Ziele ausgerüstete Waffensysteme für drohende ”Kämpfe gegen den Terror”
bereit, deren Gefechtsköpfe mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Uran bestehen.
Neuere Versionen durchlaufen die Entwicklungs- und Testphase. Das
Penetrations-Element der größten Ausführung ”Big BLU” enthält einige
Tonnen eines ”Metalls hoher Dichte”. Bei diesem mysteriösen Metall kann es
sich nur um Uran handeln, da die Verwendung des dichteren und noch härteren
Wolframs, das zudem schwieriger zu verarbeiten und schwerer entflammbar ist,
schon aus Kostengründen ausscheidet. Die von Dr. Asaf Durakovic durchgeführten
Messungen an Einwohnern Afghanistans belegen, dass die Körper derjenigen, die
in der näheren Umgebung der von durchdringenden Bomben und Geschossen
getroffenen Ziele leben, einen (gegenüber dem natürlichen) deutlich höheren
Urangehalt aufweisen. Sein Team stellte fest, dass die Geschosse mehrere
Betondecken und -wände durchschlagen hatten und 3 bis 4 Meter in den Erdboden
darunter eingedrungen waren, bevor sie explodierten. Siehe auch [www.umrc.net].
Ein Einsatz der Geschosse in den absehbaren Kriegsszenarien hätte
Verseuchungsgrade ergeben, die bedeutend höher sind als die von den im
Golfkrieg verwendeten DU- Geschossen. Dank seiner pyrophoren Eigenschaften, i.e.v. die
spontane Entzündung bei Kontakt mit Luft, sofern das Material in feiner Form
vorliegt (Splitter, Späne, Metallstaub), kann Uran in einem als Brandsatz
ausgelegten Gefechtskopf biologische oder chemische Kampfstoffe effektiv
neutralisieren, die in unterhalb der Erdoberfläche verborgenen Anlagen oder
Betonbunkern lagern. Damit kann Uran in Pulverform, im Gefechtskopf eines
Penetrationsgeschosses untergebracht, dessen letzte, brand-auslösende Stufe
bilden, wobei sich die Durchschlagskraft des Gefechtskopfs noch um die Masse des
Brandsatzes erhöht. Auch die 'Shaped Charge Technology' (=
Technologie zur gezielten Ladungsformung) verwendet Uran. Zum Beispiel sorgt die
konische oder konkave Formgebung der Einkapselung der einzelnen Explosivladungen
eines Gefechtskopfs bei der Detonation für deren Fokussierung, so dass sie als
Strahl geschmolzenen Metalls auf eine Geschwindigkeit von
10 km/s beschleunigen. Jane hat auf ihrer Website vor einiger Zeit darauf
hingewiesen, dass DU für "Richtrohre von in Shaped Charge - Gefechtsköpfen"
genutzt wurde. Lenkwaffen von Maverick- und Hellfire- Raketen bis Torpedos,
Submunition in Clusterbomben und die vorderste Stufe der
BROACH MWS - Gefechtsköpfe verwenden diese Technologie. Williams stellt
auf seiner Website eine ausführliche, aktualisierte Übersicht über HDBTDC-
wie über Shaped Charge Waffensysteme, vor. DU findet auch Verwendung für den
Gewichtsausgleich von Militärflugzeugen. Bei Zivilflugzeugen löst man sich
allmählich vom Einsatz von DU- Ausgleichsgewichten zugunsten des sichereren
Wolframs, nachdem bei einer Reihe von Abstürzen die DU- Ausgleichsgewichte
verbrannt sind und bewohnte Gebiete verseucht haben. Die Rotorblätter einiger
Helikopter haben DU- Ausgleichsgewichte, wie z.B. der Apache A64 mit 100 kg.
Logischerweise kommt DU auch für den Gewichtsausgleich von Lenkraketen und in
anderen Waffen in Frage, deren Kurskontrolle ebenso wie die von Flugzeugen einer
Steuerungsoberfläche bedarf. So dürften sich auch in den
Navigationseinrichtungen von Flugzeugen, Schiffen und Landfahrzeugen kleine
Mengen Uran finden. Anlässlich des ”Kosovo- DU- Skandals” wurde
bekannt, dass DU im Gegensatz zu den Spezifikationen der Industrie auch U-236,
Plutonium, Americium und weitere Transurane enthält. Obwohl nur Spuren dieser
extrem toxischen radioaktiven Elemente in DU festgestellt wurden, hat ihre hohe
Wirksamkeit die Toxizität und radioaktive Strahlung der bei der Operation
'Allied Force' eingesetzten 30 mm DU- Geschosse erheblich verstärkt. Diese
Substanzen stammen aus ausgebrannten Kernbrennstoffen und deren
Wiederaufbereitung zu DU. Die toxischen und radioaktiven Eigenschaften der zur
Waffenproduktion verwendeten Uranlegierungen hängen zudem von der Art und Menge
des zum Legieren verwendeten anderen Materials ab. Zur Entsorgung sehr gefährlicher Nuklearabfälle
ist es natürlich bequemer, das weit vom Ort der Herstellung entfernt zu tun. So
fand ein Grossteil der Tests von DU- Waffen außerhalb der Grenzen der
Vereinigten Staaten statt: Okinawa, Puerto Rico (Vieques), Panama (dessen
Regierung erst davon erfuhr, nachdem die Fakten geschaffen waren) sowie in
Territorien innerhalb der Vereinigten Staaten, die juristisch als Eigentum der
eingeborenen Bevölkerung gelten (Indianer). Laut den von Williams' aus
Industrie- und militärischen Quellen zusammengestellten Daten wurden andere
radiologische Waffen mit großer Wahrscheinlichkeit im Irak getestet (Operation
'Desert Storm' 1991, und 'Desert Fox' 1998), bei Luftangriffen innerhalb der
Flugverbotszone im Irak seit 1992), und auf dem Balkan (Bosnien von 1994-1995,
Kosovo 1999). Wie erst kürzlich in Afghanistan, bestätigt der hohe
Verseuchungsgrad bei der im Nahbereich getroffener 'harter Ziele' lebenden Bevölkerung
den Einsatz der dafür ausgelegten Bomben. Der Einsatz (solcher Waffen) außerhalb
des eigenen Staatsgebietes bringt den ganzen Katalog der internationalen
Verbote zur Sprache, die den ”Export” gefährlicher Stoffe betreffen. Wie
noch in Teil II erläutert wird, sind die verantwortlichen Autoritäten gemäß
einem großen Bereich des internationalen Rechts über die die Menschenrechte
betreffende Gesetzgebung hinaus für den Einsatz haftbar zu machen. Was geschieht mit dem in radiologischen Waffen
eingesetzten Uran? Die hohe kinetische
Energie, die beim Auftreffen eines panzerbrechenden DU- Projektils frei wird,
entzündet es beim Aufschlag und unterstützt damit die Durchschlagung der
Armierung des Zielobjekts, quasi eine sich selbst schärfende Stichwaffe. Ein
Teil des metallischen DU's verdampft zu sehr feinem Staub (Aerosol) aus
Uranoxid. Davon verbleiben etwa zwei Drittel als feste Partikel von
dunkelbrauner bis schwarzer Färbung. In Wasser gelöst, färben sich diese
sauerstoffreichen Partikel gelb bis orange. Der den Zielbereich bedeckende feine
Staub ist so flüchtig, dass der Wind ihn mehrere zehn Kilometer weit trägt.
Auch bei der Verbrennung von DU- Munition und DU- Armierungen oxidiert das
Metall zu Oxidstaub. Auch die Blindgänger verschossener Uranmunition zerfallen
im Erdreich oder in Wasser zu feinem Material, das Luft- oder Gewässerströmungen
verbreiten. Uranoxidstaub enthält in der Natur nicht
vorkommende, scharfkantige Keramikpartikel, die eine besondere Bedrohung für
den Körper darstellen. Etwa 50 - 70% der Staubpartikel sind kleiner als 10 µm
und können mit der Atemluft aufgenommen werden. Auch wenn Soldaten einen
Angriff mit DU- Munition überleben, kann DU- Metall oder -staub in ihre Wunden
gelangen. Zudem werden sie aller Voraussicht DU über Atemwege und Verdauung in
Mengen aufgenommen haben, die die Empfehlungen der zulässigen Grenzwerte bei
weitem übertreffen. Genauso können Zivilisten DU- Staub einatmen oder mit der
Nahrung aufnehmen oder DU- Metallsplitter einsammeln. Einige der Bradley-Kampffahrzeuge der US-Armee
wurden in Saudi-Arabien aufgrund ”beträchtlicher, nicht entfernbarer
Kontamination mit abgereichertem Uran” vergraben. Die übrigen Fahrzeuge und
Panzer wurden zu einer Dekontaminationsanlage in den USA verfrachtet, wo
Arbeiter in Schutzkleidung zwar einige Fahrzeuge reinigten, jedoch wurde die am
stärksten verseuchte Ausrüstung auf einer Deponie für radioaktive Abfälle
'beerdigt'. Die kuwaitische Regierung beauftragte ausländische Unternehmen
damit, das eigene Staatsgebiet von der zerstörten Ausrüstung der Irakischen
Armee zu räumen, einschließlich der mit DU kontaminierten Fahrzeuge [US Army
Medical Research Institute of Infectious Diseases, 1995]. Ein 1995 in dem
US-Armee-Magazin Armor erschienener Artikel gab Ratschläge, wie die
Aussetzung DU zu minimieren ist:
”Falls Sie die radioaktive DU- Kontamination an einem Fahrzeug
feststellen, bringen sie es an einen Ort, der weit abseits von Wasserquellen,
Bereiche, in denen Lebensmittel lagern oder in denen gegessen wird, sowie von Plätzen,
die von Biwaks belegt sind […] Personal immer von der/dem kontaminierten Ausrüstung
oder Terrain fernhalten, außer wenn die Erfüllung der Mission das
erfordert.” Ausgehend von den DU- Schlachtfeldern fliegen
immer noch DU- Partikel weit darüber hinaus umher. Bei einer Halbwertszeit von
4.5 Milliarden Jahren bleibt die Verseuchung durch U-238-Partikel so gut wie
ewig erhalten. Die von 'reinem' DU abgegebene radioaktive Strahlung entsteht
beim vergleichsweise raschen Zerfall des Restanteils an U-235 sowie dem
‚langsameren' von U-238 und dessen Zerfallsprodukten; darüber hinaus enthält
'unreines' DU neben dem Isotop U-236 weitere radioaktiv strahlende Transurane
(deren Strahlungsintensität zudem in umgekehrtem Verhältnis zur
‚Lebensdauer' des Isotops steht). Während und nach dem Golfkrieg in Bulgarien
durchgeführte Reihenmessungen der atmosphärischen Radioaktivität wiesen
jeweils dann erhöhte Pegel auf, wenn die globale Wetterlage Luft vom Persischen
Golf heranführte. Ein Jahrzehnt nach dem Golfkrieg hat Dr. Chris Busby auf den
Schlachtfeldern im Südirak Messungen der a-Strahlung durchgeführt, deren Ergebnis
einen um das 20-fache höheren Pegel aufwies als in Bagdad; in der besiedelten,
an die Schlachtfelder angrenzenden Region um Basra betrug er noch das Zehnfache.
Im November 2002 empfahlen die im Rahmen des
UN-Umweltschutzprogramms (UNEP) mit der Untersuchung der Folgen des Einsatzes
von DU Munition in Bosnien in den Jahren 1994-1995 beauftragten Experten die
Evakuierung und Dekontamination von Gebäuden und Erdreich in Hadžići
(Sarajewo) und Han Pijesak (Serbische Republik). Aus Hadžići nach Bratunac
und andere Orte geflohene Bewohner starben an der radioaktiven Strahlung, der
sie ausgesetzt waren; der Bericht eines örtlichen Fachmannes für Gesundheit,
Dr. Slavica Jovanović wurde jedoch bisher nicht veröffentlicht. Im Kosovo,
in Montenegro und im Süden Serbiens wurde DU- verseuchtes Gelände von
vornherein markiert, abgezäunt, und das verseuchte Erdreich abgetragen und zum
jugoslawischen Institut für Kerntechnologie in Vinča transportiert, um es
dort zu lagern. Soldaten bringen DU- Partikel mit ihrer Kleidung
und den ”Souvenirs” heim, die sie auf den Schlachtfeldern eingesammelt
haben. Viele der nicht am Kampfeinsatz beteiligten Militärs, Zivilisten in den
Häfen, zu denen die im Golfkrieg eingesetzten Soldaten samt ihrer Ausrüstung
heimkehrten, sowie die Familien der Kampfteilnehmer zogen damit das
Golfkriegssyndrom auf sich, ohne jemals auch nur in der Nähe eines DU-
Schlachtfeldes gewesen zu sein, und ohne die Schutzimpfungen, die man den
Kampftruppen verabreichte. Im Oktober 2002 stellte die stellvertretende
Vorsitzende des US-Veteranenverbandes, Denise Nichols in ihrer Kritik an der von
der Regierung erstellten Analyse der Verluste im Golfkrieg fest: ”Zivilisten -
damit sind die Frauen und Kinder der Truppenangehörigen gemeint - wurden als
erkrankt gemeldet, aber bisher wurden noch keine Angaben darüber zur Verfügung
gestellt! Diese Truppenangehörigen haben Gegenstände vom Golf nach Hause
geschickt und sind nach dem Krieg dann selbst und mit weiterer Ausrüstung
heimgekehrt. Mitglieder der Einheiten, die zwar nicht am Krieg teilgenommen,
jedoch mit der vom Golf wieder zurück transportierten Ausrüstung befasst sind,
werden als erkrankt gemeldet. Zivilisten an den Häfen, die mit der zurück
transportierten Ausrüstung zu tun hatten, werden als erkrankt gemeldet. Ihre
Familien haben ebenfalls gesundheitliche Probleme erfahren…” Die Auswirkungen des Kampfes auf das in anderen
Geschossen enthaltene Uran ähnelt dem der DU- haltigen Geschosse und
Armierungen. Wenn nicht schon die Aufprallenergie von Uran- Penetratoren das
Metall entzündet, würde das Uran bei der Explosion der Ladung verbrennen.
Bleibt Uran in Form von Splittern übrig, wird es schließlich korrodieren. Ein
Teil des Urans in den Richtrohren von Formladungen (shaped charges) reagiert
voraussichtlich zu staubförmigem Uranoxid mit einem hohen Anteil an
Keramikpartikeln. Produktion, Tests und Entsorgung von Uranwaffen bringen ähnliche
Gefahren mit sich wie ihr Einsatz im Kampf. Heute sind die meisten Bundesstaaten
der USA Gastgeber dieser Aktivitäten. Über ähnliche Probleme in den mehr als
dreißig Staaten, die nicht-nukleare Uranwaffen produzieren und einsetzen, sind
kaum Daten verfügbar. Im Bergbau, in zivilen kerntechnischen Anlagen, bei der
Herstellung von DU- Waffen wie auf deren Testgelände(n) und den Deponien für
radioaktive Abfälle sind viele Menschen dem Uran ausgesetzt; im Vergleich mit
weniger belasteten Bevölkerungs- und Berufsgruppen weisen die genannten
Bereiche deutlich höhere
Wachstumsraten von Krebserkrankungen mit langsamer Entwicklung. Siehe auch: Reports of the Military Toxics Project unter [www.miltoxproj.org]. Um nur einen solcher Plätze auf dieser Welt, das
Jefferson-Testgelände in Indiana von DU- Feinpartikeln, Schrapnell- und nicht
explodierter Uranmunition zu 'reinigen', würde sich die Rechnung auf 7.8
Millionen US-$ belaufen; also verzichtete man auf die Reinigung des Geländes
und schloss es. Der Umfang der nach Überschreiten
der Lagerungsfrist zu entsorgenden Uranwaffen würde eine radioaktive und
toxische Verseuchung in einer Größenordnung nach sich ziehen, die die eines
mit Uranwaffen geführten Krieges übertrifft. Das Sierra Army Depot im Norden
Kaliforniens hat das zehnmal mehr DU- Munition verbrannt, als insgesamt in den
bisher mit DU- Waffen geführten Kriegen eingesetzt wurde [The Chugoku
Shimbun, 19. Mai 2000]. Bei einem Brand in einer DU- Munitionsfabrik nahe New York in den
70ern verwehte der Wind den DU- Staub bis
zu einer Entfernung von 41 km vom Ort des Feuers. In der UK Royal Ordnance -
Fabrik in Featherstone kam es in jüngerer Zeit zu Bränden; von dem Brand in
1996 wie dem in 1999 legten die Rauchfahnen mehrere zehn Kilometer von ihrer
Quelle zurück. In 1999, erstreckte sich die Rauchfahne 50 km weit und verteilte
den Uranstaub mehrere Wochen auf Tausende von Bewohnern der Umgebung. Das Feuer
setzte 200 bis 500 kg DU frei; das
entspricht der Menge des Urans einer panzerbrechenden Bombe mittlerer Größe.
Der Fallout verbreitete sich über ein Gebiet unbekannter Ausdehnung. *)
*) Im Original lautete der letzte Satz "The
fallout fell down on unknown locations. = Der Fallout ging an unbekannten Orten
nieder”. Damit ist nicht gemeint, dass es in Großbritannien 'unbekannte
Orte' gibt; mit dem Brand einmal in die Atmosphäre gelangt,
und von der wechselnden Witterung über weite Strecken transportiert,
haben die Betreiber der Anlage vermutlich von vornherein darauf verzichtet, die
tatsächliche Ausdehnung des vom Fallout betroffenen Gebiets anhand von
Messungen der radioaktiven Kontamination festzustellen. 1991 zerstörte ein Brand in der Basis der
US-Armee in Doha, Kuwait, 300 Satz DU- Panzergranaten großen Kalibers, eine
unbekannte Zahl DU- Geschossrunden kleineren Kalibers, vier DU- armierte Panzer
samt 111 Runden von 120 mm DU- Granaten. Tausende von Soldaten waren dem sich
mit der Luftbewegung verbreitenden Uranoxid ausgesetzt. Die freigesetzte
Uranmenge dürfte ein paar Tonnen betragen - so viel wie die größten
Lenkwaffen gegen harte Ziele enthalten. Diese Information sickerte aus dem
Bericht des US- Army CHPPM an die Medien durch, der nicht an das
Beratungskomitee des Präsidenten für vom Golfkrieg hervorgerufene Erkrankungen
gelangt ist. In Doha sind immer noch US-Truppen stationiert. Auch Unfälle kleineren Ausmaßes sind gefährlich.
