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Uranmunition

Prof. Dr. Dr. med. habil Siegwart Horst Günther

Dr. med. Ralf Cüppers (Hrsg.)

Uran-Geschosse

Deutsche Friedensgesellschaft –
Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

http://www.bundeswehrabschaffen.de

 

Impressum:

Herausgeber:        Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

                               Postfach 1426, 24904 Flensburg

Email:                     flensburg@bundeswehrabschaffen.de

Redaktion:            Dr. med. Ralf Cüppers       (verantwortlich i. S. d. P.)

                               3. erweiterte Auflage, Flensburg, Dezember 2002

Internetadresse:   http://www.bundeswehrabschaffen.de

                        http://www.uranminution.de

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Mit der Veröffentlichung dieser Broschüre (Erstauflage März 2000) wollten wir das Wis­sen über die Folgen von Uranmunition einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen. Die verantwortlichen Politiker sollen veranlasst werden, auf die Herstellung. Lagerung und Anwendung von Uranmunition zu verzichten und die Altbestände zu vernichten. Es gab insbesondere zu Beginn des Jahres 2001[1] ausführliche Informationen und Diskussionen in der Tages- und Wochenpresse, Radio und Fernsehen,. Auf diese Berichterstattung hat die Militär- und Atomlobby mit gezielter Desinformation und Verharmlosung reagiert.

In dieser erweiterten Neuauflage mußten wir ein weiteres Kapitel über den Einsatz von Uranmunition im NATO-Krieg gegen Afghanistan einfügen und angesichts eines weiteren Angriffes auf den Irak ist zu befürchten, daß das letzte Kapitel noch nicht geschrieben ist.

Nach der Veröffentlichung der ersten beiden Auflagen haben noch andere am Thema inter­essierte Menschen mit zusätzlichen Informationen und ihrer Sichtweise dazu beigetragen, diese Broschüre zu verbessern. Stellvertretend sei genannt Erich Schempp, der schon vor fast 20 Jahren als Soldat der Bundeswehr mit Uranmunition in Berührung kam.

Naturwissenschaftliche Grundlagen
zum Verständnis der „nachhaltigen Kriegsführung“

Woraus bestehen Urangeschosse?

Abgereichertes Uran 238 ist das Abfallprodukt, das bei der Herstellung von Brenn­elementen für Atomkraftwerke übrig bleibt.                                           (siehe aber auch Seite 28)

Um in einem Atomkraftwerk Energie zu erzeugen, werden atomare Brennelemente benö­tigt, die aus spaltbarem Uran 235 bestehen. Bei der Kernspaltungsreaktion des Uran 235, die durch ein Neutron ausgelöst wird, ergibt sich beispielsweise:

·       ein Atom Barium 139 + ein Atom Krypton 94 + drei Neutronen oder

·       ein Atom Cäsium 140 + ein Atom Rubidium 93+ drei Neutronen oder

·       ein Atom Xenon 144 + ein Atom Strontium 90 + zwei Neutronen,

jeweils unter Abgabe von großer Energiemenge: 1 kg Uran 235 ergibt eine theoretische Ausbeute von etwa 20.000 Megawattstunden, das ist etwa der Jahresbedarf für 6000 Haus­halte. Da im Ergebnis einer Kernspaltungsreaktion jeweils zwei oder drei weitere Neutro­nen frei werden, können diese eine Kettenreaktion auslösen, wenn sie auf weitere Uran 235-Kerne treffen.

Natürliches Uran enthält nur zu 0,7% spaltbares Uran 235, jedoch 99,3% nicht spaltbares Uran 238. Auf ein Atom Uran 235 kommen 140 Atome Uran 238. Dies hat für die Atom­energieerzeugung den Nachteil, daß dieses nicht spaltbare Uran 238 ebenfalls Neutronen anlagert: Uran 238 wird zu Uran 239 und zerfällt dann sofort unter Abgabe von b-Strah­lung zu instabilen Neptunium 239, woraus dann wiederum unter Abgabe von b-Strahlung stabiles Plutonium entsteht. Somit hat man zwar Plutonium gewonnen, die atomare Ener­gieproduktion ist jedoch zum Stillstand gekommen. Eine atomare Kettenreaktion ist nur dann möglich, wenn der Anteil des spaltbaren Uran 235 von 0,7% auf mindestens 3,2% er­höht wurde. Dann werden durch die Spaltung von Uran 235 mehr Neutronen frei als durch Uran 238 verbraucht werden. Für eine kontrollierte Kettenreaktion im Atomkraftwerk will man im Idealfall genau ein freies Neutron pro gespaltenem Urankern behalten. Man wird also für atomare Brennelemente das Uran 235 deutlich über 3,2% anreichern und die über­zähligen Neutronen durch eine regelbare Vorrichtung aus neutronenabsorbierenden Schwermetallstäben (aus Cadmium oder Blei) abfangen. Hochangereichertes Uran kann bis zu 20% Uran 235 enthalten.

Für einen 1.300 Megawatt Atomreaktor werden jährlich etwa 30 Tonnen angereicherter Uranbrennstoff gebraucht. Um diesen zu erzeugen, werden etwa 240 Tonnen natürliches Uran gebraucht. Da Uran 238 schwerer ist als Uran 235, wird es als Uranhexafluorid in gasförmigem Zustand mit einem aufwendigen Zentrifugenverfahren getrennt. Das Uran 235 wird dabei nicht vollständig herauszentrifugiert. Abgereichertes Uran enthält eine geringe Menge spaltbares Uran 235 und ist 40 % weniger radioaktiv als natürliches Uran. Je nach Anreicherungsgrad fallen auf eine Tonne atomarer Brennelemente eine vielfache Menge von abgereichertem Uran ab, am Beispiel des 1.300 Megawatt Atomreaktors sind das in ei­nem Jahr 210 Tonnen. Für die Atomindustrie ist es Abfall und ein teures Entsorgungs­problem. Abgereichertes Uran muß als schwachradioaktiver Sondermüll gelagert werden.

Wenn nun die Rüstungsindustrie aus dem abgereicherten Uran Munition herstellt, entsteht doppelter Profit.

Abgereichertes Uran ist keinesfalls harmloser als das natürlich vorkommende Uran. Das abgereicherte Uran besteht aus 99,8% U 238 und 0,2% U 235, das natürlich vorkommende Uran besteht aus 99,3% U 238 und 0,7% U 235. Für U 238 beträgt die spezifische Aktivi­tät 12450 Bq/g und für U 235 80010 Bq/g. Somit kann der Leser leicht nachrechnen: Die Radioaktivität des abgereicherten Urans beträgt demnach 97,4% der gleichen Menge des natürlichen Urans. Somit würde die Aktivität des auf 0,2 % abgereicherten Natururans auf­grund der Gammastrahlung aller in den Zerfallsreihen vorkommenden Nuklide eine Aktivität besitzen, die nur unwesentlich geringer ist als die des natürlichen Urans und un­wesentlich höher ist als die des reinen U 238.

Wirkung der Munition aus abgereichertem Uran

Uran ist eines der Elemente mit dem höchsten spezifischen Gewicht bzw. der höchsten Dichte. Wasser hat definitionsgemäß die Dichte 1, Eisen oder Stahl um 7,9. Blei liegt bei 11,3 und Uran über 19,3 g/cm³. Somit ist es zweieinhalbmal schwerer als Eisen und im­merhin noch 1,7 mal schwerer als Blei. Nur die Edelmetalle Gold (19,3 g/cm³) und Platin (21,5 g/cm³) sowie die seltenen Metalle Wolfram (19,3 g/cm³), Rhenium (20,5 g/cm³) Os­mium und Iridium (je 22,6 g/cm³) und die radioaktiven Transurane Neptunium (20,5 g/cm³) und Plutonium (19,7 g/cm³) sind vergleichbar schwer. Das auf der Titelseite abgebildete, fingergroße Geschoß hatte eine Masse von 257 Gramm.

           1 Liter Wasser = 1 kg  1 Liter Uran = 19,3 kg

Je höher die Masse eines Geschosses, um so höher ist bei gleicher Geschwindigkeit die Energie, also die Durchschlagskraft. Für Munition wird traditionell Blei verwendet. Der Müll der Atomindustrie liefert ein Geschoß, das mindestens 1,7 mal schwerer ist als Blei.

Urangeschosse erreichen eine Geschwindigkeit von 1000 m/sek = 3600 km/h. Das 275 g schwere Geschoß der 30mm Kanone enthält dann die Bewegungsenergie (½mv²) eines Kraftfahrzeuges von 700 kg bei etwa 72 km/h und die Bewegungsenergie vor dem Aufprall ist die gleiche, nur daß es keine Knautschzone gibt und sich die Durchschlagskraft auf eine Fläche von unter 1 cm² konzentriert.

 Urangeschosse sind deshalb in der Lage, auch schwere Panzerungen oder Bunker zu durchschlagen. Beim Aufprall wird ihre Bewegungsenergie in Hitze umgewandelt und das Uran verbrennt. Dadurch wird auch das Angriffsziel in Brand gesetzt. Z. B. brennt es im Innenraum des Panzers, wenn die Stahlplatte durchgeschlagen ist und das Uran sich auf­grund der Reibung beim Durchschlag entzündet hat. Das Verbrennungsprodukt Uranoxid besteht aus unsichtbaren Teilchen mit einer Größe von unter 2,5 mm (0,0025 mm), die sich in der Umwelt als feinster Staub verteilen.

Dem Göttinger Chemie-Professors Rolf Bertram zufolge ist abgereichertes Uran »viel ge­fährlicher« als bislang angenommen. Zwar werde beim Uran 238 in fester Form der größte Teil der radioaktiven Strahlung durch die äußeren Schichten abgeschirmt, durch einen Aufprall verwandele sich das Metall jedoch zu rund 75 Prozent in Feinstaub. »Dabei steigt die Radioaktivität um den Faktor eine bis zehn Millionen an«, sagte Bertram.

Wenn ein Urangeschoß einen menschlichen Körper durchschlägt, ist die Eintrittsstelle klein. Durch die Hitzeentwicklung dehnt es sich dann aus und hinterläßt beim Austritt ein großes Loch. Das Militär nennt dies eine Wunde vom Explosionstyp.