Einer, der die Pulverisierung von metallischem DU bewirkte, geschah auf der
Robins Air Force Base in Georgia. Die folgende Meldung wurde am 27. Juli 1999 an
die Nuclear Regulatory Commission gesandt: "Es wurde festgestellt, dass ein
Techniker Hammer und Meißel benutzte, um Gegengewichte aus abgereichertem Uran
vom Querruder zu demontieren. Diese Verfahrensweise ergab Staub und Trümmerstücke,
die von einem Ventilator in der Nähe verteilt wurden. Der Techniker, der das
abgereicherte Uran mit Hammer und Meißel bearbeitete, hat mehrere Vorschriften
verletzt […] Der Bereich wurde gesichert und die Dekontaminationsprozeduren
eingeleitet." Von Uran ausgehende Gefahren Die größten von Uran ausgehenden Gefahren sind
seine Entflammbarkeit, Toxizität und Radioaktivität. In größeren Stücken
entzündet sich Uran bei 500° C, während es sich in feiner Form (Staub) im
Kontakt mit Luft selbst entzündet und explosionsartig verbrennt. Schweres
metallisches Uran bildet Oxide, die so giftig sind wie Arsenverbindungen und in
erster Linie die Nierenfunktion schädigen. Über Nase und Mund beim der Atmung
und Hinunterschlucken von Nahrung aufgenommene hohe Uranoxiddosen stellen ein
ernsthaftes Risiko dar, wie es bei unmittelbarer Exposition gegenüber dem von
der Explosion eines Urangeschosses freigesetzten Staub und Bruchstücken
geschehen kann. Auch die längerfristige Exposition einer kontaminierten
Umgebung gegenüber zöge ähnliche Folgen nach sich. Ebenso wie die toxische Gefahr ergeben sich
Risiken aus der Radioaktivität des mit Atmung, Nahrung und Wasser aufgenommenen
Uranstaubs. Inhalierte Partikel von weniger als 2.5 mm Durchmesser gelangen tief in die Lunge. Unlösliche Uranoxide
werden nur sehr langsam vom Körper abgebaut; ihre Menge halbiert sich erst in
10 bis 20 Jahren. Einige Partikel können von der Lunge in die Lymphknoten und
ins Knochenmark wandern. U 238 strahlt hauptsächlich a-Partikel ab, die zwar hohe Energie besitzen, in Luft jedoch nur
wenige Millimeter zurücklegen. Als weitere Zerfallsprodukte werden b-Partikel and g-Strahlung abgegeben. Hieraus folgt, dass
die von einem mikroskopisch kleinen Punkt U-238 Oxid im Körper ausgehende
Strahlung das umgebende Gewebe in einem Radius von etwa 30 µm schädigt. Dank
der dem DU beim Recycling bei gegebenen ”Unreinheiten” addieren sich die
Wirkungen weiterer ”heißer” Mikro-Partikel zu den Gefahren reinen DUs. Die Gefährdung durch die von Uran emittierte
Strahlung wird verschleiert und unrichtig dargestellt. Die Gesamtdosis
radioaktiver Strahlung, der der Körper einer Person über Jahre hinweg
ausgesetzt ist, überschreitet die 'sicheren' Grenzwerte bei weitem. Die
Grenzwerte, die von der Internationalen Kommission für Strahlenschutz (ICRP)
festgelegt wurden, stellen empirisch wertlose Annahmen dar, weil sie auf Daten
über die Auswirkungen der auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen Bomben sowie
während des Kalten Krieges entwickelter Nuklearwaffen aufbauen, die durch
Geheimhaltungspraktiken und verzerrende Darstellung verfälscht wurden. Das
Risikomodell der ICRP fußte auf Studien, die an Überlebenden der Bombenabwürfe
gemacht wurden und die Auswirkungen körperinterner (durch Aufnahme von
Partikeln entstandener) Strahlenquellen ebenso unberücksichtigt ließen wie sie
Krebserkrankungen ignorierten, deren Symptome sich erst Jahrzehnte später
zeigen. Das ICRP- Modell wurde von Physikern anstelle von Biologen entwickelt,
bevor DNA entdeckt wurde; dennoch wird darin behauptet, es stelle die Prozesse
der Zell- (=Erbgut-)schädigung dar. Das ICRP- Modell beschränkt sich auf die
Auswirkungen einer Strahlendosis auf ein großes Gewebevolumen, anstatt die
biophysischen und biochemischen Mechanismen der Schädigung auf Zellebene zu
untersuchen. Eine soeben vom Europäischen Komitee für Strahlungsrisiken (ECRR)
veröffentlichte Kritik zeigt auf, dass die
Modelle der ICRP die Risiken
durch körperinterne Partikel die empirische Todes- und Erkrankungsrate um einen
Faktor von 100 bis 1000 unterschätzen. Schon lange vor dem Erscheinen dieser Kritik des
ECRR hat die Standard-Fachliteratur über Radioaktivität festgestellt, dass a-Partikel eine außergewöhnliche
Gefahr darstellen, wenn sie mit Atmung und/oder Nahrung oder über offene Wunden
in den Körper gelangen und ihre hohe Energie auf jede Zelle (in
ihrer unmittelbaren Umgebung) abstrahlen.
Diese Standardtexte verdeutlichen auch die Langzeitwirkungen, die eine
Akkumulation kurzfristiger Strahlungsexpositionen für künftige Generationen
hat. Jede Strahlendosis ist schädlich und kann auch noch nach Jahren Krebs
oder genetische Veränderungen hervorrufen; darum ist eine unnötige
Exposition zu vermeiden und Strahlendosen (im Umgang mit radioaktivem Material)
müssen auf die geringst möglichen Mengen beschränkt werden. Trotz der geringen Reichweite der Strahlung von a-Partikeln im Gewebe (z. B. 30 µm in der Lunge) . Obwohl b-Partikel das Gewebe mehrere Zentimeter tief durchdringen, ist der
resultierende biologische Schaden bedeutend geringer im Vergleich zu dem durch a-Partikel hervorgerufenen. Gamma- und Röntgenstrahlung wird vom
Gewebe nur in geringem Masse geschwächt, so dass der biologische Effekt eines
vom Gewebe absorbierten Quantums von g-
und Röntgen-Strahlung dem eines äquivalenten Quantums an b-Strahlung
gleich. Dagegen kann schon äußerlicher (Haut-) kontakt mit metallischem DU
eine Gefährdung bedeuten; bei eine über mehrere Stunden andauernde Exposition
genügt, um die jährlich zulässige Dosis aufzunehmen. Durch Legierung mit
Nuklearabfällen verunreinigtes DU ist noch riskanter. Viele Militärangehörige
und Zivilisten sind durch das Tragen von ”DU- Schmuck” oder -Splittern
erkrankt, die sie sich in die Taschen gesteckt hatten. 1 mg U-238 emittiert jährlich das Äquivalent
von mehr als einer Million hoch energetischer, ionisierender Partikel und
Strahlen, die umfassende biologische Schäden verursachen können. Die Masse der
mit der Atmung aufnehmbaren Partikel beträgt im Durchschnitt wenige Nanogramm
(1 ng = 10-9 g); ein typisches Bruchstück
kann pro Jahr etwa tausend solcher Teilchen abgeben, bzw. eines alle paar
Stunden. So wie die Energie eines jeden a -Teilchens die Toleranzschwelle der für
den Zellaufbau lebenswichtigen Moleküle überschreitet, lösen sie neue
chemische Reaktionen aus, die Form, Organisation und Funktion dieser Moleküle
verändern oder zerstören. Ein einziger im Gewebe eingelagerter
Uranoxid-Partikel schädigt die umgebenden Zellen irreparabel
[www.llrc.org/health/healthpage.htm]. Ihre radiologische 'Verletzung' löst
weitere biologische Zerstörungsmechanismen aus, die den ursprünglichen Schaden
vergrößern. Gegenüber anderen Formen/Verbindungen von mit Atmung oder Nahrung
in den Körper gelangten U 238 misst das ECRR den im Gewebe eingelagerten
Uranoxidpartikeln ein um das Tausendfache höheres Schadenspotential zu. Auswirkungen der Exposition gegenüber Uran auf
die Gesundheit Die Auswirkungen auf die Gesundheit hängen von
Menge, Häufigkeit und Dauer der Uranoxidstaub-Exposition ab, der über die
Atmung oder mit der Nahrung aufgenommen wurde. Eine hohe Anfangsdosis kann
akutes Versagen und Vergiftung der Atemorgane verursachen, die innerhalb weniger
Tage zum Tod führt. Geringere Dosen können Haarausfall verursachen, die
Regeneration von Haut und Fingernägeln reduzieren, körperliche Schwäche, Müdigkeit,
grippe-ähnliche Symptome und Diarrhöe nach sich ziehen sowie Schädigungen des
Immunsystems und des peripheren Nervensystems, wobei letztere auch noch wenige
Monate nach der anfänglichen Exposition auftreten können. Bei Frauen können
mittlere Dosen noch nach einem Jahr und darüber hinaus während einer
Schwangerschaft Missbildungen der Neugeborenen, Leukämie und sich schnell
ausbreitende Krebserkrankungen auslösen können, denen später 'langsamere'
folgen. Geringere Anfangsdosen, die sich über längere Fristen erstrecken, können
sich in vielfältigen physische und mentalen Symptomen äußern sowie das
Nervensystem schwächen. Die in Afghanistan beim Beschuss 'harter' Ziele
freigesetzten mehreren hundert Tonnen Uran, haben dank ihrer das Immunsystem schädigenden
Wirkung wohl den Löwenanteil zur Sterblichkeitsrate der ansässigen Bevölkerung
beigetragen. Von der Heimsuchungen durch Winterkälte und Hunger geschwächt, dürfte
der Uranoxidstaub die Chancen dieser Menschen, eine 'normale' Erkrankung zu überleben,
drastisch reduziert haben. Viele werden gestorben sein, ohne überhaupt ihre
Exposition dem Uran gegenüber zu diagnostizieren. Diese Ursache dürfte auch für
die wachsenden Erkrankungs- und Sterblichkeitsraten im Irak und im früheren
Jugoslawien zutreffen - beide unter internationalem Embargo, das die Verarmung
der Bevölkerung nach sich zieht und, damit eng verknüpft, die Möglichkeiten für
adäquate Gesundheitsvorsorgemaßnahmen durch die örtlichen Behörden einschränkt.
Ein Team des Uranium Medical Research Center (UMRC = Medizinisches
Forschungszentrum für Gesundheitsschädigungen durch Uran) berichtete nach der
Besichtigung der von Bomben gegen harte Ziele getroffenen Örtlichkeiten in
Afghanistan [www.umrc.net]: "Das UMRC- Feld-Team war geschockt von der
Bandbreite des zeitgleich mit der Bombardierung erfolgten Schlages gegen die öffentliche
Gesundheit. Ohne Ausnahme, und am Ort jedes untersuchten Bombeneinschlags,
sind die Menschen erkrankt. Ein bedeutender Anteil der Zivilbevölkerung
zeigt die Symptome, die ursächlich mit der internen Kontamination durch Uran
verbunden ist." Die o. g. akuten Symptome wurden auch von
Veteranen des Golfkriegs einschließlich der nach dem Konflikt mit DU-
kontaminierten Zielen in Kontakt gekommenen Militärpersonals berichtet.
Langsamer einsetzende Krankheiten
und Unregelmäßigkeiten der Körperfunktionen wurden an Golfkriegsveteranen
sowie von Ärzten und Forschern anlässlich von Gesundheitsuntersuchungen von
Zivilisten diagnostiziert, die im Irak DU ausgesetzt waren. Unter den in Bosnien
eingesetzten internationalen Soldaten und Polizeiangehörigen wächst die Zahl
der Leukämie- und Krebserkrankungen sowie die Zahl von Missbildungen bei ihren
danach geborenen Kindern ebenso wie bei der dort ansässigen Bevölkerung, die
der DU- Munition ausgesetzt war. Laut der im Januar 2001 erfassten
Gesundheitsstatistik von Sarajevo stieg die jährliche Rate der Krebsfälle
(alle Typen zusammengenommen) unter je 100 000 Einwohnern von 46 im Jahr
1995 auf 264 im Jahr 2000. [www.llrc.org]. Im gleichen Maß, wie sich das kontaminierende
Material über die Jahre verbreitet, wachsen auch die davon
ausgelösten gesundheitlichen Probleme. Mit hoher Wahrscheinlichkeit
ergibt die Verseuchung von Luft, Wasser oder Nahrungsmitteln zwar niedrige,
jedoch chronische Expositionsrisiken in den betroffenen bewohnten Gebieten.
Ausgehend vom anfänglichen Fallout, können sich die Kontaminierten durch
Bio-Akkumulation über Jahre akkumulieren. Die örtliche Umgebung, das Ökosystem,
Wetterbedingungen, Ackerbau und Essgewohnheiten sind nur einige der Faktoren,
die Sekundärexposition und -dosen bestimmen. Soweit bis heute Studienergebnisse über die Wirkung von DU auf
Menschen vorliegen, stammen sie größtenteils aus militärischen Quellen;
dementsprechend gehen sie von gesunden, jungen Soldaten männlichen Geschlechts
und der Annahme einer niedrigen Initialexposition aus, der sie nach dem Treffer
eines panzerbrechenden Geschosses von Kalibern zwischen 30 und 120 mm (und einer
DU- Masse von 300 bis 4 500 g
je Geschoss) ausgesetzt sind. Die Menschen hingegen, die im Nahbereich des
Einschlags eines mit bis zu mehreren Tonnen Uran mitführenden Sprengkopfes
dessen Explosion überlebt haben, setzen sich unfreiwillig einer um ein
Vielfaches höheren Dosis aus und erleiden akuten Gesundheitsproblemen. In einem
solchem Ausmaß nie zuvor gekannt, erfordern diese Expositionen eine neue
Definition des durch den Uraneinsatz geschaffenen Zusammenhangs zwischen Wirkung
und dem Schicksal ihrer Opfer. Der nächstliegende Bezug fände sich in den DU-
Munitionsbrände, die sich in der Doha- Armeebasis und in der Fabrik der UK
Royal Ordnance ereignet haben, oder das Verbrennen von DU- Ausgleichsgewichten
bei Flugzeugabstürzen; medizinische Berichte über deren Folgen sind jedoch
nicht verfügbar. Abgesehen davon, dass der Fallout großer Uranwaffen den im
weiteren Umkreis der Anlagen ansässigen Bewohner Schaden zufügt, folgt dem
ersteren die Sekundärkontamination von Luft, Wasser und Nahrung. Man darf
annehmen, dass die Folgen der DU- Exposition, die die Region um Basra im Irak
erfahren hat, analoge Ergebnisse zeitigen.
Dokumentation der Gefährdung durch Uran seitens
Regierung und Industrie Die Gefahren von DU ähneln denen, die von jenen
anderen Uranmetallen ausgehen, die voraussichtlich in neuen nicht-nuklearen
Waffen zur Anwendung kommen werden. Offizielle Dokumente der US- und der
britischen Regierungen warnen vor den toxisch-radioaktiven Risiken von DU wie im
folgenden Absatz zitiert. Eine 1983 vom Batelle Pacific Northwest
Laboratory im Auftrag des ”US Department of the Army” erstellte
Literaturstudie unterscheidet klar zwei Arten der Gefährdung durch DU: "Die
chemische Toxizität liegt innerhalb der kritischen Grenze für (wasser-)lösliche
Uranverbindungen; das kritische Organ ist die Niere. Nicht (in Wasser) lösliche
Verbindungen stellen in erster Linie eine [radiologische] Gefährdung der Lunge
dar […]”. Die die Toxizität betreffenden Grenzwerte für eine
Exposition sind weit zurückhaltender gefasst als die meisten radiologischen
Grenzwerte; um sich gegen beide Gefahren zu schützen, wird empfohlen, wie folgt
zu verfahren…" [Mishima et al., 1983]. 1984 warnt ein Dokument der US
Federal Aviation Agency (Aufsichtsbehörde für die Zivilluftfahrt) ihre
Untersuchungsbeamten für Flugzeugabstürze vor den Gefahren durch DU-
Ausgleichsgewichte von zivilen Flugzeugen: ”…die eingeatmeten oder
verschluckten Partikel sind giftig und können eine langfristige Verstrahlung
des Gewebes im Körper verursachen. Sechs Monate vor dem Golfkrieg hieß es in einem
Bericht der Science Applications International Corporation:
"Kurzfristige Einwirkungen von hohen Dosen können zum Tode führen,
während längerfristige Einwirkungen geringer Dosen mit der Auslösung von
Krebs in Verbindung gebracht werden." Kurz nach dem Golfkrieg bestätigte
ein Memo der US Defence Nuclear Agency im März 1991, dass ”…die
Alpha-Partikel, die der bei der Explosion von DU- Munition entstehende DU- Staub
emittiert, stellen ein Gesundheitsrisiko dar; von den Beta-Partikeln aus DU-
Schrapnellen und intakt gebliebenen DU- Geschossen geht jedoch eine
ernstzunehmende Bedrohung der Gesundheit aus”. In den frühen 90ern warnte
die UK Atomic Energy Authority: ”würde das gesamte im Golfkrieg von
Panzern verschossene DU inhaliert, könnten bis zum Jahr 2000 eine halbe Million
Todesfälle daraus resultieren." Die Panzer verschossen allerdings
'nur' etwa 8% der gesamten, in diesem Krieg eingesetzten DU- Menge. Das US General Accounting Office stellte 1993 in
seinem Bericht GAO/NSIAD-93-90 fest: "Inhalierte, unlösliche [DU-]
oxide verbleiben länger in der Lunge und stellen aufgrund der (von ihnen
emittierten radioaktiven) Strahlung ein potentielles Krebsrisiko dar. Auch mit
der Nahrung aufgenommener DU- Staub kann sowohl radioaktive wie toxische Risiken
bergen." 1995 warnte ein Bericht des US Army Environmental Policy
Institute: "Toxikologisch stellt DU ein Gesundheitsrisiko dar, sobald es
in den Körper gelangt ist. Hinsichtlich Radiologisch ergeben sich
Gesundheitsrisiken aus der von DU emittierten Strahlung sowohl bei externer wie
interner Exposition […]. FaIls DU in den Körper gelangt, besitzt es das
Potential, um tief greifende medizinische Folgen auszulösen.” *) *) Diese mehrdeutige Formulierung ist wohl ein
weiterer Beleg für die von US-Army wie -Regierung praktizierte
Desinformationspolitik. Eine neutrale Auswertung der ärztlichen Untersuchungen
DU- geschädigter Golfkriegsveteranen hätte ihr Fazit gewiss deutlicher
formuliert, wie zum Beispiel "…besitzt es das Potential, irreversible Schädigungen
des Erbguts hervorzurufen, die so schwerwiegende
biologische Fehlfunktionen und -prozesse auslösen, dass sie mit
medizinischen Maßnahmen nicht mehr aufzuhalten sind”. Dank einer 'undichten Stelle' gelangte im Januar
2001 die Information an die Öffentlichkeit, dass das Britische
Verteidigungsministerium geheime Tests durchführte, in deren Verlauf britische
Soldaten einer radioaktiv verseuchten Umgebung ausgesetzt wurden; die Tests
fanden wenige Monate vor der Entsendung von Truppen in den Kosovo statt. Zur
gleichen Zeit verweigerte sich das Ministerium einer Reihenuntersuchung
britischer Golfkriegsveteranen. Diese Offenlegung ging viel weiter als das, was
bei einem früheren 'Leck' bekannt geworden war: es hatte sich gezeigt, dass den
verantwortlichen Beamten bereits vier Jahre zuvor die Risiken bewusst waren, die
sich in der Entstehung von Lungen-, Lymph- und Hirnkrebs nach dem Einsatz von
DU- Munition manifestieren. Auch der Industrie sind die Risiken der
Kontamination durch mit der Luft verbreiteten DU- Staub wohlbekannt. Paul
Loewenstein, Vizepräsident der Nuclear Metals Inc. (heute Starmet Corporation,
der größte Lieferant in den USA für DU- Metall und verwandte Produkte)
schrieb: ”Die Hauptgefahr für die Gesundheit tritt bei jenen
Herstellungsschritten auf, in denen fein zerteilte Partikel (Staub oder Oxide)
als Schwebstoffe in die Luft gelangen können. Lassen sich Bearbeitungsverfahren
wie Schmelzen, Giessen, Drehen, Schleifen, Beizen und Glühen nicht in schützender
Atmosphäre (z.B. unter Schutzgasen wie Argon) oder im Vakuum ausführen, ist
vor allem für umfassende Ventilation und ständige Überwachung der
Atmungszonen der Arbeitskräfte zu sorgen. Luftein- und Austrittsöffnungen
und Dunstabzugshauben zum Schutz der Arbeitskräfte sind mit sorgfältig überwachten
Filtersystemen ausgestattet. Die Arbeitskräfte müssen Schuhe und Kleidung
wechseln, wenn sie Bereiche verlassen, in denen Uran in feiner Verteilung
vorliegt.” [Loewenstein, 1992] Die Sicherheitsrichtlinie der Boeing Corporation für den Umgang
mit DU- Ausgleichsgewichten in Flugzeugen und Raketen rät: ”Die meisten
Schwermetalle wie Uran sind toxisch für den Menschen, in Abhängigkeit
von der in den Körper eingeführten Menge. Bei kurzfristiger
(akuter) Exposition sind die toxikologischen Wirkungen von primärer Bedeutung;
akute Exposition gegenüber einer beträchtlichen Uranmenge können zu Nierenschädigungen
führen.”[Abschnitt 4.1.2]. Der Abschnitt 4.1.3 nennt die radiologische Gefährdung:
” In erster Linie gehen die sich im Zusammenhang mit Uran ergebende
radiologischen Gefährdung von dem hohen linearen Energietransfer der
Alpha-Partikel aus, die Radionukleide und deren Tochterelemente emittieren. Eine
chronische (längerfristig dauernde) Exposition gegenüber diesen Radionukleiden
resultiert in einem erhöhten Risiko von Krebserkrankungen, die typisch im
Knochenmark und in Nieren und Lungen auftreten, weil das diejenigen Organe sind,
in denen sich das Uran ablagert.” Abschnitt 6.2.5 betrifft die
Kontamination durch Uran in Form von in der Luft schwebenden Feinpartikeln: ”Ein
Versagen der Überwachung der Luftkontamination kann dazu führen, dass die
verseuchte Luft eingeatmet wird und dass die Kontamination sich auf andere
Bereiche ausdehnt.” Zum Schluss befiehlt der Abschnitt 12.2.3: ”Tragen
sie eine Atemschutzmaske […], sobald sie Bereiche betreten, in denen die Luft
DU- Staubpartikel enthalten könnte.” [Boeing, 2001] Teil 2: Menschenrechte in Bezug auf Waffen
und auf die Folgen von Verletzungen dieser Rechte Ob eine Waffe illegal ist, lässt sich nach einer
der beiden folgenden Alternativen bestimmen: (i) durch Annahme eines
spezifischen Ächtungsabkommens, oder (ii) weil ihr Gebrauch zwangsläufig gegen
bestehende Gesetze und gegen das (aus den Menschenrechten abgeleitete)
Kriegsrecht verstößt. Sofern die Illegalität einer Waffe lediglich auf
einem spezifischen Abkommen zu ihrer Ächtung beruht, gilt sie nur für
diejenigen Staaten als illegal, die das betreffende Abkommen ratifiziert haben.
Falls eine Waffe nach Maßgabe des geltenden Rechts illegal ist, gilt dies für alle
Staaten. Das letztere trifft auch für den Fall zu, dass daneben ein Abkommen
zur Ächtung dieser Waffe besteht und ein Staat dieses Abkommen nicht
ratifiziert hat. Die Abwägung, ob DU- Waffen (oder jedweder andere Waffentypus)
legal oder illegal sind, bedarf einer diesem Recht gemäßen Analyse. Menschenrechte: Grundlagen Internationales Rechtswesen und das Kriegsrecht
(Menschenrechte) schließen alle Abkommen ein, die sowohl militärische
Operationen, Waffengebrauch und den Schutz von Kriegsopfern regeln wie alle
anderen, herkömmlichen internationalen Rechte, die diese Themen betreffen. Die
vorrangigen Abkommen in Bezug auf militärische
Operationen sind Die Haager Konvention von 1899 (186 Parry's T.S. 429)
und Die Haager Konvention (IV) und ihre Durchführungsbestimmungen von 1907 (1
Bevans 631), die einen rechtlichen Rahmen zur Kriegsführung bieten. Dennoch
finden sich einige grundlegende Regeln für den Krieg nicht in den existierenden
Abkommen wieder, zum Teil aus dem Grund, dass sie für weithin bekannt und somit
als Bestandteil allgemein anerkannter Kriegsregeln angesehen wurden. Eine dieser
Grundregeln ist die Verpflichtung, militärische Operationen ausschließlich auf
dem Schlachtfeld durchzuführen - was zu verstehen ist als Vorgehen gegen
feindliche Kampfteilnehmer, die nicht unter den Begriff hors de combat
fallen, sowie gegen Territorium und Objekte des Feindes, die als legale Ziele
gelten. Artikel 25 der Haager Durchführungsbestimmungen von 1907 spricht das
teilweise an, indem sie ”Operationen gegen unverteidigte Städte, Ortschaften,
Wohnungen und Gebäude” untersagt. Eine weitere Grundregel fordert, alle militärischen
Operationen abzubrechen, sobald der Gegner seine Feindseligkeiten eingestellt
hat. Darüber hinaus erlegen andere international anerkannte Regeln den
Beteiligten die Pflicht auf, vor gefährlichen Kampfstoffe oder Waffen zu warnen
sowie die sich daraus ergebende Verpflichtung, derartiges Material zu beseitigen
bzw. unschädlich zu machen. Die Warnpflicht wurde 1949 vom Internationalen
Gerichtshof anlässlich des berühmt gewordenen Falles des Korfu-Kanals
eindeutig formuliert (Internationaler Gerichtshof, Protokolle 4). In dem den
Korfu-Kanals betreffenden Fall hob das Gericht das Konzept der ”elementaren Rücksicht
auf Menschlichkeit” hervor - quasi ein Echo auf den Wortlaut der hierunter
wiedergegebenen Martens-Vereinbarung. Wie daraus zu entnehmen, sehen bestimmte,
die Opfer eines bewaffneten
Konflikts berücksichtigende Vorschriften der Menschenrechte auch gewisse Beschränkungen
militärischer Operationen vor. Die Haager Konvention von 1899 ächtete alle
Waffen und Kampfstoffe, die unnötige Verletzungen verursachen. Artikel 23 der
anlässlich der Haager Konvention von 1907 vereinbarten Durchführungs-Bestimmungen
erkennt darauf, dass diejenigen Waffen (die dieser Kategorie zuzurechnen sind),
die nicht der 'Ächtung' durch
entsprechende Abkommen unterliegen, nichtsdestoweniger durch Anwendung des
geltenden Menschenrechts geächtet sind. Der Internationale Gerichtshof erkennt
diese Regelung in seiner Entscheidung 'Die Legalität der Bedrohung mit
Nuklearwaffen oder deren Einsatz' (1996, Internationaler Gerichtshof,
Protokolle). Im Paragraph 87 jener Entscheidung befand der Gerichtshof, dass die
Prinzipien und Regelungen des Menschenrechts auf alle Waffen einschließlich der
nuklearen anzuwenden sind. In weiteren Abschnitten der Bewertung betont der
Gerichtshof die Verpflichtung zur Abwägung der Legalität oder Illegalität von
Waffen, ehe sie zum Einsatz, in
militärischen Operationen kommen. Artikel 23 der Haager Durchführungsbestimmungen
von 1907 präzisiert weitere Verbote bestimmter Waffen und Kampfstoffe, um sie
denen zuzurechnen, für die bereits Ächtungsabkommen bestehen, insbesondere der
Gebrauch von Gift oder vergifteten Waffen, sowie von Waffen oder Kampfstoffen,
die 'unnötige Leiden' verursachen. Beide Konventionen von 1899 und 1907 erläutern
das, was allgemein als Martens-Vereinbarung bezeichnet wird (wiedergegeben als
achter Absatz der Präambel der Haager Konvention von 1907). Sie legt fest, dass
in Situationen, die weder in den Konventionen noch ihren Durchführungsbestimmungen
angesprochen werden, Kampfteilnehmer und Zivilisten den Schutz durch ”die
Prinzipien des Völkerrechts genießen, da diese aus den etablierten Gebräuchen
zwischen zivilisierten Völkern, aus den Menschenrechten und dem Diktat des öffentlichen
Bewusstseins resultieren.” Diese Regel wiederholt sich in den nachfolgenden Übereinkünften
in Bezug auf die Opfer bewaffneter Konflikte und setzt eindeutig fest, dass eine
zivilisierte Gesellschaft allein dank ihrer Eigeninitiative eine Waffe zu ächten
vermag, sofern noch kein spezifisches Abkommen zu ihrer Ächtung existiert. Weitere Abkommen und Instrumente zum Verbot
bestimmter Waffen stammen aus der in 1868 verfassten St. Petersburger Erklärung,
mit der die Unterzeichner auf den Kriegseinsatz von Explosivgeschossen mit einem
Gewicht von weniger als 400 Gramm Gewicht verzichten. 1899 gab die Haager
Konferenz Erklärungen heraus, die das Abfeuern von Geschossen aus Ballons, von
solchen, die Giftstoffe verbreiteten, und von Dum- Dum- Munition untersagten.
Von dieser Zeit an wurden zahlreiche weitere Verbotsabkommen getroffen, die sich
auf bestimmte Waffen oder Waffenarten wie jene, die gefährliche chemische,
bakteriologische, oder ähnliche Kampfstoffe beinhalten. Eine jüngere Ergänzung
war die Ächtung jeglicher Art von Militäraktionen, die untragbare Umweltschäden
zur Folge haben. Als Nachtrag zum Beschluss dieses Abkommens hat die
Vollversammlung der Vereinten Nationen in ihrer Resolution 47/37 vom 25.
November 1992 bekräftigt, dass ”eine Zerstörung der Umwelt, die nicht durch
militärische Erfordernisse gerechtfertigt ist und willkürlich ausgeführt
wird, in klarem Gegensatz zu dem bestehenden internationalen Recht steht.” Das
Zentrum für Abrüstungsangelegenheiten der Vereinten Nationen hat eine Liste
aller Abkommen zur Ächtung von Waffen zusammengestellt, die dem UN-Dokument
E/CN.4/Sub.2/1997/27 als Anhang beigefügt wurde. Soweit sich Menschenrechte auf die Opfer
bewaffneter Konflikte beziehen, werden sie allgemein mit dem Synonym
”Genfer Recht” belegt, wobei dieser Name den Genfer Konventionen entlehnt
wurde, die sich seit 1864 mit diesem Thema befasst haben. Die jüngeren Genfer
Konventionen umfassen die vier von 1949 (75 UNTS 31, 75 UNTS 85, 75 UNTS 135 and
75 UNTS 267), das Zusatzprotokoll I (1125 UNTS 3) und das Zusatzprotokoll II
(1125 UNTS 609). Als vorrangige Prinzipien der auf dem Genfer Recht fußenden
Menschenrechte sind zu nennen, dass kranke und verwundete Kampfteilnehmer,
Kriegsgefangene und die Zivilbevölkerung ebenso wie das für deren Überleben
unerlässliche Material nicht zum Ziel militärischer Operationen werden dürfen.
Beide Protokolle betonen ausdrücklich die Verbote solcher militärischer
Aktionen, die 'gefährliche Kräfte'
entfesseln würden (wie z.B. Angriffe auf ein Kernkraftwerk oder einen
Staudamm), oder die die natürliche Umwelt oder die Wasserversorgung beschädigen
würden. Betrachtet man die Menschenrechte insgesamt -
sowohl die auf Abkommen wie die auf überkommenem Recht basierenden - sind in
Bezug auf Waffen vier grundsätzliche Regeln klar erkennbar: Waffen
dürfen nur in dem Bereich eingesetzt werden, der durch legale militärische
Ziele auf Seiten des Kampfgegners als 'Schlachtfeld' definiert ist. Waffen dürfen
keine nachteiligen Wirkungen auf Bereiche außerhalb des Schlachtfelds ausüben.
("Territorialer" Test). Waffen
dürfen ausschließlich für die Dauer eines bewaffneten Konflikts benutzt
werden. Eine Waffe, die nach Beendigung des Krieges benutzt wird, verletzt
dieses Kriterium (”Temporaler” Test). Waffen
dürfen keine unangemessen unmenschlichen Wirkungen besitzen. Diese Regel verkörpert
die Begriffe ”unnötige Verletzungen verursachend” und ”unnötige Leiden
verursachend”, die Einschränkungen der Martens-Vereinbarung der Haager
Konvention sowie die ”elementare Rücksichtnahme auf die Menschlichkeit” aus
dem Entscheid im Falle des Korfu-Kanals. ("Humanitäts-" Test). Waffen
dürfen keine unangemessen negativen Auswirkungen auf die natürliche Umwelt ausüben.
(”Umwelt-” Test) Verletzungen der Gesetze der Menschlichkeit und
wie die UN gegen radiologische Waffen vorgeht Wie in Teil I dieses Papiers erläutert,
verdeutlicht die Bewertung der Auswirkungen von radioaktive Strahlung
emittierenden Waffen (DU), dass diese Waffengattung bei allen vier der obigen
Test zur Überprüfung der Konformität mit den Menschenrechten durchfällt: Sie (bzw. ihre Auswirkungen) lassen sich nicht
auf den legal als Schlachtfeld definierten Bereich begrenzen und scheiden damit
beim Territorialen Test aus. Dass Uranpartikel in Form von Staub und
Rauch in weit vom legalen militärischen Ziel entfernte Gebiete gelangen, stellt
einen erdrückenden Beweis dafür
dar. Die Partikel können in das Staatsgebiet benachbarter Länder gelangen, die
nicht an dem bewaffneten Konflikt beteiligt sind. Der Wind kann die Partikel
auch in Gegenden verwehen, die zwar in der Nähe der Schlachtfelder liegen, für
militärische Aktionen jedoch als ”off limits” gelten. Es ist belegt, dass
DU aufgrund seiner Flüchtigkeit anderweitig weit größere Schäden anrichtet
als die, die es an den legalen Zielen hinterlässt. Von Oberflächengewässern
und Grundwasserströmungen fortgeschwemmt, kann DU seine schädigende Wirkung in
Gebiete auch darüber in weit vom legalen Schlachtfeld entfernte Gebiete
gelangen. Zudem reist der an Körper und Kleidung des Militärpersonals und an
seinen Fahrzeugen haftende DU- Staub ebenso weit wie sie selbst. Das DU- Waffenarsenal entfaltet seine Wirkungen
auch über die Beendigung der Feindseligkeiten hinaus und versagt damit auch
beim Temporal-Test. Mehr als ein Jahrzehnt nach dem Ende der
Kampfhandlungen im Golfkrieg scheiden die Körper der mit Uran aus DU- Waffen
verseuchten Veteranen immer noch Uran aus, während der im Körper verbleibende
Rest fort fährt, ihre Gesundheit zu schädigen. Den Körpern, der in Reichweite
der sich ausbreitenden DU- Kontamination lebenden Einheimischen und anderer
Personen erleiden die gleiche, sich noch über viele kommende Jahre hinziehende
Verletzung. Die Wirkung dieser Waffen lässt nicht einfach abstellen, wenn der
Krieg vorbei ist. Waffen mit radioaktiven Wirkungen sind
unmenschlich; beim Humanitäts-Test scheiden sie allerdings nicht nur der
langfristig tödlichen Wirkung wegen aus, die sich in Krebserkrankungen,
Nierenversagen und anderen ebenso ernsthaften Schäden äußert, sondern auch,
weil diese Schäden noch lange nach Einstellung der Feindseligkeiten und zudem
bei daran unbeteiligten Personen auftreten können, die von beiden Seiten nicht
als ”Feind” betrachtet werden können. Uran aus diesen Waffen ist auch aus
dem Grund inhuman, weil es das Immunsystem der ihm ausgesetzten Personen derart
schädigt, dass die verschiedensten ('normalen)' Erkrankungen, durch
harsche Lebensbedingungen während und nach dem Krieg verstärkt zum Tod
führen können. DU ist auch deshalb inhuman, weil es Geburtsfehler und
genetische Defekte verursacht; damit trifft es auch Kinder (die keinesfalls ein
militärisches Ziel darstellen dürfen), die erst Jahre nach Kriegsende geboren
werden. So gravierend der Einsatz von DU- Waffen damit den Genpool künftiger
Generationen belastet, darf er als Genozid betrachtet werden. Des
weiteren ist DU (aufgrund seiner toxischen Eigenschaften) auch als ”Gift”
anzusehen und der Haager Konvention gemäß zu ächten. Ein Einsatz von Waffen mit radioaktiven Wirkungen
ist nicht möglich, ohne die natürliche Umwelt über Gebühr zu schädigen;
damit versagen sie auch im Umwelt-Test. Dieser Aspekt der Auswirkungen
von DU wurde von mehreren internationalen Gremien anerkannt, die sich intensiv
mit den kritischen Situationen befasst haben, die durch DU ausgelöst wurden.
. Die Debatte über die Nichtkonformität von DU-
Waffen mit bestehenden internationalen Rechtsnormen wurde 1996 sowohl von der
UN-Menschenrechtskommission und der ihr untergeordneten Kommission für die Förderung
und Schutz der Menschenrechte aufgenommen. Während die
UN-Menschenrechtskommission zu noch keine Resolution zu diesem Thema gefasst
hat, hat die untergeordnete Kommission in ihrer Resolution 1996/16 vom 29.
August 1996 befunden, dass der Einsatz derartiger Waffen zu den bestehenden
humanitären und zu den Menschenrechten ”inkompatibel” ist. Mit der selben
Resolution leitete die Unterkommission ein Verfahren zur Erarbeitung einer
Studie über diese Waffen im Licht existierender Rechtsnormen ein, indem sie den
UN-Generalsekretär aufforderte, die vorgelegte Resolution eingehend zu überprüfen
und der Unterkommission Bericht in 1997 Bericht zu erstatten. Der als Erwiderung
des Generalsekretärs unter (UN Doc. E/CN.4/Sub.2/1997/27 und Add.1) veröffentlichte
Bericht umfasst auch zahlreiche Antwortschreiben (vom Generalsekretär
konsultierter) Regierungen, Fachbehörden und regierungsunabhängiger
Organisationen, die sämtlich die von der Unterkommission gewonnene Einsicht
teilen, dass derartige Waffen illegal sind. Mit ihrer Resolution 1997/36 setzte
die Unterkommission die Untersuchung dieser Waffen fort und beauftragte ein
Mitglied der Kommission mit der Vorbereitung eines Papiers zu dem Thema. Nachdem
die zuerst beauftragte Person ihrer Verpflichtung nicht nachkam, übertrug die
Unterkommission den Auftrag im Jahr 2001 an Richter
Y.K.J. Yeung Sik Yuen (Mauritius), der das Papier fertig stellte (UN
Dokument E/CN.4/Sub.2/2002/38). Das Sik Yuen - Papier gibt einen
zusammenfassenden Überblick über die (hierfür relevante) Rechtsprechung sowie
die Fakten einer Anzahl zweifelhafter Waffen. DU- Waffen werden gesondert
behandelt, jedoch bestätigt Sik Yuen, dass sämtliche Waffen, die in seinem
Papier aufgeführt sind, aufgrund ihrer Eigenschaften den Kategorien WSI (unnötige
Verletzungen verursachend) und WUS (unnötige Leiden verursachend)
zuzurechnen sind. Des weiteren behandelt Sik Yuen Fissions- und
Fusions-Nuklearwaffen, ”Mini-Nukes” wie die B61-11-Bunkerbrecher,
Benzin-Sauerstoff-Bomben (”Gänseblümchen-Sense”), Clusterbomben, chemische und biologische Waffen, und weist
darauf hin, dass die gegenwärtige Generation der Benzin-Sauerstoff-Bomben
Uranstaub verwendet). Die Mit-Autoren von Richter Sik Yuen halten daran fest,
dass bewiesen werden kann, dass DU- und andere radioaktive Elemente enthaltende
Waffen als Massenvernichtungswaffen (WMD) zu klassifizieren sind, sofern sie in
bewohnten Gebieten oder in der Gegenwart großer Zahlen feindlicher oder
eigener/freundlicher Truppen zum Einsatz gelangen. Diese Stellungnahme wird
durch die Tatsache gestützt, dass ein unannehmbar hoher Prozentsatz von
US-Veteranen des Golfkriegs ernsthafte Gesundheitsprobleme aufweist, die auf den
Einsatz von DU- Waffen zurückzuführen sind. Gleich ob abgereichert oder nicht,
stellt das für Waffen verwendete Uran in jedem Fall ein ”Gift” im Sinne der
Haager Konvention dar, und schon diese Definition genügt als Kriterium für
eine Ächtung. Richter Sik Yuen weist auf eine ganze Anzahl
strittiger Fragen in der Kontroverse um DU hin, die wir in diesem Papier
aufnehmen: die Frage nach den, wie Sik Yuen sich ausdrückt ”Geheimnissen”,
die Frage nach der ernsthaft kompromittierten ”Forschung” und die Frage nach
dem Aufschrei der Öffentlichkeit gegen DU im Licht der Martens-Vereinbarung.