Geschosse aus abgereichertem Uran haben eine andere Wirkung als die Uranbombe, wie sie in Hiroshima eingesetzt wurde. Deren Zerstörungskraft beruhte auf der atomaren Ket­tenreaktion des angereicherten Urans.

Die beabsichtigte Wirkung der Urangeschosse ist die mechanische, panzerbrechende Wir­kung durch Druck- und Hitzewellen. Für Rüstungsarbeiter und Soldaten, die diese Muni­tion herstellen und einsetzen, ist die schwachradioaktive Strahlung dennoch gesundheits­schädlich.

Gesundheitsschäden durch abgereichertes Uran

Erkranken können alle Lebewesen - nicht nur Menschen, - die mit der Uranmuni­tion und dem Uranoxidstaub in Berührung kommen: Rüstungsarbeiter bei der Pro­duktion der Munition, Soldaten beim Transportieren, dem Lagern und beim Ver­schießen der Munition, alle Lebewesen im Einsatzgebiet und alle Lebewesen, die Nahrungsmittel aus dem Einsatzgebiet konsumieren, weil das Uran auch über die Nahrungskette in die Körper gelangt.

Uranoxidteilchen von 2,5 µm Größe kann niemand sehen, riechen oder schmecken. Wenn mit der Nahrung Uranpartikel aufgenommen werden, können nur 0,2% durch den Darm in den Körper gelangen, der Rest wird mit den Exkrementen ausgeschieden.

Hauptsächlich werden Uranoxidteilchen eingeatmet, gelangen in das Lungengewebe und dadurch in das Blut. Sie sind in den Körperflüssigkeiten nur sehr schwer löslich. Sie wer­den überwiegend im Skelett eingelagert, das als Langzeitdepot dient[2]. Die „biologische „Halbwertzeit“ ist die Zeit, in der die Hälfte des aufgenommenen Urans wieder ausge­schieden ist. Sie ist auf jeden Fall länger als ein Jahr. Bei amerikanischen Golfkriegsvete­ranen wurden noch nach acht Jahren die Vergiftungen mit abgereichertem Uran nachgewie­sen. Die atomare Halbwertszeit ist ein vielfaches länger: Uran 238 ist ein a-Strahler, ebenso seine Zerfallsprodukte Thorium, Radium, Radon und Polonium. Nach 14 Zwi­schenschritten steht am Ende der radioaktiven Zerfallsreihe das nicht radioaktive Blei 206. a-Strahlen haben nur ganz geringe Reichweite. Sie haben jedoch eine zwanzigfach höhere biologische schädliche Wirkung als eine gleiche absorbierte Dosis b- oder g-Strahlen.

Für Arbeiter in Atomanlagen ist die maximale Arbeitsplatzkonzentration auf 0,25 mg/m³ für schwerlösliches Uranoxid und auf 0,05 mg/m³ für wasserlösliche Uransalze festgelegt. das bedeutet nicht, daß diese geringen Mengen unschädlich sind, jedoch dieses Gesund­heitsrisiko wird akzeptiert. Wissenschaftler fanden heraus, daß in einem Zeitraum von 30 Tagen die Aufnahme von 0,14 mg Uran je kg Körpergewicht und Tag zum Tode führt, 0,0085 mg/kgKG/Tag zu genetischen Schäden, d.h. Mißbildungen und Totgeburten, und 0,0032 mg/kgKG/Tag zu nachweisbaren Nierenschäden führt. Zu unterscheiden ist die chemische Giftigkeit (Schwermetallvergiftung) und die Giftigkeit durch radioaktive Strah­lung:

Wenn man annimmt, daß ein Mensch sich in 1 m Abstand neben 1 kg abgereicherten Urans befindet, wird er mit einer Äquivalentdosis von etwa 2 mSv/Jahr belastet. Dies liegt in der Größenordnung „natürlicher“ Hintergrundstrahlung. Da diese 2 mSv jedoch eine zusätzli­che Belastung darstellen, werden hier auch zusätzliche Gesundheitsschäden entstehen. Gibt es durch diese zusätzliche Belastung eine Verdoppelung der Radioaktivität insgesamt, können wir annehmen, daß sich die Gesamtzahl der Krebserkrankungen ebenfalls verdop­pelt. Wenn jemand jedoch 1 g des Uranaerosols eingeatmet hat, wird die Lunge mit etwa 260 mSv belastet. Die Aufnahme von mehr 10 mg Uran in den Körper würde schon zu ei­ner Schwermetallvergiftung führen. Demnach liegt die chemische Toxizität des U 238 er­heblich über der Radiotoxizität.

1. Gesundheitliche Schäden durch Schwermetallvergiftung

Bekannt sind Schwermetallvergiftungen durch bleihaltige Wasserleitungen oder durch Cadmium als Umweltgift im Klärschlamm und in Nahrungsmitteln. Uran ist ebenfalls ein Schwermetall mit vergleichbaren chemischen Eigenschaften.

Über die Blutbahn gelangt das Uran in die Leber und die Nieren, wo es die Zellen vergif­tet. Die akute Gesundheitsschädigung besteht in einer chemischen Vergiftung durch das Schwermetall Uran, ähnlich wie bei einer Cadmium- oder Bleivergiftung, nur reicht schon eine wesentlich geringere Menge dafür aus. Bei fortgesetzt gleichmäßiger Abgabe von ge­ringen Mengen Uran aus dem Knochenspeicher wird die nierenschädigende Wirkung ande­rer Umweltgifte, denen wir ausgesetzt sind, verstärkt.

Die akute Schwermetallvergiftung durch Uran führt zu Funktionsstörungen von Nieren und Leber, bis zum tödlichen Funktionsausfall. Die geschädigte Leber ist nicht in der Lage, die Eiweißsynthese und den notwendigen kolloidosmotischen Druck aufrechtzuerhalten, so tritt das Wasser in den Bauchraum aus. Die geschädigte Niere ist nicht in der Lage, das Wasser auszuscheiden.

2. Gesundheitliche Schäden durch niedrige Strahlendosis

Die chronische Uranvergiftung führt zu einem AIDS-ähnlichem Immundefekt oder zu Krebserkrankungen, insbesondere Leukämie. Auch natürliche Radioaktivität verursacht eine gewisse Anzahl von Krebserkrankungen, denn es gibt keine unschädliche Niedrig­strahlung. Da das Uran in den Knochen eingelagert wird, ist dort der Ausgangspunkt der schwachradioaktiven Strahlung. Das Gewebe, das in Reichweite der a-Strahlen am näch­sten liegt, ist das Knochenmark, das Organ, in dem die Blutzellen und die Immunzellen gebildet werden. Wird dieses Immun- und Blutbildungsorgan radioaktiv verstrahlt, kommt es zu einer schweren Form der Blutarmut (aplastische Anämie), zu Krebserkrankungen wie Leukämie oder anderen bösartigen Neubildungen oder zum Immundefekt. Folgen des Im­mundefektes sind schwerste Verläufe von Masern und Kinderlähmung, Salmonellen- und Wurmerkrankungen, Herpes- und Zosterbildungen.

Beim Hautkontakt mit abgereichertem Uran kommt es zu schlecht heilenden Wunden mit schmerzlosen Geschwüren. Sie sind deshalb schmerzlos, weil die schmerzempfindenden und -leitenden Sinnes- und Nervenzellen zerstört worden sind.

Schließlich wird durch das abgereicherte Uran eine genetische Schädigung verursacht. Es kommt zu einer Häufung von Fehlgeburten, Totgeburten und Geburten lebensunfähiger Kinder. Von uranvergifteten Eltern wurden Kinder mit folgenden angeborenen Mißbildun­gen lebend geboren:

·       Hydrocephalus (Wasserkopf) mit Hirnnervenstörung und Schwachsinn

·       Phokomelie, einer ausgeprägten Mißbildung der Extremitäten wie nach Contergan

·       fehlende Knorpelbildung der unteren Extremitäten

·       Fehlbildung eines Beines mit Greiffunktion einer Hand

·       Fehlbildung, Zusammenwachsen der Finger und der Zehen

·       Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

·       Abdominalspalt

·       Spina bifida, Spaltbildung der Wirbelsäule.

Am 6.7.1998 hat das US-amerikanische National Institute of Health eine Arbeit von Miller et al.[3] veröffentlicht, die die erste (von der US-amerikanischen Regierung offiziell zur Kenntnis genommene) sei, die zeigt, daß abgereichertes Uran Krebs erzeugt: eine geringe Menge a-Teilchen reichte aus, um aus Knochenzellen (Osteoblasten) Krebszellen entste­hen zu lassen.

Epidemiologische Daten aus dem Irak

Etwa 320 Tonnen Uranmunition sind im Golfkrieg 1991gegen den Irak eingesetzt worden.

Im Juni 2000 wurde in der Medizinerzeitschrift „Lancet“ veröffentlicht, daß die Kinder­sterblichkeit im Zentral- und Südirak im Zeitraum 1995-1999 mehr als doppelt so hoch war als im Zeitraum 1985 bis 1989. Im kurdischen Nordirak blieb die Kindersterblichkeit etwa konstant. Hauptsächlich im Südirak wurde 1991 während des Zweiten Golfkrieges Uranmunition eingesetzt, nicht jedoch im Norden.

60 Kinder sind im Krankenhaus von Basrah im Jahr 2000 wegen Leukämie behandelt wor­den. Bis 1993 waren es „nur“ fünfzehn. Infolge des Boykottes gegen den Irak können nur ein Fünftel der Leukämiekinder überleben, während in Ländern, in denen Medikamente ausreichend zur Verfügung stehen, 95% überleben. Insgesamt ist die Krebsrate bei iraki­schen Kindern von 4/100000 im Jahr 1990 auf 11/100000 im Jahr 1999 und damit auf 275% gestiegen. Ein Mädchen bekam Gebärmutterhalskrebs schon als Sechsjährige.

Dr. med. Zenad Mohammed, der im Krankenhaus von Basrah arbeitet, veröffentlichte, daß in der südirakischen Region Basrah von etwa 2500 Neugeborenen im Zeitraum August bis Oktober 1999 10 Kinder ohne Gehirn (Anenzephalus), 8 Kinder mit Wasserkopf (Hydro­cephalus) und 6 Kinder mit Extremitätenmißbildung (Phokomelie) geboren wurden. Diese Mißbildungen sind sonst weit seltener als 1:10000 Geburten.