Hinsichtlich der Geheimhaltung bezieht er zu zwei von Kritikern vorgebrachten
Vorwürfen Stellung: (1) dass die USA vorsätzlich das Bekannt werden der wahren
Eigenschaften und Auswirkungen von DU- Waffen zu verhindern suchen, weil sie
nicht dafür haftbar gemacht werden wollen; und (2), dass den
US-Verantwortlichen die ernsthaft schädigenden Auswirkungen von DU bekannt
waren, bevor es zum Einsatz kam, ihre eigenen Truppen jedoch aus militärischer
Zweckdienlichkeit bewusst in DU-
verseuchte Schlachtfelder schickten (und natürlich zahllosen irakische Soldaten
und Zivilisten die selben Leiden zufügten). Was kompromittierende Studien
betrifft, präsentiert er je einen Bericht der Rand Corporation und einen der
britischen Royal Society. Die Royal Society sah sich in der Folgezeit gezwungen,
ihre Position bezüglich der Sicherheit von DU zu revidieren. Unter Berufung auf
die Martens-Vereinbarung kommentiert Sik Yuen, dass ihn die Zahl von Anti- DU-
Gruppen überraschte, und dass deren Aktionen selbst einen Aspekt der
Martens-Vereinbarung darstellten. 2002 beauftragte die Unterkommission Sik Yuen,
eine zweite Dokumentation bis zu ihrer Sitzung im August 2003 fertig zustellen.
Die Tatsache, dass die vorgestellte Analyse die Zustimmung der Unterkommission
gefunden und dass sie Sik Yuen zu deren Revision verpflichtet hat, lässt
auf ihr Einvernehmen hinsichtlich der Option schließen, Waffen durch Anwendung
geltenden Rechts zu ächten, dass DU- Waffen unter diese Kategorie fallen, und
dass der Einsatz dieser Waffen sehr schwer wiegt. Weiterhin bestätigt die
UN-Unterkommission, dass die Problematik von Waffen im Lichte der geltenden
Menschenrechte und der Humanität ein angemessenes Thema für die damit
befassten Gremien der Vereinten Nationen darstelle. Das geschah aus dem Grund,
dass die Argumentation der USA bezweckte, Diskussionen über Waffen in die
ausschließliche Zuständigkeit der "Abrüstungs-"
Foren zu verweisen, die ihrer Natur gemäß das "Ächtungs-Abkommen-Entwerfen"
als ihre Hauptaufgabe betrachten anstatt als Bestätigung zu akzeptieren, dass
die Anwendung geltenden Rechts genügt, um eine Waffe zu ächten. Argumente gegen ein DU- Ächtungsabkommen
Einige Gegner von DU- Waffen haben vorgeschlagen,
ein Anti- DU- Abkommen zu erarbeiten. Das kann allerdings zu einem riskanten
Unterfangen werden, weil die US-Regierung (und einige wenige andere Regierungen
ebenfalls) einen neuen 'Trick” anwenden, um ihren Einfluss auf den
Verfahrensverlauf zur Erreichung eines Abkommens zu nutzen, die darauf
anzuwendenden Maßstäbe des geltenden Rechts abzuschwächen, wenn nicht gänzlich
zu unterminieren. Die USA versuchen durchzusetzen, dass für den Fall, dass ein
Abkommen über einen bestimmten Gegenstand in Kraft tritt, die Anwendbarkeit des
internationalen Rechts auf diesen Gegenstand mit diesem Zeitpunkt erlischt.
Sollte das den USA gelingen, würde bereits der Beginn des Entwurfsverfahrens
für ein Abkommen zur Ächtung von Uranwaffen den USA den Anlass
liefern, um zu argumentieren, damit sei jegliche Ächtung von Uranwaffen
durch Anwendung des geltenden (internationalen) Rechts beendet. Das hätte
verheerende Folgen für die USA; ihre Gerichte würden sich wahrscheinlich von
dieser Argumentation überzeugen lassen, obwohl der Internationale Gerichtshof
eine derart ausgerichtete Argumentation kategorisch ablehnt, so wie er
zum Fall Nicaragua Stellung bezogen hat (Militärische und paramilitärische
Aktionen in und gegen Nicaragua, 1986, Berichte des Internationalen
Gerichtshofs). Bemerkenswert, dass die USA sich im Fall Nicaragua auch
”Rechtsbeugung” in Bezug auf Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofs
zuschulden kommen ließen, obwohl ihre eigene Gesetzgebung keine legale Handhabe
dafür bietet. Weder Kongress noch Justiz in den Vereinigten Staaten griffen die
Angelegenheit auf. Die USA drängen massiv auf ein Anti- DU- Abkommen, um ihre
Position in dieser Frage zu stärken und das ihnen als Argument dient, um die
nach Anwendung internationalen Rechts und der Haager Konvention zu erwartende Ächtung
von DU- Waffen zu verhindern. Demzufolge würden die nichts ahnenden (ein
Anti- DU- Abkommen fordernden) Aktivisten der Position der USA in die Hände
spielen und damit alle Anti-Uran-Initiativen ernsthaft unterminieren. Auch wenn der Entwurf eines Anti- DU- Abkommens
bereits vorläge, ist - gleich wie sein Text formuliert wäre - nicht zu
erwarten, dass die USA oder Großbritannien den Entwurf ratifizieren würden -
wobei mit Sicherheit anzunehmen ist, dass die USA versuchen würden, das
Entwurfsverfahren unter ihre Kontrolle zu bringen. Dennoch würden die USA mit
der Argumentation fortfahren, dass ein derartiges Abkommen mit seinem
Inkrafttreten die Anwendbarkeit des internationalen Rechts zur Ächtung von DU
aufhebt. Das würde es den Veteranen des Golfkriegs deutlich erschweren, ihre
Forderungen unmittelbar der Veteranen-Administration gegenüber geltend zu
machen, da die VA voraussichtlich den Standpunkt verträte, dass eine Illegalität
(der Militäraktionen, die solche Ansprüche rechtfertigten) nicht
gegeben sei. Aus diesem Grund müssen wir mit besonderem Nachdruck betonen, dass
ein Abkommen zur Ächtung von Uranwaffen nicht notwendig ist, dass seine
Vorbereitung aber benutzt werden könnte, um die Verantwortung für ihre
Anwendung abzuwälzen. Dessen ungeachtet kann jedes Abkommen gebrochen
werden, und wie die Geschichte beweist, neigen besonders die USA und andere
NATO-Staaten dazu. Folgen des Einsatzes von Uranwaffen Da Uranwaffen schon nach den Kriterien der
geltenden Menschenrechte als illegal zu betrachten sind, fällt den Staaten, die
sie eingesetzt haben, auch die Verantwortung für die militärischen und
zivilen Opfer sowie für die andauernde Verseuchung der Umwelt, die sich über
die Dauer des ”Lebenszyklus” dieser Waffen hinaus anhält, von ihrer
Fertigung bis zur Entsorgung ungenutzter Munition. Die Genfer Konventionen
fordern von allen (an einem bewaffneten Konflikt beteiligten) Parteien,
”die Personen ausfindig zu machen, die vorgeblich schwere
Rechtsverletzungen begangen haben oder anderen befohlen haben, sie zu begehen
[…], und diese Personen ungeachtet ihrer Nationalität vor ihre eigenen
(nationalen) Gerichte zu bringen.” (Zitiert aus Artikel 49 der ersten Genfer
Konvention. Die anderen drei Konventionen von 1949 sehen
eine identische Vorgehensweise vor). Damit setzen die Staaten, die DU-
Waffen einsetzen, auch ihre eigenen Militärs dem gravierenden Risiko der
juristischen Verfolgung aus. Es ist zu hoffen, dass ein breiteres Verständnis
dieser Zusammenhänge sich in den nahezu 30 anderen Staaten durchsetzt, die sich
mit Planung, Entwicklung, Herstellung und Lagerung radiologischer Munition
befassen. Die USA haben in über zwanzig andere Staaten Waffen exportiert, von
denen bekannt ist oder von denen vermutet wird, dass sie Uran enthalten. Sie tun
das nicht zuletzt, um gegen ein drohendes, sich aus internationalem Recht
ableitendes Verbot anzukämpfen, und vermutlich der Überlegung folgen,
wenn die Arsenale einer großen Zahl anderer Staaten über DU- und andere
radiologische Waffen verfügte, bekäme die eigene Argumentation gegen deren
Verbot mehr Gewicht. Es ist jedoch als wahrscheinlich anzunehmen, dass viele der
Staaten, die DU- Waffen von den USA in ihre Arsenale eingelagert haben, nicht
einmal wussten, um was es sich dabei handelte. Offensichtlich haben die meisten
dieser Staaten diese Waffen bei militärischen Operationen (noch) nicht
eingesetzt; auch wenn sich darüber hinaus alle darin einig wären, gelänge es
ihnen nicht, die Haager Konventionen, die Genfer Konvention und alle anderen
Instrumente oder international anerkannten Regelungen der Menschenrechte nachträglich
neu zu schreiben. Um das zu schaffen, bedürfte es schon einer groß angelegten
Widerrufskampagne gegen alle gültigen Abkommen - auf die kein Staat vorbereitet
ist. Des weiteren dürften sich die Regierungen, in deren Auftrag Uranwaffen
hergestellt oder beschafft wurden, den USA gegenüber verpflichtet haben, Art
und Umfang der gelieferten nicht-nuklearen Uranwaffen ebenso strikt geheim zu
halten wie die als Folge von Urankontaminationen auftretenden chronischen
Erkrankungen oder Todesfälle, wobei Verletzungen der Geheimhaltungspflicht
ernstzunehmende rechtliche und politische Konsequenzen nach sich ziehen. Die Verpflichtung zur Entschädigung von
Opfern, von Verstößen gegen die Menschlichkeit längst zu den Regeln der
internationalen Menschenrechte. In den auf vertraglicher Basis formulierten
Menschenrechten findet sich diese Regel in Artikel 3 der Haager Konvention von
1907. Die Entwicklung der Rechte von Opfern auf Entschädigung wie die
Verpflichtung der Verursacher, dafür aufzukommen stellen herausragende Merkmale
in der Geschichte der Menschenrechte dar, beginnend mit der universellen
Deklaration der Menschenrechte von 1948, wo in Artikel 8 die effektive
Wiedergutmachung der von den Opfern von Verstößen erlittenen Schäden
verlangt. Andere Instrumente der Menschenrechte sehen vergleichbare Regelungen
zur Kompensation von Rechtsverletzungen vor. Das jüngste Ergebnis der
fortgesetzten Studien des UN-Menschenrechtsforums zu diesem Fragenkomplex ist
die van-Boven-Studie. 1989 begonnen und 1993 vorgelegt, stellt van Bovens
Dokumentation über die Rechte der Opfer von schwerwiegenden Verletzungen von
Menschenrechten und Grundfreiheiten auf Wiedergutmachung, Entschädigung und
Rehabilitation das Ergebnis von vier Jahren Arbeit dar (UN-Dok.
E/CN.4/Sub.2/1993/8). Mit der Ernennung von Cherif Bassiouni als ersten unabhängigen
Experten zum außerordentlichen Berichterstatter fuhr die
Menschenrechtskommission diese Arbeit fort. Bassiouni's Abschlussbericht umfasst
die von van Boven aus langfristig bestehenden vertraglichen Regelungen und
Grundrechten entwickelter ”Richtlinien” für Abhilfemaßnahmen sowie Änderungen
zu deren Aktualisierung. (UN Doc. E/CN.4/2000/62, Anhang)
Die den Verantwortlichen für den Einsatz
illegaler Waffen zu stellende Minimalforderung ist die Entschädigung der Opfer
ist deren Entschädigung aller Opfer. Im Zusammenhang mit Uranwaffen
schließt der Begriff Opfer nicht nur die im Verlauf von Kampfhandlungen geschädigten
Soldaten und Zivilisten ein, sondern ebenso
diejenigen, die bei Herstellung, Lagerung, oder militärischen Übungen
durch Uranwaffen zu Schaden gekommen sind. Ein Bestandteil der o. g.
Minimalforderung ist die Pflicht, sämtliche diese Waffen und ihre Entwicklung,
Lagerung oder Verlegung betreffenden Fakten offen zulegen. Hinsichtlich der
Umweltschäden haften die für Ihren Einsatz Verantwortlichen für deren
effektive Beseitigung. Falls Boden, Grund- und Oberflächengewässer nicht mehr
effektiv dekontaminiert werden können, muss der Staat, der den Schaden
verursacht hat, die Land- und Gewässerverluste durch entsprechende Zahlungen
aus seinem Staatshaushalt ausgleichen. Allein für den Golfkrieg würde die
Begleichung legaler Ansprüche und die Beseitigung der Umweltschäden einen
schwindelerregenden Dollarbetrag kosten. Die oberste Anklägerin beim Internationalen
Tribunal für das frühere Jugoslawien, Carla del Ponte, hatte sich anfangs
geweigert, die NATO für die durch deren Einsatz von DU- Waffen in Bosnien und
im Kosovo verursachte Kontamination zur Rechenschaft zu ziehen. Am 14. Januar
2001 erklärte sie jedoch, ihr Tribunal werde handeln, ”sofern klare
Erkenntnisse über einen unmittelbaren (kausalen) Zusammenhang zwischen dem
Einsatz von DU- Munition und gesundheitliche Probleme vorliegen.” Die Erklärung
der theoretischen Bereitschaft, das Tribunal auch für die Verfolgung und
Geltendmachung der Ansprüche potentieller Opfer zu öffnen, ist der Schlüsselfaktor
in der sich fortsetzenden ”künstlichen” Kontroverse darüber, was DU- und
andere radioaktive Waffen tatsächlich anrichten. Je mehr Beweise dafür
auftauchen, dass die Entwickler
dieser Waffen auch vor dem Golfkrieg um ihre tödliche Wirkung wussten, desto
schwieriger wird es für das Tribunal, diesen Fragenkomplex auszuklammern. Die für
die Entschädigung der Opfer und die Beseitigung von Umweltschäden in
Bosnien-Herzegowina und der Bundesrepublik Jugoslawien aufzubringenden Kosten wären
ebenso schwindelerregend, die noch entsprechend höher ausfallen würden, wären
die für Hartziele konzipierten Geschosse, Clusterbomben und andere Uranwaffen
in beträchtlich größerer Zahl eingesetzt. Um die Fragestellung wieder auf die
Folgen des Einsatzes von DU- Waffen und die Gestaltung angemessener Abhilfemaßnahmen
für ihre Opfer zu richten, wird es wohl lange Zeit brauchen, bis sich die
gewachsene internationale Bestürzung über die Befangenheit, die sich in der
Arbeit des Tribunals zu zeigen scheint - obwohl es bis heute nicht einen
Haftbefehl gegen Mitglieder von NATO-Truppen und vergleichsweise wenige
nicht-serbische Kriegsteilnehmer ausgestellt hat. Parallel zur Erarbeitung von Abhilfemaßnahmen für
die Opfer von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und schwer wiegenden Verstößen
gegen die Menschenrechte hat eine notwendige Entwicklung in der Konzeption des internationalen
Umweltrechts stattgefunden, zu der besonders die von der UN-Unterkommission
für die Förderung und den Schutz der Menschenrechte durch die Integration des
Rechtsanspruchs auf eine gesunde Umwelt in ihren Mandatskatalog beigetragen hat.
Die vorbereitende Arbeit hierzu wurde von der Sonder-Berichterstatterin der
Unterkommission Fatma-Zohra Ksentini (inzwischen Fatma-Zohra Ouhachi-Vesely)
geleistet, die sie in ihrem Abschlussbericht (UN Doc. E/CN.4/Sub.2/1994/9)
zusammengetragen hat. Ouhachi-Vesely wurde daraufhin zur
Sonderberichterstatterin der UN-Menschenrechtskommission ernannt, um sich dem
Themenkreis Giftstoffe und deren Deponierung zu widmen - ein Mandat, dass
sie bis heute in Atem hält. Ihre Arbeit umfasst die Untersuchung der von
toxischen Stoffen (wie DU) hervorgerufenen Schadensbilder und die Ausarbeitung
geeigneter Abhilfemaßnahmen. Dieses Mandat kann sich als fruchtbares Vehikel
erweisen, um das internationale Augenmerk verstärkt auf das Gefahrenpotential
von Uranwaffen zu lenken und die juristischen Konsequenzen und Verpflichtungen
der für ihren Einsatz Verantwortlichen zu klären. Teil 3: Die Anatomie der Verschleierung Gruppendenken Die Regierungen der USA und Großbritanniens
behaupten, sie hätten der Entwicklung von DU- Munition
deshalb Vorzug gegeben, weil DU im Vergleich zu Wolfram geringere Kosten
verursache, weil DU- Waffen Vorteile gegenüber feindlichen Waffen bieten können,
und weil sie (in bewaffneten Konflikten) die eigenen Verluste verringerten;
zudem würden damit Industrieabfälle wieder verwertet. Keine dieser
Behauptungen ist gerechtfertigt. Angesichts der Gesamtausgaben für das Militär
wären die Mehrkosten für Wolfram zu vernachlässigen. Im Vergleich mit
alternativen Entwicklungen ist die Effektivität von DU- Waffen nur gering
[Venik's Aviation, 2001]. DU- Munition und -armierungen verwerten keinen
nennenswerten Prozentsatz der Gesamtmenge nuklearen Abfalls. Was den Schutz der
eigenen Soldaten angeht, leiden die Opfer von so genanntem ”freundlichen Feuer
(Eigentreffer)” an akuten Vergiftungen und Strahlenschäden anstelle gewöhnlicher
Verwundungen, wobei die längerfristigen Verluste beträchtlich sind. Eine
US-Studie an 10,000 Golfkriegs- Veteranen zeigte dass möglicherweise 80% von
ihnen DU ausgesetzt waren, hochgerechnet also mehr als eine halbe Million. Von
den zehntausenden nach Kriegsende dort dienenden Soldaten der Koalition wussten
nur etwa 30 Spezialisten, wie DU- verseuchte Ausrüstungsgegenstände
identifiziert werden können und achteten darauf, die erforderliche
Schutzkleidung zu tragen. Ein im September 2002 erschienener Bericht über
US-Golfkriegsveteranen weist eine Verlustrate von 0.1% während der
Kampfhandlungen aus, jedoch 36% danach. Da Uran nur eine von mehreren Ursachen
des Syndroms ist, wären einige Prozent der Verlustrate DU zuzuschreiben. Offizielle Berichte im Westen ignorieren die
zivilen Verluste durch Uranwaffen im Irak, auf dem Balkan, und kürzlich in
Afghanistan. Iraker und Serben wurden gerade zu dem Zeitpunkt Ziel
wirtschaftlicher Sanktionen, als sie Nachschub an Medizin, Brennstoffen und
Nahrung am dringendsten brauchten. Ohne je den Opfern von Uranwaffen zugerechnet
zu werden, starben erkrankte Afghanen an Hunger und Erfrierungen, nachdem ihre
Widerstandskraft dank der Schwächung des Immunsystems durch Kontamination mit
Uran zusammengebrochen war. Setzt man voraus, dass die Regierungen der USA und
anderer NATO-Staaten um die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung wussten,
legen die schwerwiegenden Sanktionen, die gegen die Bundesrepublik Jugoslawien
und gegen den Irak verhängt wurden, den Schluss nahe, dass sie dazu dienen
sollten, die mit radiologische Waffen angerichteten Schäden verdecken sollten.