Dr. med. Amer geht von einer „Inkubationszeit“ des im Körper eingelagerten abgereicher­ten Urans von fünf Jahren aus, da die Anzahl genetischer Schäden seit dem Golfkrieg wei­ter ansteigt: Im Jahr 2000 sind in der Region Basrah insgesamt 221 Kinder mit Mißbildun­gen geboren.

Dr. med. Tarik Al Hilli hat in seiner Klinik in Bagdad im Zeitraum Januar bis Juni 2000) eine Zunahme der Trisomie 21 (Down-Syndrom) und anderer genetischer Schäden festge­stellt. Die Zahl genetischer Schäden habe sich von 1990 bis 1999 vervierfacht. Dr. med. Mohammed Salman, Augenarzt in Bagdad berichtete über Anophthalmos Kinder, denen bei der Geburt die Augen fehlten. Im statistischen Durchschnitt tritt Anophthalmos bei ei­ner auf 50 Millionen Geburten auf. Trotzdem stieß der Augenarzt innerhalb von zwei Jah­ren auf neun dieser Mißbildungen, davon fehlten bei acht Kindern beide Augen, und eines hatte ein groteskes Zyklopenauge mitten im Gesicht. Sieben der acht Kinder ohne Augen hatten Väter, die im Golfkrieg als Soldaten dem amerikanischen Beschuß mit Uranmuni­tion ausgesetzt waren. Der belgische Augenarzt Dr. med. Edward de Sutter hat seinen ira­kischen Kollegen besucht und darüber berichtet. [4].

Von den knapp 700 000 im Golfkrieg eingesetzten US-amerikanischen Soldaten sind mittlerweile 180 000 Soldaten am Golfkriegssyndrom erkrankt, davon sind 9000 bereits verstorben. Die durchschnittliche Zeit zwischen der Uranvergiftung und dem Ausbruch der Krebserkrankung betrug fünf Jahre.


Morbus Günther[5]

An Leukämie erkranktes Kind mit starken Blutungen[6]


Fehlbildung des linken Beines mit Greiffunktion einer Hand[7]

Hydrocephalus, (Wasserkopf) mit Hirnnervenstörung und Schwachsinn[8]

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte mit Tumorbildung[9]


Prof. Dr. Dr. med. habil Siegwart Horst Günther

Urangeschosse

Eine neue Massenvernichtungstechnologie[10]

Seit längerer Zeit habe ich sehr intensiven Kontakt zum Mittleren Osten. Die erste ärztliche Lehrtätigkeit im Irak war bereits vor 43 Jahren. Durch fortlaufende hu­manitäre Hilfe kann ich seit 1990 sehr eingehend die Kriegsfolgen für die Bevölke­rung im Irak registrieren.

Die Armut des früher reichen Ölstaates Irak liegt jetzt, durch die Auswirkungen des Zweiten Golfkrieges, bei über 70 %. Bei meinem letzten Aufenthalt in Bagdad sah ich in den Morgen- und Abendstunden völlig abgemagerte, verschmutzte Kinder mit Säcken in den Abfallhaufen der Straßen nach Eßbarem suchen. In den Nachtstun­den kommen teilweise sehr kranke Hunde vom Dickicht des Tigris, die sich unter lautem Gebell auch noch aus den Müllhaufen ernähren wollen und am Morgen sind dann wieder die ausgehungerten Kinder mit ihren Säcken da.

Der größte Teil der Bevölkerung ist ausschließlich auf die staatlichen Lebensmittel­rationen angewiesen, die im allgemeinen für zwei Wochen reichen. Eiweißreiche Nahrung oder Gemüse ist nur auf dem freien Markt erhältlich. Die Preise für viele Produkte sind um das Tausendfache gestiegen. Das Durchschnittseinkommen der irakischen Familien liegt augenblicklich bei 2.000 bis 3.000 irakischen Dinaren. Der Preis für ein Kilogramm Fleisch oder Fisch liegt bei 1.800 Dinar.

Nach Angaben von UNICEF sind im Irak etwa 860.000 Kinder von unter 5 Jahren unterernährt. In dieser Altersgruppe starben im März 1994 11.480 Kinder, zur Zeit liegt die Todesrate bei 5.000 bis 6.000 monatlich. Damit sterben im Irak augenblick­lich etwa 200 Kinder täglich.

Wegen der großen Trockenheit droht dem Irak, nach Angaben des für humanitäre Angelegenheiten tätigen UN-Beauftragten Graf Sponeck, eine Hungersnot größten Ausmaßes: Menschenmassen wanderten bereits in den Norden des Landes. Wegen des Embargos können Bewässerungsanlagen nicht repariert werden.

Graf Sponeck, mit dem ich vor einiger Zeit ein Gespräch geführt habe, beklagt die verheerenden Auswirkungen der westlichen Sanktionspolitik. Die vor neun Jahren verhängten Sanktionen zerstören die irakische Gesellschaft. In ähnlicher Form hatte sich auch Sponecks Vorgänger geäußert, der Ire Dennis Halliday, er wurde dafür vor einem Jahr aus seinem Amt gedrängt. Ähnliche Bestrebungen ist jetzt auch Graf Sponeck ausgesetzt; er verdient Dank und Unterstützung.

Es ist beschämend, daß Hunderte von Anträgen auf Einfuhrgenehmigungen für lebensnotwendige Güter, die unter dem Erdöl-für-Nahrung-Programm erlaubt wä­ren, unbearbeitet bleiben. Nicht einmal Wasserpumpen aus rostfreiem Stahl werden genehmigt. Dafür wird aber fast täglich bombardiert. Seit den schweren Angriffen Ende 1998 haben Amerikaner und Briten fast so viele Einsätze geflogen wie in den 78 Tagen des Kosovokrieges gegen Serbien.

Das Kinderhilfswerk UNICEF hat meine seit vielen Jahren immer wieder vorgetra­gene Kritik an der Mortalitätsrate von Kindern unter 5 Jahren inzwischen in einem erschütternden Bericht bestätigt. Hiernach hat sich die Todesrate dieser Kinder in den Jahren nach dem Golfkrieg fast verdoppelt: etwa eine halbe Million sind tot, die unter anderen Umständen überlebt hätten.

In den letzten Jahren breiten sich unter irakischen Kindern immer weiter Infekti­onskrankheiten aus: es sind besonders Kinderlähmung, Tbc, Hepatitis, Tetanus, Keuchhusten, Diphtherie; selbst Masern haben eine hohe Todesrate. Aus diesem Grund war die Grenze Jordaniens zum Irak auch zeitweise geschlossen.

Besonders im Süden des Irak werden immer mehr Kinder mit Leukämie oder ande­ren Krebsbildungen, schwere Form von Blutarmut durch Störungen im Knochen­mark und mißgebildet geborene Kinder registriert, für die noch Mutter Teresa zur Betreuung in Bagdad eine Sammelstelle errichtet hatte. Diese Krankheitsbilder werden uranhaltiger Munition zugeschrieben, die von der alliierten Armee im Zwei­ten Golfkrieg eingesetzt wurde.

Natürlich vorkommendes Uran hat nur einen Anteil von rund 0,7 % des Isotops 235, der größte Teil ist Uran des Isotops 238. Da nur Uran des Isotops 235 als spaltbares Material für den Einsatz in Atomkraftwerken oder zur Entwicklung von Atomwaf­fen geeignet ist, muß das Erz mit diesem Isotop angereichert werden. Was bei diesem Verfahren in großen Mengen anfällt, ist so genanntes abgereichertes Uran oder D.U., Depleted Uranium, das fast nur noch aus dem Isotop 238 besteht.

Diese Abfälle der Uran-Industrie werden in Europa wegen ihrer großen Giftigkeit und ihrer Radioaktivität unter erheblichem Kostenaufwand in gesicherten Deponien gelagert. Zur Reduzierung des hohen Kostenaufwandes wird das abgereicherte Uran des Isotops 238 gern, zum größten Teil auch kostenfrei, an Interessenten abgegeben.

D.U., Depleted Uranium, besitzt Charakteristika, welche vor allem für die Rüs­tungsindustrie sehr attraktiv sind:

1.     Es ist praktisch der schwerste Stoff, der natürlich auf der Erde vorkommt.

2.     Die vermutlich nach einer deutschen Technologie entwickelten D.U. Geschosse haben eine hohe Durchschlagskraft und sind besser als alles andere zum Durch­brechen von Stahlpanzerungen geeignet.

3.     Es ist zudem ein brennbares Material. Beim Durchschlagen einer Panzerung ent­zündet es sich und setzt bei der Verbrennung hochtoxische und radioaktive Stoffe frei. Es bilden sich dabei Partikel von Uranoxid, die eingeatmet werden können oder durch Wunden in den Körper gelangen. In Körperflüssigkeiten ist Uranoxid löslich und dann durch die giftigen Eigenschaften wirksam, zum Teil aber auch unlöslich, dann sitzt es im Körper fest und kann über lange Zeit die Radioaktivität entfalten.

Während des Zweiten Weltkrieges war im Oktober 1943 durch Deutschland eine großflächige Radioaktivität in die Kriegführung eingeplant. Auf diese Zeit geht wohl auch die Entwicklung „besonderer Geschosse“ zurück. Die US-Spionage hatte hiervon allerdings Kenntnis erhalten.

D.U.-Geschosse wurden von den alliierten Truppen im Golfkrieg 1991 erstmalig an­gewandt, mit verheerenden Wirkungen und Folgen.

Wenige Wochen nach Kriegsende fand ich im März 1991 auf einem Kampfgebiet des Irak Geschosse in Form und Größe einer Zigarre, die ungewöhnlich schwer wa­ren und eine Blei-ähnliche Farbe hatten. Etwa ein Jahr später, im März 1992, sah ich im Süden des Irak, außerhalb von Basrah, in der Nähe der Grenze zu Kuwait, Kinder mit derartigen Projektilen spielen. Ein Kind aus dieser Gruppe war an Leu­kämie erkrankt und verstarb. Dieser Vorfall machte mich mißtrauisch: ich ließ die Projektile von der Polizei einsammeln. Ich hatte mir vorgenommen, das Geschoß und auch die aufgefundenen Geschoßhülsen untersuchen zu lassen.

Bereits seit Ende 1991 diagnostizierte ich im Irak eine bisher unbekannte Krank­heit, die auf Funktionsstörungen der Nieren und Leber zurückzuführen war. In einem Artikel hatte ich am 28. Oktober 1991 unter der Überschrift „Wurden iraki­sche Kinder Opfer von ABC-Kampfstoffen?“ darüber berichtet. Im Dezember 1991 entging ich in Jordanien nur knapp einem Mordanschlag, der am 3. Januar 1993 vor meinem Wohnsitz in Deutschland wiederholt wurde: ich erlitt dabei schwere Verletzungen. Nach einer Rückkehr aus dem Ausland wurde mir 1994 eine Tasche mit wichtigen Dokumenten entwendet.

Die Untersuchung eines dieser ungewöhnlichen Geschosse brachte mich in Deutschland in größte Schwierigkeiten: es war hochtoxisch und zeigte eine Radioak­tivität, auch die Geschoßhülsen waren radioaktiv. Das Projektil wurde mit den Ge­schoßhülsen von einem großen Aufgebot der Polizei beschlagnahmt, unter größten Sicherheitsvorkehrungen von Polizisten in Schutzkleidung in besonderen Behältern abtransportiert und in einer sicheren Deponie gelagert.

Im Juni 1995 wurde ich verhaftet, inhaftiert und während der Haftzeit mißhandelt. Im Hungerstreik wurde ich nach erheblicher Verschlechterung meines Gesundheits­zustandes, nach Zahlung einer Kaution nach 3 ½ Wochen auf die Straße gesetzt. Nach dieser Haftentlassung stand ich über ein Jahr unter Polizeiaufsicht und mußte mich zweimal wöchentlich bei der Polizei melden. Hilfssendungen in Notstandsge­biete mußten abgesagt werden: ich bin Präsident des Gelben Kreuzes International mit Sitz in Österreich. Am 4. Januar 1999 wurde ich in das Amtsgericht Husum vor­geladen: mir wurde eröffnet, daß ich gegebenenfalls auch zwangsweise, unter An­wendung von Gewalt, in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt untergebracht werden soll. Post und Telefon wurden überwacht. Mein Reisepaß wurde zunächst nicht erneuert.

In den letzten 5 Jahren konnte ich im Irak umfangreiche Untersuchungen durchfüh­ren. Nach diesen Ergebnissen führt der Kontakt mit D.U.-Munition vor allem bei Kindern:

1.     Zu einem Zusammenbruch des Immunsystems mit deutlich ansteigenden Infekti­onskrankheiten.

2.     Zu ausgedehnter Herpes- oder Zosterbildung (Gürtelrose), auch bei Kleinkin­dern.

3.     Zu AIDS-ähnlichen Erscheinungen, auch bei Kleinkindern. Es ist meines Erach­tens nicht auszuschließen, daß Umweltschäden durch Radioaktivität, das heißt Einflüsse durch Niedrigstrahlung für ein Auftreten von Viruserkrankungen wie AIDS oder BSE mitverantwortlich sind.

4.     Durch Funktionsstörungen von Nieren und Leber zu einem bisher unbekannten Krankheitsbild, das inzwischen als Morbus Günther bekannt geworden ist.

5.     Zu Leukämie oder anderen Krebsbildungen und aplastischer Anämie (Störun­gen im Knochenmark).

6.     Zu genetisch bedingten Mißbildungen, die auch bei Tieren auftreten.

7.     Zu Fehlgeburten oder Frühgeburten bei Schwangeren.

Meine Untersuchungsergebnisse weisen auf eine Ähnlichkeit, wie sie in letzter Zeit in dem so genannten „Golfkriegssyndrom“ bei US- und britischen Soldaten und deren Kindern beschrieben werden. Die genetischen Mißbildungen amerikanischer, briti­scher und irakischer Kinder gleichen sich.

Nach US-Angaben werden dafür Milzbrand- und Botulismusimpfungen, Malaria­prophylaxe, Benzene zur Entlausung, Pyridostigminbromid gegen Nervengas So­man, Insektenschutzmittel DEET oder Permethrin sowie die von ihnen verwendete D.U.-Munition verantwortlich gemacht. Giftgase wurden im Golfkrieg nicht einge­setzt.

Auf die Gefahren der D.U.-Geschosse für die Gesundheit wurden die alliierten Truppen erst neun Tage nach Kriegsende aufmerksam gemacht. Mit Ausnahme der Uranmunition war die irakische Armee den in den USA produzierten Prophylaktika nicht ausgesetzt.

Uran ist, wie alle Schwermetalle, z.B. Blei oder Cadmium, hochgiftig. Der menschli­che Körper darf damit nicht in Berührung kommen.

Nach inzwischen vorgenommenen Untersuchungen beträgt die Dosisleistung des von mir aufgefundenen Geschosses an der Oberfläche 11 µSv (mikro-Sievert) pro Stunde. Die erträgliche Jahresdosis wird in Deutschland mit 300 µSv angegeben: 300 : 11 = 27,2 Stunden. Die Jahresdosis von einem Geschoß wird demnach in reichlich einem Tag erreicht. Ich sah ausgehungerte, völlig verschmutzte Kinder mit 12 solchen Geschossen, die als Puppen angemalt waren, spielen. Selbst Seife ist im Irak streng rationiert.

Nach Angaben der US-Armee wurden allein etwa 14.000 großkalibrige Uran-Grana­ten im Golfkrieg verschossen. Schätzungen der britischen Atomenergiebehörde zu­folge sollen etwa 400 Tonnen dieser Munition im Grenzgebiet zu Kuwait herumlie­gen, andere Experten gehen sogar von 3000 Tonnen aus. Nur etwa 10 % dieser Ge­schosse werden gefunden, die Masse ist im Sand verweht oder liegt tief im Erdreich. Da in diesem Wüstengebiet auch Regenzeiten auftreten, gelangt die Toxizität ins Grundwasser und schließlich auch in die Nahrungskette, eine langfristige Gefah­renquelle der dort lebenden ½ Million Menschen, die nach neueren Untersuchungen wohl auch schon eingetreten ist.

Aus den Kampfgebieten von Kuwait wurde von Beduinen berichtet, daß in der Wüste Hunderte von Kamelen, Schafen und Vögeln lägen, die von amerikanischen Truppen zu Schießübungen benutzt worden seien. Untersuchungen eines amerika­nischen Veterinärmediziners und Experten für Infektionskrankheiten hätten jedoch ergeben, daß diese Tiere weder Schußverletzungen zeigen, noch an Seuchen veren­det sind. Einige dieser toten Tiere waren von Insekten übersät, die nach Angaben US-amerikanischer Medien ebenfalls abgestorben waren.

Die Nebenwirkungen der D.U.-Geschosse deutscher Technologie waren den Alliier­ten des Zweiten Golfkrieges unbekannt. Nach Forderungen von Saudi-Arabien mußten alle durch Uranmunition zerstörten Fahrzeuge und Kriegsgeräte einge­sammelt und in die USA abtransportiert werden; sie waren zuvor in der Wüste ein­gegraben worden.

Von Golfkriegsveteranen aus den USA und Großbritannien wird über Krankheits­erscheinungen berichtet, die u. a. auch in der Form von Schädigungen verschiede­ner Organe, Zahn- und Haarausfall oder Krebsbildungen auftreten. Schwangeren Militärangehörigen seien mißgebildete Kinder geboren worden. Ein US-Unteroffi­zier gibt hierzu an, daß viele Golfkriegsveteranen jetzt befürchten, als „Versuchska­ninchen“ in einem Strahlenexperiment benutzt worden zu sein. Im März 1994 wurde in den USA berichtet, daß in 251 Familien von Golfkriegsveteranen im Bundesstaat Mississippi 67 % der Kinder mit Mißbildungen geboren wurden: mit fehlenden Augen, Ohren, Fingern, Armen, Beinen, oder daß sie an schweren Blutkrankheiten oder Atmungsproblemen leiden.

Nach Angaben des Präsidenten der US-Golfkriegsveteranen sind vom „Golfkriegs­syndrom“ etwa 50.000 bis 80.000 US-Armeeangehörige betroffen, bisher mußten etwa 39.000 von ihnen aus dem aktiven Militärdienst entlassen werden, 2.400 bis 5.000 seien verstorben. In Großbritannien litten etwa 4.000 Golfkriegsveteranen am „Golfkriegssyndrom“, davon sind bisher nach offiziellen Angaben 16 gestorben, nach anderen Mitteilungen sind aber schon über 100 Todesfälle aufgetreten. Briti­sche Soldaten stellten im Unterhaus mißgebildet geborene Kinder vor und gaben dabei ihre Kriegsauszeichnungen zurück. Aber auch Australier, Franzosen und Kanadier sind vom „Golfkriegssyndrom“ betroffen. Selbst in Kuwait stiegen derar­tige Krankheitsmerkmale immer weiter an.

Im Irak werden 250.000 Männer, Frauen und Kinder mit derartigen Symptomen angegeben, deren Mortalität hoch sei. Kinder erkranken dabei vorwiegend an Leu­kämie. In einem Bagdader Hospital registrierte man 1.050 Fälle: fünfmal so viel wie vor dem Krieg. Die Erkrankten kommen vornehmlich aus dem Süden des Landes. In Basrah markierten die Ärzte die Herkunft der Patienten: 765 Krebserkrankungen stammten aus einem Landwirtschaftsgebiet westlich von Basrah; dort tobte 1991 eine Panzerschlacht.

Nach Ansicht des amerikanischen Atomwissenschaftlers Leonard Dietz sei die Waf­fentechnologie der Urangeschosse derartig revolutionierend wie im Ersten Weltkrieg das Maschinengewehr. Der Golfkrieg war nach seiner Ansicht aber auch der to­xischste Krieg in der bisherigen Kriegsgeschichte.