Das Ignorieren militärischer und
ziviler Opfer, die schwere Behinderung humanitärer Hilfsmassnahmen und das
Verschweigen der Wahrheit in Bezug auf die Auswirkungen von Uran stellen
schwerwiegende Verstöße gegen die Regeln der Menschlichkeit dar. Allein aus
diesem Grund wären die Sanktionen gegen den Irak als Verbrechen gegen die
Menschlichkeit zu klassifizieren. Unter Missachtung der oben wiedergegebenen
Regelungen der Genfer Konvention haben die USA jedoch erklärt, dass sie militärisch
gegen jedes Land vorgehen werden, dass den Versuch unternimmt, US-Militärs vor
dem Internationalen Strafgerichtshof oder vor nationalen Gerichten anzuklagen. Die Pro-Uran-Propaganda hat sogar
wissenschaftliche Berichte ernsthaft in Frage gestellt, die von solchen
internationalen Organisationen erarbeitet wurden, deren Mittelausstattung aus
Militär- bzw. Regierungsetats gespeist wird und die somit deren Kontrolle
unterliegen. Das wurde auch in den Stellungnahmen seitens der Regierung, vom
Militär und der Waffen- und Nuklearindustrie formuliert. Es ist von großer
Bedeutung, dass es politischen Repräsentanten nicht gelungen ist, Informationen
aus alternativen Quellen zu erhalten. Dass die Propaganda von den
Entscheidungsträgern akzeptiert wurde, obwohl ihre nicht nachprüfbaren Inhalte
auf fundamentale Schwächen der Vorgehensweise schließen lassen, mit der diese
Staaten militärische und waffentechnische Fragen angehen. Obendrein tragen
zahllose Journalisten, Forscher, Professoren und Personen in verantwortlichen
Stellungen zur Unterstützung der Täuschungs- und Desinformationskampagne der
NATO bei. Diese Einzelpersonen haben sich durch den Bruch der aus ihrer
Berufsethik hervorgehenden primären Verpflichtung gegenüber dem öffentlichen
Wohl freiwillig oder unfreiwillig, wissentlich oder unwissentlich zu Mittätern
der Verbrechen gemacht, indem sie Lügen und verzerrende Darstellungen über die
fatalen Auswirkungen von Uranwaffen verbreiten. Die Propaganda hat zu einer
absurden Situation geführt, in der nationale Führungspersonen und Parlamente
den Angriff auf den Irak mit dem Argument rechtfertigen, der Irak könnte möglicherweise
in der Zukunft das Potential besitzen, Massenvernichtungswaffen einzusetzen - während
sie selber den Einsatz gleichermaßen tödlicher Uranwaffen mit sich von
Massenvernichtungswaffen nicht zu unterscheidender Wirkung planen. Uranwaffen werden mit großer Wahrscheinlichkeit
auf den Druck jener Institutionen hin beibehalten werden, deren Argumentation zu
einem unumkehrbaren Stadium eskaliert ist, nachdem sie einmal die Wirksamkeit
eines DU- Geschosses vertreten haben. Mit einem Wechsel zu anderen Waffentypen würden
sie indirekt die von DU ausgehenden Gefahren zugeben, während die umfassende
Beweislast all jene Verantwortlichen zu Kriminellen stempelt, denen die
potentiellen Gefahren von Anfang an bekannt waren. In einem Worst-Case-Szenario
könnten hochrangige Kriegshetzer und vom Hass gegen ethnische Gruppen Beseelte
in Uranwaffen ein effektives, toxisch-radioaktives Terrorwerkzeug sehen. Solange
”nicht-nukleare Uranwaffen” nicht das Stigma von Massenvernichtungswaffen
tragen, können sie damit ungestraft den gegenwärtigen und zukünftigen
Generationen ihrer ”Feinde” dauerhaften Schaden zufügen, auch wenn sie
dabei einige ”Kollateralschäden” unter den eigenen Zivilisten und Soldaten
in Kauf nehmen müssen, die sich über die gesamte ”Lebensdauer” solcher
Waffen hinziehen. Williams' Überlegung [2002], dass die für die
Verbreitung und den Einsatz von Uranwaffen verantwortlichen zivilen und militärischen
Entscheidungsträger in einem ”Gruppendenken” gefangen sein könnten - einer
Logik der Selbstrechtfertigung, die eine illusorische Ethik erschafft, Konformität
verlangt, äußerst riskante Strategien akzeptiert und Gegner und Kritiker dämonisiert
- das gleiche Phänomen, das den USA das
Fiasko in der kubanischen Schweinebucht beschert hat. Es scheint, dass einige
westliche Regierungen sich dem Gruppendenken anschließen, das sich in den
Kriegen der USA gegen ”Saddam”, ”Milosevic” ,und dem vor kurzem
begonnenen "Krieg gegen den
Terrorismus" offenbart. Gruppendenken in autoritären Organisationen würde
auch erklären, warum die Gesundheitsrisiken von Uranwaffen vom Militär
heruntergespielt oder schlicht ignoriert wurden, und warum die Verantwortlichen
es vorzogen, ihre kriminelle Haltung zu verbergen anstatt die Uranwaffen
aufzugeben. Es gibt indirekte Beweise dafür, dass die
Vertuschung gewollt war. In einer geheimen Notiz der Atomenergiekommission der USA von 1947 findet sich die
folgende selbst bezichtigende Bestätigung über medizinische Experimente an
menschlichen Versuchsobjekten: "Es wird gewünscht, dass kein Dokument an
die Öffentlichkeit gelangt, das sich auf Experimente an Menschen bezieht und
die öffentliche Meinung abträglich beeinflussen oder eine Strafverfolgung nach
sich ziehen könnte. Dokumente, die solche Arbeitsfelder abdecken, sind als
”geheim” zu klassifizieren." In der Folgezeit des Golfkriegs, der als
”Experiment voller Bandbreite mit DU- Geschossen geringer Radioaktivität”
anzusehen ist, definierte Lt. Col. Ziehmn vom 'Los Alamos- National Laboratory'
in seiner Notiz vom 1. März 1991 augenscheinlich die künftige US-Militärpolitik
in Bezug auf DU- Waffen so: "Es wird allgemein angenommen, dass die gegen
irakische Panzer eingesetzten DU- Penetrationsgeschosse sehr effektiv waren;
dennoch bedarf dies noch weiterer Beurteilung. Hinsichtlich der Einwirkungen von
DU auf die Umwelt hat es Bedenken gegeben, die fortbestehen. Aus diesem Grund,
Sofern niemand für das auf dem Schlachtfeld so effektive DU eintritt, kann DU-
Munition politisch unakzeptabel
werden und wäre demzufolge aus dem Arsenal zu entfernen. Sofern sich DU-
Penetrations-Geschosse bei unseren kürzlich stattgefundenen Kampfaktionen als
wertvoll erwiesen haben, sollten wir ihre künftige Beibehaltung durch eine Befürwortung
seitens des Service/DoD sicherstellen (bis etwas Besseres entwickelt wird).
Falls eine Befürwortung nicht zu erreichen ist, ist es möglich, dass wir dem
Verlust einer wertvollen Komponente unserer Kampfkraft gegenüberstehen. Ich
bin der festen Überzeugung, dass wir diese empfindliche Problematik in unsere
Überlegungen einbeziehen sollten, auch nachdem die Kampfberichte geschrieben
sind." Wenige Jahre, nachdem Waffen gegen harte Ziele
die Phasen der Entwicklung, Tests und Kampfeinsätzen durchlaufen hatten, muss
sich die ihnen zugrunde liegende Philosophie wohl auch auf neuere militärische
Anwendungen von Uranabfällen ausgedehnt haben. Logischerweise dürften ähnliche
Verschleierungstaktiken auch die
Entwicklung folgender Waffengenerationen beherrschen, die möglicherweise die
Beschränkung auf Materialien mit geringer radioaktiver Strahlung hinter sich
lassen, und die es vielen künftigen Generationen überlassen, damit fertig zu
werden. Informationskriegsführung Informationskriegsführung stellt neben
bewaffnetem Kampf, Diplomatie und Wirtschaftssanktionen ein weiteres
Machtinstrument dar. Zu ihren augenfälligsten Waffen/Werkzeugen gehört PsyOp
(Psychologische Operationen). Informationskriegsführung ist effektiv und
preiswert im Vergleich mit Kampfaktionen, und würde durchaus den Wünschen
hinsichtlich der Befürwortung durch den ”Service/DoD” genügen, die Ziehmn
in der oben wiedergegebenen Notiz genannt hat. Unter Einbeziehung von
Verhaltensforschung, Massenmedien und Hochtechnologie bestimmt das Militär die
Strukturierung und Methodik der ”Information Operations” [Joint Chiefs of
Staff, 1987; Headquarters, Department of the Army, 1996]. Ziele dieser vom US
Department of Defense (DoD = Verteidigungsministerium) lancierten
Informationskampagnen sind andere Nationen, Gruppierungen, und ausländische
Regierungen. Solche DoD- Aktionen "übermitteln und/oder dementieren ausgewählte
Informationen und Hinweise an das ausländische Publikum, um Einfluss auf
dessen Emotionen, Motive, und objektive Wahrnehmung zu nehmen; ebenso an
nachrichtendienstliche Organisationen und Führungskräfte aller Ebenen.”
Die Manipulation der ausländischen Wahrnehmung durch das DoD "verknüpft
Wahrheitsdarstellung, Operationssicherheit, Vertuschung und Täuschung,
und psychologische Operationen miteinander.” Einem Papier der NATO zufolge [Office of the
Chairman of the Joint Chiefs of Staff, 1996], richten sich ihre PsyOp- Aktivitäten
auf "gegnerische, befreundete und neutrale Publika mit dem Ziel, deren
Haltung und Verhalten zu beeinflussen, soweit es die Erreichung politischer
und militärischer Zielsetzung beeinträchtigt." Militär und Medien der
NATO-Staaten agieren, als seien sie Klone des Pentagons. Kritik kommt überwiegend
von außerhalb des Pakts. Es scheint, dass die von Pentagon und NATO zum Thema
DU verbreitete Propaganda nur innerhalb der Territorien ihrer Mitgliedsstaaten
Gehör gefunden hat. Informationskriegsführung bezieht bei Bedarf
verschiedene Typen von Sonderdiensten ein. Ein vereintes Kommando der 'US
Special Operations' befasst sich mit der individuell an die jeweilige Mission
angepassten Zusammenstellung von Teams aus Experten unterschiedlicher
Sachgebiete und Dienste. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurden die Angriffe
gegen den Anti- DU- Aktivisten Dr. Doug Rokke, einem ehemaligen
Experten des Pentagon für DU, von den 'US Special Operations' in einer
breit angelegten Kampagne zur "Anfechtung" der von Rokke offenbarten
Wahrheit über DU gesteuert. Militärs und Regierungsbehörden fälschten
Totenscheine von Soldaten, die auf dem Balkan DU zum Opfer gefallen waren. Im März
2001 drangen ”unbekannte Kriminelle” in das Haus von Mrs. Riordan, der Witwe
eines kanadischen Golfkriegsveteranen ein, zerstörten ihren Computer und ließen
die medizinischen Untersuchungspapiere mitgehen, die die Gegenwart von Uran im Körper
ihres Ehemanns dokumentierten. Die Polizei weigerte sich, die Untersuchung
aufzunehmen, weil die Einbrecher ”keinerlei Spuren hinterlassen hätten”. Immer, wenn die Problematik der Uranwaffen in die
Arena der Öffentlichkeit gerät, wirft die Propaganda
simple und oft lächerliche Ideen und Phrasen in die Diskussion, die die
Öffentlichkeit nichtsdestoweniger ansprechen.
Dabei wird nach zwei Grundregeln verfahren: (i) Durch ständige
Wiederholung einer Lüge wird sie schließlich als Wahrheit anerkannt;
(ii) je ungeheuerlicher die Lüge, um so bereitwilliger wird sie von der
Öffentlichkeit angenommen - und geglaubt. Propaganda spielt mit einem
Vokabular, das in PsyOp- Büros ausgebrütet wurde. Danach werden die Worte,
Phrasen und Kontexte von Personen mit anerkannter Autorität geäußert, was nur
beweist, dass die Sprecher und die sie kontrollierenden Personen die
Menschenrechte wie das Kriegsrecht entweder kriminell missachten oder sich
bewusst dagegen stellen. Gäbe es einen Wettbewerb im Verbreiten von Unsinn über
DU, dann dürfte der frühere NATO-Generalsekretär Javier Solana den Rekord
gebrochen haben. Um als Leiter einer ad-hoc- ”Untersuchung” zu
beweisen, dass das im Kosovo eingesetzte DU ungefährlich sei, erklärte er:
”Die Ergebnisse weisen in die entgegen gesetzte Richtung…” Diese Aussage
veranlasste einen Leser der Washington Times, in deren Ausgabe vom 22.
Januar 2001 zu fragen: ”Ist DU ein Segen für die Gesundheit?" Lord
Robertson, dem man durchaus Bildung unterstellen darf, verteidigte DU als ”bewährte
Technologie, die von unabhängiger Seite getestet worden ist […] Es ist unmöglich,
der subjektiven Wahrnehmung von Menschen oder deren Sichtweise von Begriffen wie
'Uran' unseren Willen aufzuzwingen.” Bein and Zorić [2001]
stellten weitere Erklärungen zusammen und ergänzten sie um eine 'Nomenklatur
der Irreführung' aus dem DU betreffenden Vokabular und Phrasen. Einige Staaten nutzten die DU- Propaganda der
NATO für eigene Interessen aus. Zum Beispiel spielte auch die Schweiz bei der
Unterdrückung von Informationen über DU mit. Die Operation 'Allied Force' ließ
viele Kosovo-Albaner Zuflucht bei Landsleuten in der Schweiz suchen, so dass
deren Gemeinschaft ausgerechnet zu einem Zeitpunkt sprunghaft wuchs, als die
Schweiz ihre Einwanderungsbestimmungen verschärfte. Das schweizerische AC Laboratorium Spiez (ACLS), ein
wissenschaftliches Dienstleistungs-unternehmen, das bekanntermaßen für die
NATO arbeitet, erhielt den Auftrag, Art und Umfang der Kontamination im Kosovo
und im südlichen Serbien zu erforschen. Mit dem bestmöglichen Instrumentarium
ausgerüstet, war es nicht überraschend, dass sie gefährliche radioaktive
Strahlung entdeckten. In der Befürchtung, die
Entdeckung der Uranverseuchung im Kosovo könne die Flüchtlinge vor der
Rückkehr in ihre Heimat abschrecken, unterdrückte die schweizerische Regierung
die Information, dass die im Kosovo vorgefundene radioaktive Belastung jenseits
'sicherer' Grenzwerte lag; stattdessen erklärte sie sich zur Finanzierung zusätzlicher
Studien seitens internationaler Organisationen bereit - möglicherweise, um
deren Ergebnisse zu kontrollieren. ACLS erhielt den Forschungsauftrag für sämtliche
DU- Studien im Balkan. Als weiteren zynischen Schachzug bot die schweizerische
Regierung albanischen Emigranten Geld an, wenn sie sich bereit erklärten, in
den Kosovo zurückzukehren. David und Goliath Umfang, die eingesetzten Werkzeuge und der
'Durchdringungsgrad' der radiologische Waffen betreffenden Informationskampagne
lassen darauf schließen, dass beachtliche Summen investiert wurden. Zweifellos
stammen diese Mittel aus Steuern. Wer es auf sich nimmt, die Propaganda zu
entlarven, fühlt sich bald als David im Kampf mit Goliath; dennoch wurden große
Fortschritte mit vergleichsweise unendlich geringem finanziellen Aufwand
erreicht , der sich messen lässt an der wachsenden Zahl von Anti-DU-Gruppen, an
der Qualität ihrer Veröffentlichungen, und an der stetig zunehmenden
Sensibilisierung der Öffentlichkeit diesem Thema gegenüber. Öffentlichkeitsarbeit
und Kampagnen (der Anti- DU- Gruppen) werden gewöhnlich von Freiwilligen
wahrgenommen, von denen viele sich in Randgruppen abgedrängt sehen, wenn nicht
gar Versuche unternommen wurden, um sie einzuschüchtern oder als Bedrohung für
die etablierte Gesellschaftsordnung zu brandmarken. Dass Einschüchterungsversuche sich in ihr
Gegenteil verkehren und das Vertrauen der Öffentlichkeit und vor allem das
erkrankter Veteranen um so rascher erodieren, war vorhersehbar (wenn auch nicht
für die Verbrecher, die sich dafür hergegeben haben); von den Veteranen
schwappte es auf Rekruten und Korpssoldaten über, während man sie für auf die
nächsten Kriege vorbereitete. Bei vielen der im Kosovo eingesetzten
KFOR-Truppen kam es zu Meutereien; Freiwillige zogen ihre Bereitschaftserklärung
für den Einsatz zurück, nachdem sie erkannt hatten, wie die NATO-Führung
Schindluder mit ihrer Gesundheit trieb. Die Kontamination gab einigen Staaten
zur Aufkündigung der der NATO gegenüber eingegangenen Verpflichtung Anlass,
sich am Kosovo-Einsatz zu beteiligen. Nach dem Krieg in Afghanistan zögern die
Hilfsorganisationen, der radioaktiven und toxischen Gefahren wegen ihre
Mitarbeiter dorthin zu entsenden. Ein Zusammenfallen der Kalenderdaten zur
gesetzlichen Offenlegung bislang geheim gehaltener Daten aus dem 'Atomzeitalter'
mit dem Bekannt werden der vorhersehbar größeren Zahl von Opfern der neuen,
angeblich ”sicheren” radiologischen Waffen, würden sich Verdacht und
Misstrauen in der Öffentlichkeit breit machen und womöglich in offene Meuterei
umschlagen, was für die unstabilen westlichen Gesellschaften einen großen, zusätzlichen
Stressfaktor darstellen würde. Im Ausland würde das wachsende Bewusstsein der
Öffentlichkeit über die Nachwirkungen von Uranwaffen zur Feindseligkeit gegenüber
allen westlichen Staaten beitragen und den Terrorismus schüren, insbesondere
gegen die USA und Großbritannien. Propagandafeldzüge für den Einsatz von
Uranwaffen, die Unschuldige terrorisieren, gegen ”Terrorismus” (so naiv
solch ein Schritt angesichts von Feinden erscheinen mag, die sich gewiss
leichter aus einem Hinterhalt erwischen ließen), oder gegen ”böse Staaten”
(als ob die Existenz der in ihrem Besitz befindlichen geheimen
Massenvernichtungswaffen als Rechtfertigung genügte, sie mit anderen, äquivalenten
Massenvernichtungswaffen unschädlich zu machen), sind immer kontraproduktiv,
gleich, aus welchem Blickwinkel man sie betrachtet. Von nun an bleiben den Gesetzesbrechern nur zwei plausible
Alternativen: entweder sie steigern den Einschüchterungsgrad gegenüber denen,
die die Wahrheit aufdecken (was sich bisher als sinnlos erwiesen hat), oder sie
nehmen von ihren kriminellen Aktivitäten Abstand. Die USA und Großbritannien
stellen das Zentrum der Verbreitung und des Gebrauchs radiologischer Waffen dar;
damit fällt ihren Regierungen auch die Führungsrolle zu. Eine Fortsetzung des
destruktiven Kurses muss unausweichlich zu einer größeren Konfrontation
zwischen der Gesellschaft und jenen führen, die an der Macht sind, wenn nicht
sogar zu internationalen Konflikten. Während das Thema Radioaktivität
ungeachtet von Nationalität, Religion und Volkszugehörigkeit (recht so, schließlich
steht der Genpool aller Menschen auf dem Spiel) emotionsgeladen geführt wird,
spielen die Mächtigen und ihre Marionetten an der Informationsfront mit dem
Feuer. Trotz der riesigen Summen, die dafür ausgegeben
werden, lassen sich PsyOps sogar von Laien leicht als solche entlarven.