Inzwischen hat sich der Präsident der US-Golfkriegsveteranen meinen Vermutungen angeschlossen, daß zwischen diesen Erkrankungen und den Vorgängen nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl im Jahre 1986 Parallelen zu ziehen sind.

Ähnliche Vorgänge haben sich aber auch in Mitteleuropa abgespielt. In diesem Zu­sammenhang erinnere ich an den Absturz des US-Kampfflugzeuges A-10 über Rem­scheid im Jahre 1988 und den Absturz des israelischen, aus den USA kommenden El Al Transportflugzeugs über Amsterdam 1992. Beide Flugzeuge sollen radioaktives Material, auch Uranprojektile, an Bord gehabt haben. In der Folgezeit traten in beiden Gebieten vermehrt Hauterkrankungen, Durchfälle, Leukämie bei Kindern und Mißbildungen bei Neugeborenen auf. An der Unglücksstelle in Amsterdam hatte ein schwedisches Institut 15 Personen untersucht, die nach dem Absturz an der Unglücksstelle gewesen waren. Je länger sie sich dort aufgehalten hatten, desto mehr Uran wurde in ihrem Stuhl festgestellt.

Im November 1996 wurde darüber berichtet, daß in Ex-Jugoslawien etwa 1.000 Kinder an einem Symptom unbekannter Ursache litten: Kopf-, Unterbauch- und Muskelschmerzen, Atemnot, Schwindel. Über 600 Kinder seien bisher in Kranken­häuser eingewiesen worden.

Im Dezember 1997 und Januar 1998 wurde in bosnischen Medien darüber berichtet, daß es in einigen Gebieten des früheren Jugoslawiens zu einem dramatischen An­stieg von Leukämie, Krebsbildungen und mißgebildeten Neugeborenen gekommen sei. Eine seltsame Massenerkrankung habe auch die Kühe erfaßt. Die Milchproduk­tion sinke vielfach rapide und versiege teilweise ganz. Der Blutanteil in der Milch sei oft so hoch, daß sie für den menschlichen Genuß nicht mehr zu gebrauchen ist. In einigen Fällen seien bei Kühen Mißgeburten registriert worden: Kälber wurden ohne Haut an den Füßen, ohne Klauen oder Zunge geboren, eine genetisch bedingte Veränderung, die auch bei anderen Säugetieren zu beobachten war. In Bosnien zeigten sich zudem Veränderungen in der Vegetation: es gebe sehr wenige Früchte, die zum Teil sogar mißgebildete Formen zeigten, zudem bilde sich ein sehr merk­würdiges Moos.

Nach Untersuchungen des Nuklearforschungsinstitutes in Vinca hat die radioaktive Strahlung nach den NATO-Bombardierungen durch die Anwendung von D.U.-Mu­nition gefährlich zugenommen Auch bei den Kämpfen im Kosovo wurde von der NATO D.U.-Munition eingesetzt. Bei Kleinkindern dieser Flüchtlinge wurden aus­gedehnte Gürtelrose-Bildungen festgestellt: eine bei Kleinkindern ganz ungewöhnli­che Erscheinung, die sonst fast nur bei Krebskranken und älteren Menschen auf­tritt.

In der Beantwortung einer Anfrage schreibt der Vertreter des deutschen Bundesmi­nisteriums der Verteidigung in einem Schreiben vom 6. Juli 1999 zum Thema „Ver­wendung von Munition mit abgereichertem Uran“ unter anderem:

1.     „Im Rahmen der NATO-Luftangriffe gegen die Bundesrepublik Jugoslawien wurde D.U.-Munition von dem US-Waffensystem A 10 eingesetzt.

2.     Das Waffensystem A 10 wurde hauptsächlich im Kosovo eingesetzt. Da mit der Bord­kanone keine vorgeplanten stationären Ziele angegriffen werden, sondern sol­che Ziele, die durch den Piloten während des Einsatzes erfaßt werden, ist eine ex­akte Gebietsangabe nicht möglich.

3.     Die NATO hat am 1.7.99 auf eine mögliche toxische Gefährdung beim Umgang mit von D.U.-Munition getroffenen Fahrzeugen hingewiesen und vorbeugende Maß­nahmen empfohlen, die auch an die im Kosovo befindlichen Hilfsorganisationen weitergegeben wurden. Eine Dekontaminierungsplanung seitens der NATO gibt es derzeit nicht (…)“.

In einem radioaktiven so genannten „Heilbad“ in Deutschland konnte ich bei fast einem Drittel der dort behandelten Patienten schwerwiegende Nebenwirkungen feststellen: Infekte und Gürtelrose-Bildungen, Anzeichen für einen Zusammenbruch des Immunsystems.

Inzwischen wurde ich von einem deutschen Arzt und Rechtsanwalt wegen der Scha­densersatzforderungen eines Schwerkranken gebeten, Unterlagen meiner Untersu­chungen im Irak zu übersenden, da ein in einer deutschen Fabrik für Kampfpanzer arbeitender Angestellter schwer erkrankt sei.

Als Arzt und Wissenschaftler rufe ich daher immer wieder dazu auf, die Anwendung der D.U.-Munition zu verbieten, über die jetzt schon die Armeen von über 10 Staa­ten verfügen. Mein Aufruf gilt besonders auch für die in letzter Zeit entwickelten Laserwaffen, die bei Anwendung zu irreparabler Erblindung führen.

Über den Autor

Professor Dr. Dr. med. habil. Siegwart Horst Günther, Professor für Tropenmedizin, ist am 24.2.1925 in Halle geboren, war Mitglied der Widerstandsgruppe um Graf Stauffenberg und Häftling im KZ Buchenwald. 1945 bis 1950 Studium der Medizin, Philosophie und Ägyptologie. 1950 bis 1956 Arzt und Wissenschaftler an verschiedenen Kliniken und Habilitation. 1957 Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften. Bis 1963 ar­beitete Professor Dr. Dr. Günther an den Universitäten Kairo und Damaskus, anschließend im Hospital Lambarene des Friedensnobelpreisträgers Albert Schweitzer. Bisher sind von Professor Dr. Dr. Günther oder unter seiner Mitarbeit acht Bücher und 465 Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften erschienen. Seit 1992 ist Professor Dr. Dr. Günther Prä­sident des Gelben Kreuzes International, einer humanitären Organisation, um kranken Kindern zu helfen. Seit 1998 zweiter Präsident der Albert Schweitzer Akademie in War­schau. Für humanitäre Verdienste erhielt Professor Dr. Dr. Günther hohe nationale und internationale Auszeichnungen.

Als Präsident der Hilfsorganisation Das Gelbe Kreuz International hat er nach dem zweiten Golfkrieg in den Jahren 1991 bis 1995 im Irak Kinder behandelt, die an einer bis dahin unbekannten Krankheit erkrankt und größtenteils verstorben waren. Dabei handelte es sich aber nicht um eine neue tropenmedizinische Krankheit.

Professor Dr. Dr. Günther hat den wissenschaftlichen Nachweis erbracht, daß diese Ge­sundheitsschädigung durch abgereichertes Uran verursacht wurde, das die Symptome einer Schwermetallvergiftung verursacht und mit akutem Versagen von Leber und Niere zum Tode führt. Wird das akute Vergiftungsstadium überlebt, besteht danach ein hohes Risiko, an Leukämie oder anderen Krebserkrankungen oder AIDS-ähnlichen Syndromen zu er­kranken. Die schwach radioaktive Strahlung des vom Körper aufgenommenen abgerei­cherten Urans schwächt das Immunsystem des Menschen. Durch radioaktive Schädigung der Ei- und Samenzellen gibt es in der Folgegeneration Mißgeburten.

Der Einsatz der Uranmunition geht weiter

Vieques, Puerto Rico:

Die Bewohner von Vieques, einer kleinen, Porto Rico vorgelagerten karibischen Insel haben die US-Marine auf über 100 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Seit 60 Jahren benutzt die US-Marine das 30 km mal 6 km große Vieques als Übungs- und Schießplatz für alle Arten von Munition, darunter auch Uranmunition. Die Bewohner begründen ihre Schadensersatzforderungen damit, daß hauptsächlich die verschossene Uranmunition für die geradezu epidemische Zunahme von Krebsfällen unter der Inselbe­völkerung verantwortlich ist. Über ein Drittel der insgesamt 9000 Einwohner von Vieques sind mittlerweile an Krebs und anderen schweren Krankheiten erkrankt. Die Ärzte führen diese ungewöhnlich hohe Krankheitsrate auf die jahrzehntelange Vergiftung der Insel durch amerikanische Bomben und Granaten, vor allem aber auf den intensiven Gebrauch von Uranmunition zurück. Aus den offiziellen puertoricanischen Zahlen geht hervor, daß sich die Krebsfälle unter den Bewohnern der Insel explosionsartig um 300% vermehrt haben.[11] Mit Hilfe des amerikanischen "Freedom of Information Act" gelang es den amerikani­schen Anwälten der betroffenen Inselbewohner die amerikanische Marine zu zwingen, öffentlich einzugestehen, daß sie Uranmunition auf der Insel verschossen hat. Die US-Navy erklärte, daß dies im Jahre 1999 und nur einmal der Fall gewesen sei. Der Fehler sei geschehen, weil ein Flugzeug irrtümlich mit der falschen Munition beladen worden sei. Die Navy habe anschließend versucht, die radioaktiven Projektile und Granathülsen zu finden und zu entsorgen, aber sie hätte nur etwa 50 Stück gefunden. Dieser Darstellung widersprechen aber von Wissenschaftlern durchgeführte Bodenuntersuchungen, die bele­gen, daß der Schießplatz systematisch mit Uranmunition bombardiert worden ist.

Gleichzeitig wurde bekannt, daß das US-Verteidigungsministerium sich bei den Japanern dafür entschuldigte, daß eine unbewohnte und in der Folge auch nicht mehr bewohnbare Insel bei Okinawa mit 1520 Projektilen aus abgereichertem Uran beschossen wurde.

Bereits auf dem Satellitenbild der östlich von Puerto Rico vorgelagerten Insel Vieques sind die Bombenkrater an der Ostspitze der Insel zu erkennen, die Vergrößerung rechts zeigt die Krater­landschaft deutlich. Hier hat das US-amerikanische Militär die durchschla­gende Wirkung der Uranmunition ge­testet, bevor sie im Irak, in Jugoslawien und Afghanistan tonnenweise zum Einsatz kam.


Jugoslawien[12]

Die NATO hat 1994 mehr als 10.000 Urangeschosse in ihrem Bombardement gegen die bosnischen Serben eingesetzt. Auch 1999 während des 78 tägigen Krieges gegen Jugosla­wien wurden 31.000 Uran-Projektile mit insgesamt 10 Tonnen abgereichertem Uran, hauptsächlich über dem Kosovo abgeschossen. Die Geschosse sind vor allem entlang der Grenze zu Albanien, südwestlich von Kosovska Mitrovica, im Nordkosovo und in der Nähe der Stadt Klina eingesetzt worden. Da aber nicht nur die geplanten Ziele angegriffen wurden, sondern auch an anderen Orten von den Piloten willkürlich mit abgereichertem Uran beschossen wurde, ist eine vollständige Bekanntgabe der Einsatzgebiete in Serbien, Kosovo und Montenegro nicht möglich.

Die UNEP hat im Kosovo sechs Gebiete untersucht und in fünfen wurde sie fündig. Zwei Jahre nach Ende des NATO-Angriffes stellte sie eine weitverbreitete Urankontamination fest. Bei nichtexplodierten Sprengköpfen, die die UNEP gefunden hat, ist die Masse um etwa 10% bis 15% verringert, weil das Uran sich durch die Witterung zersetzt hat und dadurch in Boden und Grundwasser gelangt ist. Auf diese Weise kommt es in die Nah­rungskette.

Dr. med. Trifko Guzina vom Klinischen Zentrum Kasindol im Serbischen Stadtteil von Sarajevo berichtete am 22.7.2002 über den Anstieg der Krebserkrankungen in dieser Re­gion[13]. Zwischen 1995 und 2001 wurden dort 1.226 neue Krebspatienten registriert, 370 von ihnen sind schon gestorben. Die neue Studie hat einen Anstieg aller Arten von Krebs­erkrankungen zwischen 27,7% und 109,6% verzeichnet. Am meisten befallen waren die Verdauungsorgane, da die radioaktiven Stoffe in die Nahrungskette gelangt sind. Nach Worten des Dr. Guzina ist dieser erschreckende Anstieg von Krebserkrankungen eine Folge des NATO-Bombardements in den Jahren 1994 und 1995, als die US-Luftwaffe mit Unterstützung der deutschen "Tornados" nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Ge­schosse mit abgereichertem Uran auf serbische Wohngebiete rund um Sarajevo abfeuerte.

Rinaldo Colombo war Carabiniere und 1995 einer der ersten italienischen Militärs, die nach Bosnien entsandt wurden. Zwei Jahre später, klagte er über starkes Fieber, Übelkeit und Migräne. Weitere zwei Jahre sowie zahllose Untersuchungen später wurde der 31jährige Anfang September 2000 ins Krankenhaus eingeliefert. Am 8.11.2000 verstarb er an Leukämie. Corrado Di Giacobbe war ebenfalls in Bosnien im Einsatz und war nach seiner Rückkehr 1998, an einer besonderen Tumorart (M. Hodgkin) erkrankt. Bereits zuvor war ein anderer Soldat an Leukämie verstorben, der in derselben Kaserne Dienst getan hatte. Ihr Vorgesetzter, Luigi Federici, streitet ab, von den Risiken des Einsatzes gewußt zu haben. Der britische Soldat Kevin Rudland reparierte als Mitglied der internationalen „Friedenstruppe“ von Dezember 1995 bis April 1996 in Bosnien Panzer, die häufig Uran-Geschosse abfeuerten. Seinen dramatischen körperlichen Verfall seither erklärt sich Rud­land aus dem Uranstaub, mit dem er während seiner damaligen Tätigkeit Kontakt hatte. Schutzkleidung habe es in Bosnien nicht gegeben, man habe ihm einfach geraten, die Hände regelmäßig zu waschen. Daß die Geschosse uranhaltig waren, habe er damals nicht gewußt.

Durch den NATO-Krieg ist nun auch der Kosovo mit Uran verseucht. Im Nachbarland Makedonien (FYROM) wurde jedenfalls durch Wissenschaftler der Universität Thessalo­niki festgestellt, daß die radioaktive Belastung seit dem Krieg auf das achtfache angestie­gen ist. Dieses sei eine schlimmere Umweltkatastrophe, als die durch den Reaktorunfall in Tschernobyl verursachte. Erkrankungen, wie sie Professor Günther in den Jahren bis 1995 im Irak beobachtet hat, sind in den nächsten Jahren auch im Kosovo zu befürchten, schrie­ben wir vor zwei Jahren in der zweiten Auflage dieser Broschüre. Unsere Befürchtungen bestätigten sich leider noch schneller als erwartet:

Die Ergebnisse des Einsatzes von radioaktiver Munition im Kosovo legte Dr. Dr. Milan Ivanovic, Chefarzt der serbischen Klinik in Kosovska Mitrovica in Form der seither ge­sammelten Daten von Verstorbenen vor. Die Zahl der Krebserkrankungen jeglicher Art ist seither um das Doppelte angestiegen, ebenso die zu verzeichnenden Mißgeburten, ähnlich der nach der Tschernobyl-Katastrophe. Der Arzt und Ökologe Dr. Dejan Dimow berich­tete, die NATO habe zur Zerstörung der Gebäude des Innenministeriums und des General­stabes im Belgrader Stadtzentrum Uranmunition eingesetzt. Die Ruinen stünden unberührt, weil niemand wisse, wo das verstrahlte Baumaterial entsorgt werden kann. Die Zahl der Krebskranken habe sich um 30 % erhöht. „Wir sind alle potentielle Patienten der onkolo­gischen Krankenhäuser“, sagte Dimow. „Jetzt machen sich alle Sorgen um die im Kosovo kurzfristig eingesetzten NATO-Soldaten, aber der Westen kümmert sich nicht um die Bewohner der verseuchten Gebiete“[14] Die Prognose des Arztes, wonach langfristig nur 30% mehr Krebserkrankungen aufgrund des Uraneinsatzes zu erwarten sind ist vergleichs­weise optimistisch. Denn wenn man eine Studie der britischen Atomenergiebehörde vom November 1991 zum Irak zugrunde legen würde, kämen auf 10 Tonnen Uranmunition etwa dreimal soviel Tote[15]. Immerhin sollen bereits 192 bosnisch-serbische Soldaten an Leukä­mie erkrankt sein, so Belgrader Regierungsquellen. Robert Fisk, Korrespondent des briti­schen „Independent“, hat vor Ort recherchiert: „Ich sehe 300 Grabsteine, die die Inschrift tragen könnten: An abgereichertem Uran gestorben“, berichtet er Mitte Januar aus dem ostbosnischen Dörfchen Bratunac. “Bis zu 300 der 5.000 serbischen Flüchtlinge, deren Stadtteil in Sarajevo im Spätsommer 1995 von Nato-Kampfflugzeugen schwer bombar­diert worden ist, sind an Krebs gestorben.“ Das Gesundheitsministerium in Sarajevo - also der pro-westlichen Regierung der moslemisch-kroatischen Föderation - hat bekannt gegeben, es starben 1998 je 152 von 100.000 Bosniern an Krebs, 1999 waren es bereits 230 - ein Anstieg von über 50 Prozent. Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica erklärte in einem Interview mit der griechischen Presse während seines Staatbesuches in Athen: "Die Bombardierung verschiedener Regionen Jugoslawiens mit abgereicherter Uranmunition ist ein weiterer Beweis dafür, dass die ganze Operation (der NATO, Anm. d. Red.) ein krimineller Akt war"[16].

In den ersten Wochen des Jahres 2001 tauchten in der Öffentlichkeit Meldungen über Leukämieerkrankungen bei Soldaten auf, die am Krieg im ehemaligen Jugoslawien teilge­nommen hatten. Drei italienische Veteranen sind im Jahr 2000 an Blutkrebs gestorben ebenso vier italienische Flugzeugmechaniker. Auch zwei spanische, ein niederländischer, ein bulgarischer und ein Schweizer Soldat starben. Auch in Tschechien starb ein Hub­schrauber-Pilot an Blutkrebs. Darüber hinaus sind eine Reihe anderer Krebsausbrüche bei anderen Soldaten registriert. Im April 2000 haben 12 kranke KFOR-Soldaten Klage gegen das britische Verteidigungsministerium erhoben. Auch vier belgische Soldaten wollen ihre Regierung verklagen. In Spanien gibt es drei Krebsfälle, in Frankreich fünf. In Italien er­krankten 30 Soldaten, in den Niederlanden 18, in Dänemark zwei Soldaten, in Griechen­land und in Deutschland je ein Soldat. Das sind lediglich die Fälle, die öffentlich gewor­den sind. Aufgrund der Zeit, die zwischen einer Uranvergiftung und dem Ausbruch der Krebserkrankung vergeht, ist zu schließen, daß Mehrzahl dieser Soldaten bereits in Bos­nien kontaminiert wurden. Die Folgen des Kosovoeinsatzes werden erst später offensicht­lich. Belgische und holländische Truppen wurden durch ihren Regierungen angewiesen, keine lokalen Produkte zu essen. Kleidungsstücke müssen beim Verlassen des Kosovo zer­stört und Fahrzeuge dekontaminiert werden. Selbst Trinkwasser wird angeblich eingeflo­gen. Vor diesem Hintergrund scheint sich im Oktober 2000 Portugals Verteidigungsmi­nister Julio de Lemos de Castro Caldas entschlossen zu haben, das gesamte portugiesische Truppenkontingent aus dem Kosovo abzuziehen. Der Lissabonner Tageszeitung Diario de Noticias zufolge bedauert Verteidigungsminister seine Entscheidung zum Truppenabzug aus dem Kosovo nicht schon früher getroffen zu haben. Aus Angst vor dem Balkan-Syn­drom haben nach Angaben des stellvertretenden griechischen Verteidigungsministers Dimitris Apostolakis bisher 142 von insgesamt 1.481 Soldaten eine vorzeitige Rückkehr aus dem Kosovo beantragt. Etwa 400 Soldaten des norwegischen Bataillons Telemark wei­gerten sich, die für die Entsendung in den Kosovo notwendigen Verträge zu unterzeichnen.

Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran im Kosovo[17]

Den Stabsärzten, die die Meningitiserkrankung des im Kosovo stationierten und inzwi­schen verstorbenen Bundeswehrsoldaten André Horn nicht erkannt haben, wurde durch die Presse Schlamperei vorgeworfen. Die Tatsache, daß die Stabsärzte die Meningitis nicht behandelt haben, beweist nur, daß sie diesen Verdacht nicht haben konnten. Meningokok­keninfektionen sind häufig bei Kindern, seltener bei sehr alten Menschen, extrem selten jedoch bei jungen Erwachsenen, es sei denn, sie haben ein erheblich geschwächtes Immun­system wie z.B. bei AIDS. Wenn ein Arzt also einen jungen Mann vor sich hat, der nicht AIDS-infiziert ist, wird er zunächst nicht daran denken, ihn auf Meningokokken untersu­chen. Der ZDF-Journalist, der den Anwalt der Familie Horn nach der Möglichkeit einer Uranvergiftung befragt hatte, bekam zur Antwort: er habe bislang noch nicht an die Mög­lichkeit gedacht. Dem Anwalt war jedoch bekannt, daß ein zeitgleich mit André Horn im Kosovo stationierter Bundeswehrsoldat an einer "merkwürdige Lungenentzündungssym­ptomatik“ erkrankt ist. Geradezu beweisend für das Vorliegen einer Immunschwäche wäre die Pneumocystis-Carinii-Infektion der Lunge, die vor allem AIDS-Kranke befällt. Bisher hat die Bundeswehr keine Statistik veröffentlicht, wie viele Soldaten im oder nach dem Krieg auf dem Balkan an welchen Krankheiten erkrankt sind. Nach Angaben des Verteidi­gungsministeriums gäbe es keinen Hinweis darauf, daß deutsche Soldaten bei ihrem Ein­satz im Kosovo Erkrankungen durch Reste von auf Uranmunition als Krankheitsursache. Denn die Soldaten werden nicht routinemäßig auf Uranbelastung untersucht. Bei den we­nigen Untersuchungen, die vorgenommen und veröffentlicht wurden, handelte es sich um Urinproben, die am allerwenigsten geeignet sind, Uranbelastung nachzuweisen, da Uran im Urin kaum löslich ist.

Afghanistan

Der NATO-Angriffskrieg gegen Afghanistan wurde ebenfalls mit Uranmunition geführt. Auf Fragen von Journalisten am 15. und 16 Januar 2002 hatte der US-amerikanische Se­cretary of Defense, Donald Rumsfeld geantwortet, daß in „mehreren Fällen“ (15.1.) bzw. „in einem Fall“ (16.1.) erhöhte Radioaktivität gemessen wurde, es sähe so aus, als ob es sich um das Ergebnis der Anwendung von Sprengköpfen mit abgereichertem Uran handele. Nach diesem Eingeständnis versuchte Rumsfeld allerdings die Tatsache, daß die Radioak­tivität nach den US-Angriffen auf afghanische Stellungen erhöht war, so umzudeuten, als ob es die Taliban und die El Kaida selbst seien, die über Urangeschosse und andere Mas­senvernichtungswaffen verfügen würden. Diese Aussage ist wenig glaubhaft. Le Monde diplomatique wies im März 2002 darauf hin, daß die USA mit dem „Bunker Buster - GBU-28“ einen Sprengkopf eingesetzt hat, der 1½ Tonnen abgereichertes Uran enthält. Zur Zerstörung eines Bunkers wie Tora Bora erscheint die Anwendung von Uranmunition militärisch logisch. In zerschossenen Flugzeugwracks auf dem Flugplatz in Kandahar hat ein amerikanisches Team abgereichertes Uran gefunden und es ist kaum anzunehmen, daß die Taliban ihre eigenen Flugzeuge zerstört hätten. Der unabhängige Waffenexperte Dai Williams, Surrey, UK, schätzt die Uran- und radioaktive Strahlenbelastung in Afghanistan mindestens dreifach höher als die im Irak nach dem Krieg 1991[18]. Dort seien Urange­schosse eingesetzt worden, die maximal 5 kg Uran enthielten. Die durchschnittliche Größe der Sprengköpfe von „GBU-15, 24, 27 und 31“ liegt bei 900 kg abgereichertem Uran je Sprengkopf. Der neueste US-amerikanische bunker buster, Big BLU (BLU-109/B), wiegt zehn Tonnen und die Daten aus dem US-Patent würden zeigen, daß dieser zu mindestens 50% aus Uran besteht[19]. Deshalb läge die Gesamtmenge des eingesetzten Urans in Afgha­nistan bei bis zu 1000 Tonnen. Dr. Asaf Durakovic, hat auf der Konferenz für Militärme­dizin und Schutz gegen Massenvernichtungswaffen am 20.10.2002 in Qatar bekanntgege­ben, daß er im Körpergewebe von Menschen in Ostafghanistan, Kandahar, Kabul und Jalalabad eine einhundertfach erhöhte Konzentration von Uranisotopen nachweisen konnte[20] Epidemiologische Daten aus Afghanistan können noch nicht vorliegen, aber innerhalb der nächsten fünf Jahre wäre mit einem Anstieg der Immunschwäche- und Krebserkrankungen zu rechnen ähnlich wie im Irak und Jugoslawien.

Plutoniummunition

Ein zusätzliches Problem besteht darin, daß die Uranmunition nicht immer aus abgerei­chertem Uran hergestellt wird. Einige amerikanische Hersteller benutzen Uran, das nicht abgereichert wurde mit demselben Isotopenmix wie natürliches Uran (99,3% U 238 und 0,7% U 235). Dies erklärt, weshalb Wissenschaftler in Ungarn und Griechenland nach der Bombardierung Jugoslawiens eine erhöhte Belastung durch „natürlichen“ Uranstaub fest­stellen konnten, aber auch, weshalb US-amerikanische und kanadische Wissenschaftler behaupten konnten, an einigen Orten in Afghanistan kein abgereichertes Uran gefunden zu haben.

Laut Untersuchung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich enthielten einige der im Kosovokrieg verwendeten Geschosse auch Plutonium-Rückstände Deshalb wurde die Vermutung geäußert, daß exponierte Personen in Kosovo einem vielfach höheren Krebsrisiko ausgesetzt gewesen sein könnten, als bisher angenommen. Der Leiter des AC-Labors in Spiez, Bernhard Brunner, bestätigte das Vorhandensein des Uran-Isotop 236 in Munitionsteilen.

Das abgereicherte Uran (Depleted Uranium) für die von NATO-Staaten im Irak und in Jugoslawien eingesetzten Munition stammt nach Angaben des Göttinger Chemie- Profes­sors Rolf Bertram zumindest teilweise aus einer Wiederaufarbeitungsanlage. Anders ließen sich die in Geschoßresten gefundenen Spuren von Plutonium 239 und von Uran 236 über­haupt nicht erklären.

Dr. Asaf Durakovic hat nachgewiesen, daß sich Uran 236 im Körper von 42 amerikani­schen Golfkriegs-Veteranen nachweisen läßt. Uran 236 ist ein Stoff, der nicht natürlich vorkommt und sich deshalb nicht im abgereichertem Uran befinden kann.

Ein offizieller amerikanischer Armee-Bericht von 1995 erkannte die Möglichkeit, daß das vom Militär verwendete abgereicherte Uran Spuren von Uran 236 enthält. Das rührt daher, daß einiges von dem abgereichertem Uran, das in amerikanischen Waffen verwendet wird, aus gebrauchten Kernbrennstoffen stammt und nicht aus neugewonnenem Uran.

Das AKW bei Paducah in Kentucky wurde wegen "Verschwendung, Schwindel, Miß­brauch und Schlamperei" von der Überwachungsbehörde, General Accounting Office, be­reits 1992 angeklagt. Die Überwachungsbehörde beschuldigte das AKW, die Trennung von Uran-Rückständen vom Atomabfall ohne Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt zu haben und dabei die eigenen Angestellten in Gefahr gebracht zu haben. Das AKW Paducah ist eine von drei Anlagen, die das abgereicherte Uran für den Gebrauch in USA-und NATO-Waffen herstellen. Dieselben Anlagen werden vom Pentagon-Sprecher Bacon als eine Quelle der Verunreinigung von einigen Waffen mit abgereichertem Uran genannt. Erklä­rung dafür könnte sein, daß reine und verunreinigte Lieferungen von abgereichertem Uran vermischt worden sind.[21]

Die Strahlenbelastung durch Plutonium Pu 239, also die Radiotoxizität, lässt sich wie folgt abschätzen: 1 kg Pu 239 besitzt eine Aktivität von 2,3 Mio. Megabecquerel, damit ist die Aktivität des Pu 239 rund 200 000 mal größer als die von U 238. Wenn sie in den Kör­per gelangt, hat eine Aktivität von 1 MBq eine Strahlenbelastung von 50 Sv zur Folge. Das bedeutet, dass noch 1 mg die riesige Strahlenbelastung von rund 50 Sv zur Folge hätte, und 1 µg (Millionstel Gramm) immer noch 50 mSv. Nach der entsprechenden EU-Norm und der neuen Strahlenschutzverordnung liegt die Höchstgrenze für strahlenexponierte Personen bei 20 mSv pro Jahr. Damit wäre die Strahlenbelastung durch ein Millionstel Gramm Pu 239 immerhin noch 2,5 mal so hoch wie die Obergrenze für Personen, die aus beruflichen Gründen Umgang mit radioaktiven Strahlen haben. Eingeatmetes Plutonium wird sich in der Lunge, den Knochen und der Leber einlagern. Die Einnahme über den Magen- Darmtrakt ist etwa 10 000 mal weniger gefährlich als über die Lunge, da von der Darmschleimhaut nur ca. 0,01% aufgenommen und der Rest wieder ausgeschieden wird. Wenn Plutonium in den Geschossen ist, wird die gesundheitliche Schädigung größer als beim reinen Uran. Zusätzlich besitzt Plutonium als Schwermetall, wie das Uran, eine er­hebliche chemische Toxizität.