Ausgehend von den Erfahrungen nach dem Golfkrieg sagte Bein 1999 in einem
Artikel für eine damals zweimonatig erscheinende polnische Umweltzeitschrift [www.eco.pl/zb/147/]
voraus, dass
der Einsatz von DU- Waffen auf dem Balkan mittels folgender Techniken
verschleiert werden würde: Leugne
die Information und verzögere ihre Veröffentlichung; was die Menge der
eingesetzten DU- Waffen angeht, gib geringere als die tatsächlichen Zahlen an. Verharmlose die schädlichen Wirkungen von DU,
betone anderes (Unwesentliches) und verwässere wissenschaftliche Informationen. Manipuliere Berichte und wissenschaftliche
Beweise, auch solche aus früheren Kriegen, bei denen DU verwendet wurde. Zensiere Informationen über DU in den
Massenmedien. Gib andern Ursachen die Schuld, so wie Vorkriegs-
oder allgemeine Verseuchung. Nötige die alte wie die neue jugoslawische
Regierung, die Wahrheit zu verschweigen. Schiebe die Schuld für die DU- Kontamination auf
Milosevics geheime Waffen oder auf die von der jugoslawischen Armee eingesetzte
DU- Munition. Es kam genau wie vorhergesehen. Es ist der NATO
auch offensichtlich gelungen, die frühere jugoslawische Regierung wie ihre
Nachfolger dazu zu bringen, die Informationen über die von DU verursachten
Verluste zu unterdrücken. Während der NATO-Bombardierung waren jugoslawische
Dekontaminationseinheiten schon am Werk, derweil die Regierung die DU- Opfer
vermutlich in Militärhospitälern verbarg. Nachdem der neue jugoslawische Außenminister
Anfang 2001 Lord Robertson besucht hatte, berichteten westliche Medien, dass man
die jugoslawischen Soldaten bei entsprechenden Untersuchungen als ebenso DU-
”negativ” befunden hatte wie die Soldaten aus allen NATO-Mitglieds- und Anwärterstaaten.
Waren die jugoslawischen Attrappen* im Kosovo derart wirksam, dass keines der
DU- Geschosse sich beim Aufprall auf Armierungen, Felsen und Beton
entzündete? *) Auf
unsere Rückfrage zu diesem Punkt teilte Dr. Pjotr Bein ergänzend mit, dass
seine rhetorische Frage das stillschweigende Einverständnis beider
Kriegsparteien in Bezug auf DU andeutet. Während
die jugoslawische Armee keinerlei DU- Kontamination bei ihren im Kosovo
eingesetzten Soldaten festgestellt haben will, müsste das beachtliche Arsenal
der im Kosovo aufgestellten Attrappen von MIG-19-Jagdflugzeugen, Panzern,
Artilleriefahrzeugen, Panzergeschütztürmen bis hin zu Nachbildungen stationärer
Radareinrichtungen und Brückenbauwerken
entweder immun gegen DU- Gechosse gewesen sein oder sie in so wunderbarer Weise
absorbiert haben, dass sie keine Spuren hinterließen. Diese
Pseudo-"Effektivität" beweist lediglich, wie bereitwillig Militärs
jeder Couleur die Wahrheit der Verschleierung von Tatsachen opfern, wenn es um
Uranwaffen und deren Auswirkungen geht. Dank der Einbettung der Informationskriegsführung
in die Maschinerie militärisch- bürokratischer Strukturen führen deren
Unachtsamkeiten zwangsläufig zu Fehlern und Stümpereien. Fällt eine solche
Stümperei auf, versucht PsyOps, diese mit weiteren Stümpereien zu übertünchen.
Vom Imperativ, die Wahrheit unter den Tisch zu kehren getrieben, errichten die
(von ihren Regierungen autorisierten) Berufslügner und ihre ausführenden
Organe - Special Operations, PsyOp, Sprecher, amtliche Medien,
Pseudo-Wissenschaftler absurde Gedankengebäude und ‚gestalten' Ereignisse,
deren Inszenierung sich ausschließlich auf die Überzeugung ihres Publikums
richtet. Auch der DU- Skandal im Kosovo zeichnete sich durch einige
offensichtliche Stümpereien aus. So unterließen die Verantwortlichen
(Befehlshaber der US- und Royal Air Force), Bodentruppen ihrer NATO-Partner,
UN-Einheiten, ausländische Arbeitskräfte sowie die ortsansässige Zivilbevölkerung
vor den Gefahren 'dreckigen' DUs zu warnen und Schutzmassnahmen zu veranlassen
(wobei es doch angeblich die letzteren waren, in deren Namen sie ”Milosevic”
und seine Schergen bombardiert hatten). Um jene mundtot zu machen, die unerwünschte
Beweise publik machten, wurden 'Sonderaktionen' ganz im Stil der Stalinisten
eingeleitet. Zudem verschleierten die Vertuschungsmanöver die Gefahren ziviler
Anwendungen von Uran (wie z.B. für die Ausgleichsgewichte von Flugzeugen) und
steigerten so auch die Risiken für die Bevölkerung der NATO-Staaten. Hinter der Bühne Zur Informationskriegsführung trägt auch die
Abteilung Public Affairs (PA = Öffentliche Angelegenheiten) bei, die die
Aufgaben der "Bereitstellung objektiver Berichte ohne
Propagandaabsichten" und die ”internationale Verbreitung von
Informationen” wahrnimmt. PA schließt Presseveröffentlichungen,
Medienbriefings und Erklärungen seitens des Militärs ein, die "auf der Projektion
von Wahrheiten und glaubwürdigen Meldungen fußen, die der Diskreditierung
gegnerischer Propaganda oder von Falschinformationen dienen, die gegen die
Operationen der US- oder Koalitionsstreitkräfte gerichtet sind, und die sich
negativ auf die Erhaltung einer wohlwollenden
öffentlichen Meinung auswirken könnten." PA verbreitet
Propagandainformationen in drei Kategorien
aufgeteilt - (weiß = wahr, grau = mehrdeutig, und schwarz = gelogen) - oft über
die PR-Organe offizieller Stellen.
Der NATO-Sprecher Jamie Shea sagte, "er habe den Krieg im Kosovo
gewonnen", indem er die täglichen Briefings im Stil der PR formulierte. So
war die tief greifende Kontrolle globaler Medien durch
'Information Operations' mit dem Ziel, die Serben zu dämonisieren, möglicherweise
der ”erfolgreichste” Aspekt im
Krieg gegen sie. Die PA-Einheiten bereiten die für
Presseagenturen bestimmten Informationen auf, die sie an Fernseh- und
Rundfunkanstalten und die Presse weitergeben. Solange die 'Information
Operations'- Abteilung der NATO die Redaktionsetagen der großen Medienhäuser
mit subtilem Druck kontrolliert, haben unabhängige Journalisten keine Chance,
ihre Berichte zu veröffentlichen. Die Strukturen der Medien erscheinen von oben
bis unten korrumpiert. Der frühere Präsident von CBS News, Richard Salent
sagte, "Unser Job ist es nicht, den Leuten das zu geben, was sie verlangen, sondern das, was sie unserer
Meinung nach bekommen sollten." John Swinton, ehemals Chef des
Redaktionsstabes der New York Times und von Kollegen "Dekan seines Berufes" genannt,
bekannte freimütig vor dem New Yorker Presseclub: "Ich bekomme Woche für
Woche Geld dafür, dass ich meine ehrliche Meinung aus dem Blatt heraus halte,
mit dem ich verbunden bin. Ihr andern bekommt ähnliche Gehälter für ähnliche
Dinge, und wenn irgendeiner von euch so ein Narr wäre, dass er seine ehrliche
Meinung schreibt, fände er sich morgen auf der Strasse wieder, um sich
einen andern Job zu suchen[…]. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen
reicher Männer, die im Hintergrund bleiben." Die durch Deregulierung zu einer Handvoll mächtiger
Konzerne zusammengeballten Medien (ver-)formen die öffentliche Meinung, indem
sie die Interpretation der Realität tief greifend in Mitleidenschaft ziehen.
Durch Übernahme von Konkurrenten sind die größten Medienkonzerne in den 90er
Jahren fast auf das Dreifache ihres vorherigen Volumens gewachsen. Mit der
Konsolidierung der Medienimperien sind Fernseh-
und Rundfunksender ebenso wie Zeitungen nicht mehr länger unabhängig. Nur noch
eine Handvoll sind stark genug, um sich unabhängige Reporter leisten zu können.
Der Rest ist an die nationalen und internationalen Presseagenturen gekettet.
Ebenso beunruhigend ist die Tatsache, dass bei den Eigentümern und in den Redaktionsstäben nordamerikanischer Medien nur eine einzige
ethnische Gruppe dominiert, ohne die Vielfalt
der ethnischen Profile von führenden Firmeninhabern, Beamten und
Angestellten zu reflektieren. Diese Gruppe widerlegt Kritik durch Einschüchterung
der Kritiker nach dem historischen Muster der Verfolgung
'radikaler' Teile einer ethnischen Gruppe [The National Alliance,
2002]. Fernsehen. Radio, Zeitungen, Magazine, Bücher,
und Filme sprechen nur noch eine einzige, einander gegenseitig unterstützende
Sprache. Trotz der scheinbaren Vielfalt gibt es keine alternativen
Informationsquellen mehr. Als die Zeitungen mit dem größten Prestige und
Einfluss in the USA illustrieren die New York Times, das Wall Street
Journal, and die Washington Post die Fähigkeit der Medienherrscher,
die Presse zum oppositionslosen Instrument einer Politik zu machen. Die Blätter
setzen die Trends und Richtlinien für nahezu
alle anderen und erschaffen die Neuigkeiten, die die andern kopieren. Als
Joint Venture der New York Times und der Post erscheint die International
Herald Tribune, die englischsprachige Tageszeitung mit der weltweit größten
Verbreitung. Die Washington Post hat sich das Aufspüren
von Insiderinformationen aus US-Regierungskreisen zur Aufgabe gemacht.
Bezugnahmen auf ”militärische Quellen”, ”hochgestellte
Verwaltungsbeamte”, oder ”Pentagon Analysten” offenbaren die
Wechselbeziehungen zwischen Medien und Militär. Ein weiterer Hinweis auf eine
singuläre Informationsquelle für internationale Presseagenturen sind uniforme
Standardphrasen, Einleitungen und Schlusssätze in allen Berichten, abgestimmt
mit der Position des Pentagon. Ein Artikel der Washington Post vom 10.
November 2002 bot einen Einblick in die Beziehungen zwischen Medien und
Pentagon: ”Dieser Artikel wurde in den vergangenen Tagen ausführlich mit
mehreren erfahrenen zivilen und militärischen Beamten des
Verteidigungsministeriums diskutiert.” Mit anderen Worten, die militärischen
Zensoren der PA-Abteilung hatten den Artikel peinlich genau überprüft, ehe das
angeblich unabhängige Blatt ihn veröffentlichte und sich damit zum Sprachrohr
der Regierungspropaganda machte. Größere Nachrichtenunternehmen erstellen
Meinungsumfragen, um möglichst den Wünschen (Vorschriften?) der Regierung zu
genügen, was im Regelfall die Vorhaben von Verwaltung, Pentagon und Industrie
miteinander verknüpft. Die Prostitution der Medien geht so weit, dass sogar
Berater des Weißen Hauses ihre Berichterstattung als eine Kampagne beschrieben
haben, die bezweckt, dem amerikanischen Volk den Krieg zu ”verkaufen” - wie
im Lauf der Jahres 2002 während der Vorbereitungen* des Krieges gegen den Irak
zu beobachten war. Die Kontrolle der Medien dehnte sich auch auf
deren Berichterstattung von den Schlachtfeldern aus, nachdem Militärs die
Lektionen des Vietnamkriegs begriffen hatten; damals hatten die Berichte über
Gräueltaten an Zivilisten und Bilder von Leichensäcken mit toten US-Soldaten
heftige Anti-Kriegs-Proteste ausgelöst. Heutzutage bedienen sich die Militärs
eines ”Pool-Systems”, nach dem sie täglich einige wenige aus Hunderten von
Journalisten auswählen, um sie zu Schauplätzen zu eskortieren, die sich ihrer
Meinung nach für die Öffentlichkeit eignen. Danach teilen sie ihre
Berichterstattung im ”Pool” mit den anderen Kollegen, so dass ein und
dieselbe kontrollierte Story über alle größeren Nachrichtenkanäle nach draußen
gelangt. In dieses System eingebunden, ist eine objektive Berichterstattung von
solchen Kriegsschauplätzen unmöglich, an denen diejenigen Opfer von DU- Waffen
anzutreffen wären, die deren 'Nachwirkungen' schutzlos ausgeliefert waren.
Sobald irgendeine belastende Meldung seitens unabhängiger Kriegskorrespondenten
durchsickerte, würde sie geschwärzt oder in der nächsten
Pentagon-Pressekonferenz derart verzerrt wiedergegeben, dass alle darin
enthaltenen Vorwürfe dem ”Feind” in die Schuhe geschoben werden. Sollten
sich unabhängige Medienquellen diesen Zensurvorgaben nicht unterwerfen (wie
1999 beim Serbischen Fernsehen geschehen, worauf dessen Sendeanlagen zum Ziel
amerikanischer Präzisionslenkwaffen wurden), greift Special Operations
konsequent auf die Dienste zu, die den Zielen ihrer Informationskriegsführung
am besten gerecht werden. Zur Vertuschung der Auswirkungen anhaltender
Uranexposition würde Special Operations eine Reihe anderer Mittel von
Informationsaktionen verwenden, die auch den Druck auf die Leiter
internationaler Organisationen einschließen, die Studien über kontaminiertes
Gelände und die Opfer erstellen. Leugnen, hinhalten, täuschen Die Vertuschung der Auswirkungen umstrittener
Waffen durch Regierungen hat Geschichte. Zum Beispiel berichtete US Newswire am
30.10. 2002, dass der ehemalige Verteidigungsminister Robert S. McNamara und
zehn weitere Personen in zwei als erste ihrer Art klassifizierten Verfahren
bezichtigt wurden, medizinische Befunde vorsätzlich unterdrückt zu haben, ohne
die mehrere hunderttausend Veteranen, die die Opfer von Tests mit Kernwaffen,
biologischen und chemischen Kampfstoffen geworden waren, sowie die Familien von
bereits verstorbenen ihre Ansprüche auf Entschädigung für langfristige
Gesundheitsschäden nicht gelten machen konnten. Ausgewählte Organisationen
spielen eine Schlüsselrolle in der Vertuschung radiologischer Risiken. ICRP ist
verantwortlich für die Vorherrschaft wertloser Modelle der Gesundheitsrisiken für
den Menschen, die von körperinternen Strahlungsquellen geringer Energie
ausgehen, wie feine Uranpartikel. Seit 1959
hat die IAEA (die einzige UN-Unterorganisation, die dem privaten Sektor der
Nuklearindustrie dient) de fakto das Monopol auf Beurteilung von Aspekten der
Radioaktivität, zu denen auch die Auswirkungen von Uran auf die Gesundheit zählen,
während sie den Fragenkomplex der Toxizität von Uran der WHO überlässt.
Damit ist die IAEA ein Instrument institutioneller Willkür zur Kontrolle und
Vertuschung der Probleme, die mit radioaktiver Strahlung einhergehen. Die Taktik der DU- Propaganda folgt dem Schema: Leugnen,
hinhalten, täuschen. Kein NATO-Staat noch die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) haben je epidemiologische Studien an Soldaten oder Zivilisten vorgenommen,
die in mit Uranmunition geführten Kriegen dessen Wirkungen ausgesetzt waren. So
lässt sich keine Bestätigung oder Aufdeckung der Auswirkungen von Uranwaffen
auf die Gesundheit beweisen. Die Vertreter
einiger Regierungen bei der UN müssen sich zusammengetan haben, um die Durchführung
einer solchen Studie nach dem Golfkrieg im Irak zu verhindern. Die Irakische
Regierung hat die WHO formell gebeten, die Urankontamination und deren
Auswirkungen auf die Gesundheit zu untersuchen, worauf die USA schweren Druck
auf die WHO ausübten, um eine Studie in vollem Umfang zu blockieren. Als ein
Komitee der UN-Generalversammlung einen Resolutionsentwurf vorlegte, der das
Mandat für eine spezielle Untersuchung
forderte, hatten die USA sich genügend (allerdings gerade eben genug) Nein-
Stimmen gesichert, um diese Initiative zu stoppen. Ein für 2002 vorgesehener
Besuch durch Richter Sik Yuen verzögerte sich aufgrund der beachtlich verstärkten
Bombardierung in der südlichen Flugverbotszone. Vorstöße der UN-Einsatztruppe auf dem Balkan,
DU in ihre nach dem Konflikt aufgenommene Schadensermittlung einzubeziehen,
wurden ebenfalls durch Verzögerung und Täuschung untergraben, bevor die UNEP-
Studie beginnen konnte; deren Berichte wurden zudem vom damaligen UNEP-Direktor
Klaus Töpfer auf die Instruktionen seiner 'Dresseure' im Pentagon hin
manipuliert [Parsons, 2001]. 2002 begann die WHO eine Untersuchung des
Gesundheitszustandes der bosnischen Bevölkerung, zeitgleich mit einer
UNEP-Studie über DU- kontaminiertes Gelände, also acht Jahre nach dem ersten
Einsatz von DU- Waffen dort. Ebenso wie in den vorhergegangen Kriegen, bei denen
Uranmunition eingesetzt wurde, wurden von DU ausgehende Risiken auch im Kosovo zunächst strikt abgeleugnet, obwohl ein
NATO-Dokument vom Juli 1999 die Länder, die die KFOR- Truppen stellten, vor der
Toxizität von DU- Waffen warnte. Sogar diese Warnung kam um Wochen zu spät,
nachdem KFOR und UN-Personal den Kosovo schon in der zweiten Juniwoche 1999
betreten hatten. Bemühungen des UN-Hochkommissars für Flüchtlingsfragen,
Frederick Barton, die Zivilbevölkerung über die Risiken der Kontamination
aufzuklären, trafen bei kosovo- albanischen Politiken ebenso auf Widerstand wie
bei NATO und der UN-Mission im Kosovo. Die NATO gab die Daten über während der
Operation Allied Force mit DU verseuchtem Gelände erst ein gutes Jahr später
weiter, wobei sie die Gesamttonnage des eingesetzten DU erheblich untertrieb.
Die NATO verzögerte die Weitergabe der Zieldaten um 16 Monate, die zur
Untersuchung von verseuchtem Gebieten im Kosovo (einschließlich Montenegro und
Südserbien) benötigt wurden. Die Nato-Unterlagen wiesen Tippfehler und einige
mehrdeutige Ortsangaben auf [Bein and Zorić, 2001]. Die
NATO-Zielgebietsdaten Für Bosnien rückte die NATO die DU- Zielgebietsdaten -
ebenso unvollständig - erst fünf bis sechs Jahre nach der Bombardierung
heraus. Die UNEP maß die Radioaktivität an 14 Orten in Bosnien, aber nur 2 der
8 Bereiche um Sarajevo waren als ”unbekannt” in der NATO-Liste markiert. Der
Mediziner Dr. Trifko Guzina aus Sarajevo gab die Adressen Hunderter seiner
bosnischen Patienten bekannt - sowohl derjenigen, die sieben Jahre nach der
Bombardierung immer noch gegen den Krebs ankämpften wie die derjenigen, die
bereits daran gestorben waren [Patriot, July 22, 2002]. Gab es da einen
Zusammenhang mit den ”unbekannten” Orten? Dr. Guzina gab an, dass die
Vororte von Sarajevo bei NATO-Übungen bombardiert worden waren. Die UNEP hätte
die 'unbekannten' Orte ohne weiteres identifizieren können, wenn sie gewollt hätte.
Die NATO verweigerte UNEP-Teams den Zugang zu einigen Zielorten im
Kosovo und in Bosnien. So konnten die UNEP-Teams nur die der NATO genehmen
Stellen untersuchen, während ihnen wichtigere verschlossen blieben. Bei den
letzteren könnte es sich um die Bereiche handeln, die von Clusterbomben und
anderen Uran enthaltende Waffen getroffen wurden. Das Pentagon gab zu, dass
seine Spezialkräfte die freigegebenen Bereiche etliche Male untersucht hatten,
ehe sie der UNEP den Zutritt gestatteten. Es ist plausibel, dass die UNEP nur
niedrige Kontaminationslevel vorfand, weil das Pentagon schon im voraus einige
”Aufräumarbeiten” hatte ausführen lassen. Beobachter sind überzeugt, dass
im Kosovo für 'harte Ziele' geeignete Urangeschosse auf tief im Untergrund
verborgene jugoslawische Verteidigungsanlagen abgefeuert wurden [Parsons, 2001].
Entgegen einer Warnung von Williams hat die UNEP auch bei ihrer zweiten Studie
im Herbst 2001 keine Bomben- oder Raketenziele in Serbien und Montenegro überprüft.
In einem Fall gab die NATO ein ”DU”- Gelände in Montenegro an, wo ein alter
Bunker zweimal mit je einer Runde 30 mm-Munition beschossen worden sei. Einer
der Angriffe hätte den Bunker in Trümmer gelegt. Die UNEP stellte eine
ausgedehnte radioaktive Kontamination mit weit höherem Pegel
wie sie sie noch in keinem anderen DU- Zielgebiet vorgefunden hatten. Die
angegebene DU- Munition allein hätte den soliden Betonbunker nicht in eine
Ruine verwandeln können. Das legt den Verdacht nahe, dass hier ein
Uran-Bunkerbrecher ausprobiert wurde. Die jugoslawischen Behörden trugen das
Erdreich ab und transportierten es zur Atommülldeponie in Vinča. Nachdem die NATO endlich den Einsatz von DU-
Munition im Kosovo zugegeben hatte, versuchte sie mit Lügen, Halbwahrheiten und
Unsinn einen Damm zur Verteidigung der toxisch-radioaktiven Substanz zu
errichten. Im Zusammenhang mit den Fragestellungen nach U236, Plutonium und
anderen extrem gefährlichen, unzulässigen Beimengungen von DU ließen sich ähnliche
Phasen verfolgen. Es gab jedoch nur sehr wenige unabhängige Beobachter und
Regierungsbeamte, die Bescheid wussten über die unter-schiedlichen Uranwaffen,
die seit dem Golfkrieg, wenn nicht schon vorher, kontinuierlich weiterentwickelt
und eingesetzt wurden. Was radiologische Uranwaffen angeht, beobachten
wir, dass die Phase des ”Leugnens” anders verläuft als bei DU-
panzerbrechenden Geschossen. Auch in Afghanistan erhielt das
Untersuchungspersonal erst nach zehnmonatiger Verzögerung Zutritt, der zudem
ebenso eingeschränkt wurde, wie schon zuvor auf anderen DU- Schlachtfeldern. Im
Dezember 2001 begann die UNEP mit der Planung von Erhebungen der Umweltschäden
in Afghanistan. Entgegen früherer Berichte von Williams, erklärte der
Koordinator dieser Ermittlungen Peter Zahler (erst im Mai von den USA zur UNEP
gewechselt) am 28. August 2002, die UNEP
hege keine spezifischen Pläne, die Kontamination durch Uran zu untersuchen. Bei
Betrachtung der beiden UNEP-Studien zur DU- Kontamination auf dem Balkan fällt
auf, dass Angaben für die Zielgebiete von Bomben und Lenkwaffen darin fehlen.
Formelle Anfragen im britischen Unterhaus hierzu wurden unbeantwortet zurückgewiesen.
Eine Erfassung der von US- und Royal Air Force innerhalb der Flugverbotszone im
Irak abgeworfenen Bomben und Lenkwaffen ist nie geschehen, während die
”internationale Gemeinschaft” auf Druck der USA hin zur gleichen Zeit vom
Irak forderte, den UN-Waffeninspekteuren freien Zugang zu gewähren. Was die
Erfassung der durch Kontamination mit Uran angerichteten Umweltschäden angeht,
erscheint die Integrität der UNEP durch den von außen auf sie ausgeübten
Druck kompromittiert. Andererseits gab das US-Militär Hinweise auf die
Entdeckung ”einiger Uran-Sprengköpfe” in den Höhlen der Al-Kaida, jedoch
ohne deren Herkunft zu nennen. Es hat den Anschein, dass die in Bezug auf
nicht-nukleare Uranwaffen zu beobachtende Verleugnungskampagne Teil einer
breiteren Kampagne darstellt, die die Akzeptanz gegenüber solchen Waffen zu
erreichen sucht, die geringer eingestufte radioaktive Kontaminationen
verursachen. Statements der US-Regierung über Pläne zur Entwicklung nuklearer
Penetrationsbomben spielen das Gefahrenpotential "konventioneller"
Uranwaffen ebenso herunter wie Terroristen, die mit dem Einsatz radiologischer
Bomben drohen oder die kürzlich von den USA und Großbritannien geäußerte
Warnung, wenn nötig, auch einen nuklearen Erstschlag in Betracht zu ziehen. Die
Rhetorik zielt wohl darauf ab, die Akzeptanzhürde für radiologische
Waffensysteme zu beseitigen, nachdem 1997 nukleare ”Bunkerbrecher" (die
B61-11) getestet wurden. Ein nuklearer Schlag macht wenig Sinn, wenn
bestehende Systeme tief im Untergrund verborgene Massenvernichtungswaffen zerstören
können, es sei denn, man wolle unterirdische Einrichtungen mit einer
Kernwaffenexplosion erschüttern. Dienst an der Menschheit Offizielle ”Untersuchungen” unterdrücken
Beweise über Uraninduzierte Krankheiten und Todesfälle. Bei der Erstellung
jener ”Studien” ziehen Pentagon und andere Militärbehörden
Forschungsinstitute, Universitäten und internationale Gesundheits- und
Sicherheitsorganisationen hinzu: UNEP, ICRP, WHO, die Internationale
Atomenergiekommission (IAEA) und weitere. Gemäß dem Prinzip der Vorbeugung,
wie es Umweltwissenschaft und Medizin vertreten, sind ungewisse, aber potentiell
schädliche Einflüsse zu vermeiden. Auch wenn der kausale Zusammenhang von DU
mit Krankheit und Tod
”unbewiesen” wäre, müsste den Entscheidungsträgern allein der Verdacht
genügen, um den Einsatz jeglicher Uranwaffen aufzugeben, vorausgesetzt, sie würden
dem Vorbeugungsprinzip auf die Klagen der Golfkriegs-Veteranen wie der
wissenschaftlich ungesicherten Erkenntnisse hin folgen. Um zu einer
unanfechtbaren wissenschaftlichen Feststellung der Auswirkungen von DU und
anderen Uranmetallen zu gelangen, geht man normalerweise nach einer
standardisierten Kette der Risikoanalyse vor wie folgt: Analyse der nach Kampfeinsätzen oder anderen,
unter der Verwendung von Uran stattgefundenen Vorkommnisse anfallenden Produkte
/ Ergebnisse ŕ Analyse des zeitlichen Verhaltens dieser Produkte
an einem Ort ŕ Ermittlung des Umfangs und der Dauer der
Exposition von Menschen und Umwelt ŕ
Ermittlung der von den letzteren aufgenommenen
Dosen dieser Produkte ŕ
Einflüsse von Uran auf Erkrankungsanfälligkeit
und Sterblichkeitsrate. NATO- ”Wissenschaftler” manipulieren jeden
Schritt solcher Analysen. Auf Kritik antwortet diese Pseudo-Wissenschaft nur,
dass "keine Beweise existieren". Dennoch gibt es genügend Beweise in
Form von Veröffentlichungen unabhängiger Forscher, die in Fällen mehrdeutiger
Erkenntnisse das Prinzip der Vorbeugung
walten lassen. Zusammengenommen, weisen ihre Berichte dennoch zahlreiche Mängel
auf, die im Folgenden präzisiert werden: Es fehlt der Hinweis, dass die Konzentration der
für Munition verwendeten Uranmetalle gefährlich höher ist als die ”natürlicher
Uranerzvorkommen”; die letzteren befinden sich dank des hohen Anteils
anderer Mineralien in einem chemischen und radiologischen Gleichgewicht. Dr.
Busby vom britischen Verteidigungsministerium hält diesem Argument entgegen:
”MoD's Argument hört sich an, als sei es ganz in Ordnung, Kindern Arsenbröckchen
zum Spielen hinzuwerfen, bloß weil in der Natur Spuren von Arsen in Boden,
Vegetation und Trinkwasser enthalten sind”. Die
entschuldigende Darstellung, dass ”natürliches” Uran harmlos sei. Auch
”natürliches” Uranmetall (legiert aus 99.8% U-238, 0.2% U-235 und Spuren
von U-234) verwandelt sich bei Kampfeinsätzen und bei Bränden in todbringenden
Urandioxid-Feinstaub. Die Überbewertung der toxischen Aspekte
von DU und Ausrichtung des Hauptaugenmerks auf "sauberes” DU, während
das real für den Einsatz in Waffen verwendete DU mit den extrem
toxisch-radioaktiven Isotopen U-236, Plutonium und anderen Transuranen
verunreinigt ist. Der
Mangel an frühzeitiger Identifikation und medizinischer Überwachung der von
Uranexposition betroffenen
Personen, das Ignorieren von Erkrankungen, die auf die von der Exposition
hervorgerufenen Immunitätsschwäche zurückgehen, und der akuten bis
chronischen Auswirkungen langfristiger Exposition gegenüber einer als
geringwertig eingestuften Urankontamination. Die
einseitige Ausrichtung auf "gesunde Soldaten" wie auf die relativ
schwache radioaktive Strahlung, wie sie von metallischem DU in Stückform (z.B.
Schrapnellsplitter im Gewebe) ausgeht, anstatt den mit Nahrung oder Atemluft in
den Körper gelangten löslichen Uranoxidstaubpartikeln Aufmerksamkeit zu
schenken. (Die Uranoxidstäube enthalten lösliche Komponenten mit kurzfristig
toxischer Wirkung wie unlösliche, die langfristig toxisch und radioaktiv wirken
und solche von naturfremder keramischer Form. Die
Verfälschung der Ermittlung des Ausmaßes von DU- Kontaminationen durch
Zugrundelegung weit größerer Flächen als der tatsächlich davon betroffenen;
und analog hierzu, die Ermittlung von Strahlendosen anhand des Volumens ganzer
Innenorgane anstelle der unmittelbar betroffenen Zellen. Die
Übernahme der optimistischen Darstellung, die aufgenommenen DU- Mengen würden
vom Körper größtenteils wieder
ausgeschieden, wobei unbeachtet bleibt, dass die Lunge eingedrungene Partikel zu
den Lymphdrüsen weiter befördert. Das
Ignorieren der Tatsache, dass schon die Elimination löslicher
Uranoxidverbindungen die Nieren überfordert. Unlösliche Uranoxide und
keramische Uranoxidverbindungen können die Nieren nur langsam passieren und
verursachen keine ernsthaften Nierenvergiftungen. Das
Fehlen deutlicher Hinweise darauf, dass schon die bei einem einzigen DU-
Kampfeinsatz aufgenommene Dosis das Lymphsystem schädigt, das Veteranen eines
damit geführten Krieges jedoch an vielen solcher Einsätze teilgenommen haben dürften. Die
Übernahme von Erkrankungs- und Sterblichkeitsraten aus den Statistiken der
ICRP, die in Bezug auf die Erfassung interner Strahlungsdosen und unlöslicher
Uranoxidpartikel wertlos sind. Das
Übergehen (=Verbergen) der Tatsache, dass die von im Körper eingelagertem Uran
ausgehende Strahlung nicht nur unmittelbar Krebserkrankungen auslösen kann,
sondern überdies die Entwicklung solcher Krebserkrankungen beschleunigt, die
primär auf andere Ursachen zurückgehen (die früh nach dem Balkankonflikt
aufgetretenen Krebserkrankungen könnten zu den letzteren zählen). Gesicherte Fakten vorausgesetzt, lassen sich besonnene
Wissenschaftler Fehler und Versäumnisse nicht zuschulden kommen. Ebenso wie
statistische Analysen bieten auch ”Epidemiologische Studien” eine Vielfalt
von Täuschungsmöglichkeiten, um so mehr, wenn das Ergebnisse ihrer
Manipulation anfängliche Erwartungen bestätigt. So verfallen die
”Entschuldiger” der Uranauswirkungen dem Irrtum, Schätzungen der
Krebshäufigkeit bei Veteranen an entsprechenden Statistiken der
Gesamtbevölkerung zu messen; sie übersehen, dass die letztere Gruppe gar nicht
damit vergleichbar ist. Außerdem sind alle offiziellen
epidemiologischen Statistiken nach unten ”korrigiert”, da dank der
globalen radioaktiven Verseuchung die ”natürliche Hintergrundstrahlung”
langsam, aber stetig anwächst. Ein weiteres Beispiel dafür bot die WHO nach
dem Krieg im Kosovo, als sie den Erkrankungen, die auf das bei der
NATO-Bombardierung freigesetzte DU zurückzuführen waren, eiligst die Daten über
Krankheiten mit ähnlichen Symptomen gegenüberstellte, die vor dem Konflikt
aufgestellten Statistiken entstammten. Die Statistiken sind allein schon deshalb
nicht vergleichbar, weil sie auf unterschiedlichen Bevölkerungsdaten basieren:
Nachdem etwa 300 000 bis 400 000 Gegner der albanischen Extremisten den Kosovo
verlassen hatten, strömte eine weit größere Zahl albanischer Immigranten ins
Land. Vor 1999 hatten die Kosovo-Albaner die
Gesundheitsvorsorge des jugoslawischen Staates boykottiert; demzufolge
hatten die Statistiken, auf die sich die WHO berief, bestenfalls
fragmentarischen Charakter. Die US-Regierung hat zugegeben, dass während der
mittlerweile 50 Jahren praktizierten Herstellung von Kernbrennstoffen aus Uran
keine ernstzunehmenden epidemiologischen Studien ausgeführt wurden.
Vorhergehende Studien konzentrierten sich auf durch Krebs verursachte Todesfälle
als biologischem Endpunkt, während chronische Erkrankungen, deformiert geborene
Säuglinge und andere medizinische Probleme ignoriert wurden. Von körperinternen
Quellen ausgehende Strahlungsdosen wurden nie in die Kalkulationen der Studien
über Atombomben einbezogen; so können diese Studien auch keinerlei
Aufschluss über die biochemischen Pfade radioaktiver Partikel im Körper
geben. Dennoch baut der analytische Apparat der ICRP ausschließlich auf diese
falschen Daten. Die ”Wissenschaftler” der NATO verwenden Schätzungen der
ICRP, die sich auf Uranstaub beziehen, der bei Verarbeitungsprozessen in der Nuklearindustrie anfällt, und nicht auf Aerosole, die
(einschließlich keramischer Komponenten) bei
Treffern von Uranwaffen freigesetzt werden. Eine Analogie herzustellen
zwischen Uranpartikeln, die unter den unwägbaren Bedingungen militärischer
Einsätze entstehen zu solchen Uranpartikeln, die unter den weit exakter
kontrollierbaren Bedingen der Nuklearindustrie anfallen, hieße Äpfel mit
Birnen vergleichen; dank der Vertuschungspraktiken der Industrie hat sie dennoch
Eingang in die offiziellen Daten gefunden, die damit wertlos sind. Das Einatmen
von Uranstaub aus der industriellen Verarbeitung ist biochemisch nicht mit dem Einatmen von Uranoxid-Aerosolen mit
keramisierten Uranpartikeln gleichzusetzen. Der andere Faktor Die Riege der NATO- ”Wissenschaftler” hebt
den ”anderen Faktor” der Golfkriegs- und Balkan-Syndrome hervor. 1999 veröffentlichte
RAND einen "Report" zur gleichen Zeit, als die Operation Allied
Force DU die Absolution erteilte und denjenigen Medikamenten die Schuld
zuwies, die die Soldaten im Golfkrieg zum Schutz gegen chemische Waffen bekommen
hatten. Im ”Kosovo- DU- Skandal” wies die NATO die Schuld
Chemikalien zu, die in Holz enthalten waren, das die Soldaten gehandhabt
hatten, sowie dem Benzol, mit dem sie vermutlich Gewehre gereinigt hatten. Die
Soldaten bestritten, Benzol benutzt zu haben. In den Medien nannten darüber
hinaus natürliche Asbestablagerungen und Bleiverseuchungen im Kosovo als mögliche
Ursachen, um die Aufmerksamkeit von DU abzulenken. Inmitten der Debatte über
den DU- Einsatz auf dem Balkan, nannte Associated Press in einem Bericht aus dem
Kosovo noch weitere Ursachen: Blei, ungereinigte Abwässer, Staub aus einem
Zementwerk und Toxine aus verwahrlosten Betrieben. Colonel David Lam von der US Army kündigte an:
"Ich denke, wir müssen alle möglichen Ursachen in Betracht ziehen, so wie
andere Schadstoffe und Gefährdungen, und uns nicht nur auf DU
konzentrieren." Dr. Milan Orlić, Vorsitzender der Gesellschaft für
Nuklearwissenschaften im Vinča Institute, sagte bei im Januar 2001 bei
einer Konferenz in Athen, dass das Balkan-Syndrom eher mit anderen Wirkstoffen
in Beziehung stehe als mit DU. Ein Abschnitt des Vortrags führte (den Anstieg
von?) Nierenleiden auf dem Balkan auf die Kontamination von Grundwasser mit
Toxinen aus Kohlehalden zurück. Nach dem Golfkrieg, der Einsatz und Freisetzung
eines bunten Cocktails aus Giftstoffen erfahren hatte - von den zerstörten Beständen
irakischer chemisch-biologischer Waffen bis zu DU- Geschossen aller Art - reihte
sich der "andere Faktor" nahtlos in die DU- Vertuschungspolitik ein.
Wahrscheinlich wird man auch bei anderen Konflikten wie auf dem Balkan oder
anderswo so verfahren, sobald die durch den Uranwaffeneinsatz ausgelösten
Krebserkrankungen einen höheren Tribut fordern. Die Impfungen, die den Soldaten
verabreicht wurden, können unmöglich als Ursache dafür herhalten, dass die
ortsansässige Bevölkerung unter dem gleichen Syndrom leidet wie sie; zudem gab
es auf dem Balkan weder den Rauch brennender Ölquellen noch hat ”Milosevic”
chemische Waffen gegen sein eigenes Volk eingesetzt. Die wahren Urheber für das
massive Auftreten des Golfkriegs-Syndroms in der irakischen Bevölkerung hatten
das vor allem den letzteren beiden Faktoren zugeschrieben, obwohl keine unabhängige
epidemiologische Studie ausgeführt worden war. Nach dem die BBC im April 2002 über den
unmittelbaren Zusammenhang zwischen DU- Geschossen und einer um das 20-fache
gestiegenen Krebserkrankungen von Kindern im Südirak berichtet hatte, warf man
dem Sender vor, er gehe mit Hussein's Propaganda hausieren. Dr. Richard Guthrie,
Experte für chemische Kriegsführung von der Universität Sussex, sagte dass es
ungleich wahrscheinlicher sei als dass irgendwelche in der Kindheit
aufgetretenen Krebserkrankungen durch das Senfgas verursacht würden, das Saddam
1986 gegen sein eigenes Volk eingesetzt hatte. Prof. Brian Spratt, dem die
britische Royal Society die Leitung der Nachforschungen über DU übertragen
hatte, sagte: "Der behauptete
Anstieg der Raten von Missbildungen Neugeborener und Krebserkrankungen im
Kindesalter im Irak ist unmöglich zu bemessen, da es keine Vergleichsdaten über
die Zeit vor dem Krieg gibt.” Dr. Michael Clark, ein Sprecher des National
Radiology Protection Board in London (das eng mit der ICRP verbunden ist), hielt den Bericht für "nicht ganz
objektiv," da es schwierig sei, zuverlässige Informationen aus dem Irak zu
bekommen. Wer jedoch richtig hinsieht, finden die
Informationen sehr wohl. Dr. Chris Busby (www.llrc.org)
stellte Leukämieknoten
bei Irakischen Kindern mit einem Alter von fünf bis neun Jahren fest, die nach
dem Golfkrieg geboren waren, während sich dieses Krankheitssymptom
normalerweise von der Geburt an bis zum Alter von vier Jahren zeigt. Somit sind
die Behauptungen über ”Hussein's Senfgas” wie andere Gegenargumente der oben zitierten Behörden alles
andere als wasserdicht. Busby stellte auch den unmittelbaren Zusammenhang fest,
der zwischen dem Anstieg der Leukämiefälle bei Kindern und den Bezirken
besteht, in denen DU- Munition eingesetzt worden war. Gegenüber den in Bagdad
gemessenen Werten der a-Aktivität der Luft ergaben seine Messungen in der Umgebung der
Desert- Storm- Schlacht-felder eine 20 Mal stärkere a-Aktivität. In Basra war sie um das zehnfache größer als in
Bagdad. [Al Ahram, 3. bis 9. Oktober 2002]. Die Wissenschaft als Gefangene Die Strahlungsintensität in DU- belasteten
Bereichen wird mit Geigerzählern gemessen, die nicht auf a-Partikel
ansprechen. Der portugiesische Wissenschaftsminister Dr. Mariano Gago teilte
Reportern mit, ”DU sei das
falsche Problem.” Sein Team habe nicht ”das kleinste bisschen Radioaktivität
in irgendeinem Teil des Kosovo entdeckt.” Einen Geigerzähler schwenkend, erzählte
Dr. Fernando Carvalho darauf den Reportern ebenfalls, dass überhaupt keine
Strahlung gefunden wurde. Dazu ist zu bemerken, dass die Politiker diese
Aussagen machten, noch ehe die wissenschaftliche Auswertung der Messungen
vorlag. Die erste UNEP-Studie hatte keinen größeren kontaminierten Bereich
entdecken können, weil ihr Team nicht adäquat ausgestattet war - um a-Strahlung zu erfassen, fehlten die
geeigneten Messgeräte. Bei einer von NATO- ”Experten” im Auftrag der Europäischen
Kommission durchgeführten Studie war es ihnen nicht gelungen, Einwirkungen auf
die Gesundheit bei einer Strahlungsintensität unterhalb 100 mSv, festzustellen,
der Wert ist zwar niedrig, aber dennoch gefährlich und entspricht der Strahlung
eines DU- Partikels im Gewebe. Dr. Bertell kommentierte: ”Man sollte als
selbstverständlich annehmen, dass man die
Wahl der Messinstrumente der geforderten Genauigkeit der Messung anpasst […]
Um die Dicke von Papier zu messen, nimmt ja auch besser eine Micrometerschraube
anstatt eines Metermasses.” Die Website der NATO [www.nato.int/kosovo/010110du.htm]
deutet auf
die Korruption internationaler Organisationen, Forschungsinstituten, Instituten
für strategische Studien und Universitäten hin, die von Pentagon und NATO angeworben wurden, um Falschinformationen
über DU zu verbreiten. Die ”objektiven” Berichte aus dem Pentagon finden
sich auf vielen Websites wieder, die über Links von unabhängigen Websites aus
erreicht werden können, auf den NATO-Websites sucht man solche Links jedoch
vergeblich. Die NATO- ”Forschung” versäumt es, Soldaten oder
Zivilangestellte umgehend zu untersuchen, wenn sie, die DU gegenüber exponiert
waren. Falls doch ”Untersuchungen” eingeleitet werden, behält das Militär
die Kontrolle darüber. Der frühere Generalsekretär der NATO und spätere Außen-
und Sicherheitsminister der EU Javier Solana führte die Ad-hoc-Untersuchung der
NATO an, deren Ziel es war, zu beweisen, dass DU sicher sei. Noch bevor die
Untersuchung begonnen hatte, erklärte Solana, ”es lägen keine Erkenntnisse
vor, die auf eine Verbindung zwischen den von NATO-Personal gemeldeten
Erkrankungen und der Verwendung von DU- Munition schließen ließen.” Die zu
einem Treffen des Ad-hoc- Komitees geladenen medizinischen 'Spitzenexperten'
konnten ”keine Zunahme der Erkrankungsfälle oder der Sterblichkeitsrate bei
im Balkan eingesetzten Soldaten gegenüber jenen Soldaten, die nicht dorthin
verlegt wurden.” In Windeseile ließ das Komitee Tausende von Soldaten
”untersuchen”, die bei IFOR, SFOR und KFOR- Truppen gedient hatten, dazu
eine nicht unbedeutende Zahl der in den Balkan entsandten Polizeikräfte. Die Europäische Kommission befragte eine
”Gruppe unabhängiger Experten” ob "Hunderte, wenn nicht sogar
Tausende", des EU-Personals und Vertragsangestellten, die auf dem Balkan
gearbeitet hatten, Gesundheitsschäden befürchten müssten, die der Exposition
gegenüber der von DU ausgehenden "leichten Radioaktivität"
zuzuschreiben wären. Der Ergebnisbericht wurde am 6. März 2001 veröffentlicht.
Die ”Experten” entpuppten sich als Physiktheoretiker, die zwar die ICRP-
Empfehlungen gut anzuwenden wussten, von Toxikologie oder Biophysiologie jedoch
sehr wenig verstanden. Die ”Experten” kamen zu dem Schluss, dass ”eine
radiologische Exposition gegenüber DU zu keinen feststellbaren Auswirkungen auf
die menschliche Gesundheit führe; es lägen keine Erkenntnisse vor, die die
Hypothese stützten, eine Exposition gegenüber toxischen und karzinogenen
Chemikalien könne mit einer Belastung durch radioaktive Strahlung einhergehen.
Die Wissenschaftler S. Kaiser und R. Bertell bescheinigten der Schlussfolgerung
der EU-Experten, sie sei ”nutzlos und diene im Gegensatz zur ausdrücklichen
Absicht weder dem Schutz der Veteranen (des Balkankrieges) noch der Öffentlichkeit,
” und schlossen, dass sie ”wenig zu einem ernsthaften Dialog über DU
beigetragen habe.” Zur gleichen Zeit werden die Ergebnisse unabhängiger
Untersuchungen verheimlicht. Das portugiesische Verteidigungsministerium
weigerte sich, die Leiche des an Leukämie gestorbenen Hugo Paulino (zur
Obduktion) freizugeben. Das Ministerium tarnte seine Todesursache vorsätzlich
als "Gehirn-Herpes" und verweigerte seiner Familie die Erlaubnis, eine
gerichtsmedizinische Untersuchung der Leiche zu veranlassen. Diese Praxis
erinnert an die Vertuschungsstrategie des Golfkriegs-Syndroms bei den Streitkräften
der USA, Großbritanniens und ihrer Alliierten. Die Veteranen haben sich
organisiert, um ihre Rechtsansprüche durchzusetzen. Von etwa 750 000
Golfkriegsveteranen in den USA und in Großbritannien leiden nachweislich über
200 000 an dem Syndrom, und mehr als 10 000 sind inzwischen verstorben. Die Behörden
schubsen erkrankte Veteranen herum und verweigern ihnen eine adäquate
medizinische Versorgung und Entschädigung. Militärärzte diagnostizieren
”Stress nach Kampfeinsatz”. Krank und behindert, sehen sich die Veteranen
ohne Mittel, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, alleingelassen. Verzweiflung
treibt viele zu Selbstmord und Überfälle auf die Bürokratie. Eine 1990 von der ICRP herausgegebenen Revision der zulässigen
Grenzwerte reduzierte die zulässige Dosis schwach- radioaktiver Strahlung um
den Faktor fünf. Da die USA diese Revision nicht akzeptiert haben, behaupten
sie weiter, ihre Soldaten seien während des Golfkriegs nur "sicheren"
Strahlungsdosen ausgesetzt gewesen. Die Erforschung ionisierender Strahlung
obliegt in den USA der zivilen, aber vom Militär gelenkten
Atomenergiekommission (AEC), die kein Interesse an der Erforschung der Gefahren
hat, die von ihren Forschungsobjekten ausgehen. Alle vier ausgezeichnete
Wissenschaftler, haben John Gofman, Karl Morgan, Thomas Mancuse und Alice
Stewart früher bei der AEC gearbeitet; nachdem sie den Beweis erbracht hatten,
dass auch schwach-radioaktive Strahlung Krebs auslöst, sahen sich alle vier
massiven Einschüchterungsversuchen ausgesetzt. Für eine Golfkriegsveteranen betreffende
US-Studie wurden seit 1993 lediglich 60 Personen untersucht, von denen mindesten
zwei an Krebs erkrankt waren. Obwohl man von seiner schwerwiegender DU-
Exposition überzeugt war, wurde ein Veteran aus der Studie ausgeschlossen; er
war nach dem Krieg Vater zweier Kinder geworden, die mit Gesundheitsschäden
geboren wurden. Die Website des Pentagon bestätigt zwar Krebserkrankungen
innerhalb der im Rahmen der Studie untersuchten Gruppe; dennoch log der Militärsprecher
Dr. Michael Kilpatrick in seinem Bemühen, die öffentlichen Belange herunter zu
spielen, vor den Botschaftern der Staaten des Nord Atlantik Rates und dem
NATO-Pressekorps im Januar 2001: ”Wir haben keine Krebs- oder Leukemiefälle
in dieser Gruppe festgestellt, die seit 1993 kontinuierlich beobachtet wurde.”
Im Juni 2001 teilte Colonel Francis O'Donnell den von europäischen Regierungen
entsandten Wissenschaftlern ebenfalls mit, dass unter den 60 untersuchten
Veteranen keine Krebsfälle aufgetreten seien. Im Oktober 2002 bezichtigte der stellvertretende
Vorsitzende der amerikanischen Golfkriegsveteranen, Denise Nichols, die
US-Administration und den Kongress der ”Verantwortungslosigkeit” und warf
ihnen vor, beim ”Lernen der Lektionen”, die medizinische Versorgung der
Veteranen sicherzustellen, versagt zu haben. Nichols machte deutlich, dass auch
die Zivilbevölkerung unvorbereitet geblieben sei, weil die ”Lektionen” vom
Militär ignoriert würden: ”Ärzte und Forscher, die die Realität der
Golfkriegskrankheit gesehen haben, haben verzweifelt zu helfen versucht, aber
man hat sie ignoriert und ihre beruflich angegriffen.” Nichols behandelte auch
die dokumentierte Praxis des Pentagon, die medizinische Dokumentation (der
erlittenen Gesundheitsschäden) von Veteranen zu sabotieren, um die realen
Folgen des Golfkriegs zu verbergen. Weiter lastete er der Regierung an, ihre
Kontrolle über die Finanzierung der Forschung zur Verhinderung der Verbreitung
von Erkenntnissen zu missbrauchen. Derweil sorge das Pentagon weder für die
Fortbildung seiner Ärzte in Bezug auf die Golfkriegskrankheit, noch engagiere
es sich in deren ernsthafter Erforschung, noch sorge es für echte Optionen zur
Behandlung kranker Veteranen. In 2002 protestierten US-Veteranen dagegen, dass
ihre Blut- und Gewebeproben von Militärbehörden unter Verschluss gehalten und
damit einer unabhängigen Untersuchung vorenthalten werden. Von
NATO-Stellen autorisierten Tests lassen die maßgeblichen Kriterien unberücksichtigt.
DU kann im Urin nachgewiesen werden - lösliche DU- Verbindungen sind immer von
unlöslichen begleitet, aber irgendwie gelingt es den regierungskonformen Tests
nicht, sie festzustellen. Ein quantitativ 'normaler' Urangehalt im Urin bedeutet
nicht, dass keine Gefahr oder Gesundheitsgefährdung davon ausgeht. Obwohl die
chemische Analyse der Lymphknoten verstorbener Opfer die lymphatische Ursache
eindeutig belegen würde, sind von der Regierung keine Befundergebnisse
entsprechender Autopsien zu erhalten. Nachdem auf dem Balkan eingesetzte italienische
und spanische Soldaten an Leukämie und Lymphknotenschwellungen erkrankt waren,
gab das Pentagon am 30.10.2001 ein Papier über die Folgen des DU- Einsatzes auf
dem Balkan heraus [http://deploymentlink.osd.mil/du_balkans/index.html]. Als sei
das Papier nur zu dem Zweck erstellt worden, Kritik gegen den möglichen Einsatz
von Uranwaffen in Afghanistan abzuwehren, war darin zu lesen: ”Im
Balkankonflikt ließen sich keine Zusammenhänge zwischen DU- Exposition und
negativen Auswirkungen auf die Gesundheit feststellen.” In entsprechenden
italienischen Statistiken entdeckte Dr. Busby, dass sie sich auf ungültige
Bezugsgruppen bezogen. Seine Nach-Analyse ergab das 11-fache der erwarteten
Rate. Das Pentagon-Papier hatte ”Arbeiten” der
Royal Society (UK), der WHO, der UNEP und der ACLS zitiert. Der zweite
Bericht der Royal Society (2002) erkannte zwar an, dass akuten Expositionen
gegenüber Uranoxid eine tödliche Toxizität folgte, ließ jedoch niedrige
Strahlungsdosen und deren radiologische Folgen weiterhin außer acht. Mit hoher
Wahrscheinlichkeit sind gegen harte Ziele gerichtete Bomben und Lenkgeschosse im
westlichen Kosovo zum Einsatz gekommen - dem Sektor, in dem italienische,
portugiesische und spanische Truppen Dienst taten. Eine Neuerfassung der
Urankontamination und ihrer Folgeschäden müsste auch diejenigen Ziele in die
Untersuchung einbeziehen, die in den Balkan-Studien der UNEP ausgelassen wurden.
Schlussfolgerung Die Pro-Uranwaffen-Propaganda operiert innerhalb
des Vertuschungssystems des Nuklearkomplexes. Seinen Kern hat sie in dem von
Grund auf mangelhaften Modell der Internationalen Kommission für Strahlenschutz
(ICRP), deren Festlegung gemäß die von feinen Uranpartikeln ausgehende
Strahlung niedrigen Pegels keine Gefahr darstellt. Befürworter von Kernkraft
und Uranwaffen ziehen das Modell empirischen
Erkenntnissen vor, die sie mit einem Spinnennetz ausgefeilter
Falschinformationen und Tatsachenverzerrungen zu unterdrücken suchen, das so
weit reicht wie der Einfluss der internationalen Organisationen, die für die öffentliche
Gesundheit verantwortlich zeichnen. Angesichts des angerichteten Schadens drängt
z.B. Williams darauf, solchen Aktionen Priorität einzuräumen, die den
Teufelskreis aus Lügen und von Uranwaffen ausgelöstem menschlichem Leid
umzukehren vermögen: Waffeninspektionen
zur Identifikation derjenigen Waffen, die Uran beinhalten, Inspektion
der Ziele, um die von Uranwaffen getroffenen und kontaminierten zu ermitteln, Erhebungen
und Überwachung des Gesundheitszustandes und Unterstützung der in der Umgebung
urankontaminierter Bereiche lebenden Bevölkerung, and Grundlegende
Revision aller Forschungen, die sich bisher auf DU allein beschränkt haben
anstatt sich Uranwaffen im Allgemeinen zu widmen. Beobachter sind überzeugt, dass die DU-
Vertuschungskampagnen bezwecken, die Akzeptanz der gegenwärtigen, als
Nicht-Nuklearwaffen geltenden Uranwaffen gegen harte Ziele sowie kleine
Nuklearsprengköpfe und künftige, auf Kernfusion basierenden Nuklearwaffen in
der Öffentlichkeit zu erleichtern. Alle diese Waffen ziehen eine Kontamination
mit geringen Strahlungspegeln nach sich. Ein zukünftiges Kampfszenario mit
Mikro-Fusions-Waffen lässt sich in eine radioaktive Belastung niedrigen Pegels
übersetzen, die der an den DU- Kriegsschauplätzen gleichzusetzen ist [Gsponer
et al., 2002]. So würde auch ein Verzicht auf radiologische Uranwaffen und
Fissions-Waffen im 21. Jahrhundert die bei künftigen Kriegen freigesetzte,
'schwache' radioaktive Strahlung die Gefährdung von Gesundheit und Umwelt nicht
verringern. Solange die 'legalen' Verträglichkeits-Schwellwerte
für so genannte Strahlung niedrigen Pegels nicht aufgehoben werden, werden die
'Staatsverbrecher' ihre nicht-nuklearen, aber dennoch radiologischen Uranwaffen
weiter nutzen und wider die Gesetze der Menschlichkeit handeln, um immer größere
Teile unseres Planeten dem Gefahrenrisiko auszusetzen. Letztendlich könnte das
für die gesamte Menschheit in einer massiven, langfristigen Katastrophe enden,
weit über die Grenzen radioaktiver Kriege hinaus. Daher sehen die Autoren die
einzige Lösung des Problems in einer vollständigen und universellen Beendigung
von Entwicklung, Herstellung, Tests, und Einsatz dieser Waffen von
unterschiedsloser, verzögerter Massenvernichtungswirkung. Ein erster Schritt
auf diese Beendigung zu stellt das dem Kongress der Vereinigten Staaten
vorgelegte Papier H.R. 3155 dar. Quellenangaben Piotr
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Afghanistan? www.eoslifework.co.uk/du2012.htm Dai
Williams, US Patents confirm Uranium warheads, www.eoslifework.co.uk/u23.htm#USpatreport ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Dr.
Piotr Bein erlangte den Magistertitel an der Technischen Universität von
Dänemark und promovierte mit seiner Arbeit über Angewandte Entscheidungs- und
Risikoanalyse an der Universität von British
Columbia, Kanada. Als
Mitglied des Instituts für Risikoforschung der Universität von Waterloo,
Kanada, übernahm er die fachliche Beratung bei einem kürzlich erschienenen
Bericht des Europäischen Komitees für Strahlenrisiken. Seine 30-jährige
Karriere umfasst die Arbeitsfelder eines graduierten Ingenieurs, der
Risikoanalyse, der Umweltwirtschaft, und der Erforschung sozio- ökonomischer
Auswirkungen atmosphärischer Veränderungen, die sein Interesse auf die
Informationskriegsführung nach dem NATO-Angriff auf Jugoslawien lenkten. Dr.
Karen Parker erlangte den Titel Doctor Juris h. c. an der School of Law
der Universität San Francisco und ein Diplom (cum laude) am Internationalen
Institut für Menschenrechte (Strasbourg, Frankreich). Einen Grossteil der
Arbeit ihrer zwanzigjährigen Karriere befasst sich mit Menschenrechten und
den Gesetzen der Menschlichkeit und entstand bei den Vereinten Nationen und
des Forums für Menschenrechte der Organisation Amerikanischer Staaten. In
1996 stieß sie auf Erkenntnisse über den Einsatz von DU- Waffen im
Golfkrieg, und seither setzt sie sich mündlich und schriftlich dafür ein,
die Illegalität dieser Waffen zu belegen, sowohl vor den Vereinten Nationen
wie anderswo. © Copyright Piotr Bein und Karen Parker, 2003. Alle Rechte
vorbehalten. Die Erlaubnis zur Verbreitung dieses Textes über
nicht-kommerzielle Community Internet Sites gilt als erteilt, sofern Quelle und
URL angegeben werden, das Papier unverändert belassen wird und die
Copyright-Notiz wiedergegeben wird. Um den Text in gedruckter und/oder anderer
Form oder auch auszugsweise zu veröffentlichen, einschließlich kommerzieller
Internet Sites, kontaktieren Sie bitte Piotr Bein Ţ
MACROBUTTON HtmlResAnchor piotr.bein@imag.net
und Karen Parker Ţ
MACROBUTTON HtmlResAnchor ied@igc.org __ |
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Initiative Bundeswehr abschaffen | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zuletzt geändert: 09.07.2006 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||