Zivile Verwendung von abgereichertem Uran

Abgereichertes Uran wurde auch im zivilen Flugzeugbau verwendet. Aufgrund des hohen Gewichtes bei kleinem Volumen und geringen Kosten wurde es als Gegengewicht in die Ruderklappen aller Boeing-Flugzeuge eingebaut, die zwischen 1960 und den frühen acht­ziger Jahren hergestellt worden sind, später wurde Wolfram verwendet. Dies ist nicht unge­fährlich. Die koreanische Boeing 747 von 1980, die bei Stansted abgestürzt ist, enthielt etwa 300 kg Uran. Am 4.10.1992 stürzte ein israelisches Frachtflugzeug der El-Al Boeing 747 in die Amsterdamer Vorstadt Bijlmermeer. 43 Menschen starben sofort, über 800 Menschen erkrankten. Erhöhte Radioaktivität wurde gemessen und den Israelis unterstellt, sie hätten illegal Atomwaffen transportiert. LAKA[22] veröffentlichte, daß das Flugzeug 282 kg Uran als Ausgleichsgewichte enthielt. Bei Flugzeugabstürzen entstehen hohe Tempe­raturen. Bei 300 °C bis 600°C wird das Uran pulverisiert und ab 800°C verbrennt es voll­ständig.

Wie die Gefahr weggelogen wird

Mit halben Wahrheiten und ganzen Lügen versucht die Bundesregierung, die Gesundheits­gefahr durch Uranmunition zu verharmlosen[23]. So sagte z. B. Rudolf Scharping, als er noch Bundesminister war:

“In der Bundeswehr ist - genauso wie bei Polizei, Gerichten, Journalisten, Politikern - die Häufigkeit bestimmter Erkrankungen völlig gleich ist… Ich rede nicht von der statisti­schen Verteilung. Ich rede davon, ich zunächst einmal kucken muss, ob es in der Bundes­wehr eine auffällige Häufung von Erkrankungen gibt. Dann kann ich prüfen, ob diese auffällige Häufung von Erkrankungen - die es nicht gibt - in irgendeinem Zusammenhang mit dem Einsatz steht. Und da kann ich nur sagen, erkennbar nicht. Alle Informationen, die ich auf den Tisch bekomme, signalisieren, es gibt keinen Zusammenhang zwischen ei­ner aufgetretenen Leukämie, Krebs oder anderen Erkrankung und einem Einsatz im Bal­kan.[24]

Die Aussage von Minister Scharping besagt nur, daß er von Epidemiologie keine Ahnung hat. Soldaten sind männlich, überwiegend jung und gesund, denn bei der Musterung wer­den Kranke vorher aussortiert. Bei Gerichten, Journalisten und Politikern ist das Durch­schnittsalter deutlich höher und damit der Gesundheitszustand häufig schlechter. Körper­lich Schwache wurden nicht aussortiert, da dieses keine Berufe mit körperlicher Belastung sind, wie etwa Bauarbeiter, Landwirte und Seeleute. Für Leukämieerkrankungen spielt die körperliche Konstitution eine entscheidende Rolle. Es erkranken immungeschwächte Men­schen. Sollte also tatsächlich die Leukämierate auf dem altersbedingt durchschnittlich hö­heren Niveau von Richtern, Journalisten, Politikern liegen, so ist das ein sehr bedenklich. Eine Vergleichsgruppe müßte ebenfalls aus jungen, gesunden Männern bestehen, etwa Zi­vildienstleistende, die zuvor nach den gleichen Kriterien tauglich gemustert wurden.

Weitere Beispiele aus anderen Veröffentlichungen:

z.B.: Strahlenbelastung wurde oft aus 1 m Entfernung gemessen und angegeben: Aber Uran 238 ist überwiegend ein Alpha-Strahler. Alpha-Strahlung hat in Festkörpern und im Körpergewebe nur etwa 1 mm Reichweite und in Luft oder Dampf (Wilsonsche Nebelkammer) etwa 7 cm. Somit ist von vornherein klar, daß man mit einem Geigerzähler aus einem Meter Entfernung kaum etwas messen wird. Bereits geringfügig erhöhte Werte sind hier schon ein Indiz für eine massive Gesundheitsgefährdung.

z.B.: Urankonzentration wurde oft gemessen und angegeben im Urin.
Die Einlagerung des schwer wasserlöslichen Urans in den Knochen wird nicht erwähnt und selten untersucht.[25] Weil Uran nur schwer wasserlöslich ist, wird man eine vermehrte Ausscheidung im Urin am wenigsten erwarten können. Originalton Scharping:

„In dieser Untersuchung, Soldaten, die im Kosovo eingesetzt waren - in der Nähe der möglicherweise kontaminierten Gebiete -, Kontrollgruppe in der Zivilbevölkerung, Kon­trollgruppe bei anderen Soldaten: Es ist keine Abweichung feststellbar, mit einer einzigen Ausnahme. Es gibt einen Menschen, der hat einen etwas erhöhten Wert aufgewiesen, un­kritisch, aber etwas erhöht, und das ist aufgeklärt worden: Der hat jeden Tag drei Liter Mineralwasser getrunken"[26]

Scharping versucht uns also weiszumachen, daß das Mineralwasser die Ursache für die Uranausscheidung ist. Gibt es etwa eine Uranbelastung im Mineralwasser?[27]. Logisch und wahrscheinlich ist folgender ursächlicher Zusammenhang: Uranoxid wird als Staub inha­liert. Es wird vor allem in den Knochen abgelagert. Es ist sehr schwer wasserlöslich. Auf­grund der nahezu Unlöslichkeit in Körperflüssigkeiten kommt Uran im Urin nicht in gro­ßen Mengen vor. Die Ausscheidung liegt in der Größenordnung Nanogramm/ml, die Uran­konzentration im Urin liegt bei etwa 1 zu 1 Milliarde. Dieser Soldat hat seinen Körper mit drei Litern Flüssigkeit kräftig durchgespült. Dadurch hat er geringe Mengen Uranoxid wieder ausgeschwemmt. Mediziner nennen das "forcierte Diurese" und das ist eine allge­mein übliche Erste-Hilfe-Maßnahme bei Vergiftungen: riesige Trinkmenge, eventuell kom­biniert mit harntreibender Medizin.

Das deutsche Verteidigungsministerium hat Ende 1999 das Institut für Strahlenschutz des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit bei München beauftragt, zu unter­suchen, ob DU krebserregend ist. Die Untersuchung wird von Dr. Paul Roth geleitet. Er erklärt: "Wir haben noch bei keinem der über 100 KFOR-Soldaten, die wir untersucht ha­ben, abgereichertes Uran im Urin gefunden. Bisher haben wir keinerlei Hinweis auf einen Zusammenhang zwischen DU und den aufgetretenen Krankheitsfällen entdecken können", erklärt er und vermutet, daß er auch bei weiteren Untersuchungen nichts finden wird. Denn der Doktor weiß natürlich, daß Uran kaum wasserlöslich ist. Wenn jedoch wider Erwarten Uran im Urin gefunden wird, spricht dies schon für eine massive Gesundheitsgefährdung.

z.B.: Krebsrisiko:

Von Randow[28] beschreibt das Krebsrisiko von Uranmunition am Beispiel von Lungen­krebs. Dessen häufigste Ursache ist das Rauchen und die zweithäufigste Radon. Das Krebsrisiko durch Uranmunition ist nur halb so groß wie das durch Radonbelastung aus „natürlichen“ Quellen bei Nichtrauchern[29]. Die Belastung durch Uranmunition führt viel häufiger zu Blutkrebs und Knochenkrebs, da Uran ja im Knochen eingelagert wird als a-Strahler mit Reichweite im Millimeterbereich vorwiegend die Knochenzellen (Osteo­blasten) und die Knochenmarkszellen schädigen wird. Deshalb ist der Vergleich des Lun­genkrebsrisikos von Uranmunition mit Radon und Rauchen unzureichend.

Uranmunition,
eine deutsche Massenvernichtungstechnologie

Nach Berichten des US-War-Department vom 30.10.1943 hat Deutschland im Oktober 1943 den Einsatz von Radioaktivität als Kriegswaffe vorbereitet. Im Sommer 1943 hat Deutschland die Wolfram-Importe aus Portugal gestoppt. Statt dessen wurde befohlen, Uran für die Produktion von Hartmantelgeschossen zu verwenden. Damit ist die Uranmu­nition eine Technologie aus Deutschland.

Nach Presseberichten hat der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern die Uranmunition in den frühen siebziger Jahren weiterentwickelt[30]. Ein deutscher Professor aus Göttingen erklärte, Rheinmetall hätte ihm angeboten, die Testschüsse mit verschiedenen Projektilen aus abge­reicherten Uran zu überwachen, die Rheinmetall hergestellt hat. Nach Aussagen des Ham­burger Friedensforschers Götz Neudeck sei die Kanone des amerikanischen Panzers M-1, der die Uranmunition verschießt, dieselbe wie die des deutschen Panzers Leopard II. Der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern, der die Kanone für den Leopard II herstellt, besitzt auch die Lizenz für die amerikanische Kanonenfertigung. Auch Messerschmidt-Bölkow-Blohm hat Uranmunition über 17 Jahre lang getestet. Der Soldat Erich Schempp war 1982/83 beim Panzerbataillon 284 in Dornstadt bei Ulm stationiert. Während des Urlaubs im Sommer 1983 wurden zwei Panzerbesatzungen per Telegramm aus dem Urlaub geholt und nach Munster transportiert. Dort wurden mehrere Tage lang Schießversuche durchge­führt. Den Soldaten wurde lediglich gesagt, es handele sich um eine neue Munition mit höherer kinetischer Energie, die in der Lage wäre, alle bekannten Panzerungen zu durch­brechen. Soldat Schempp bemerkte nach seinem Einsatz in Munster ständige Müdigkeit und Kopfschmerzen, Schwächung des Immunsystems. Deshalb war er seit 1985 in ärztli­cher Behandlung. Erst nachdem er in einer Fernsehsendung von Uranmunition erfahren hatte, konnte er den Zusammenhang erkennen. Oberstabsarzt Reimann teilte auf seine An­frage mit, „seit wenigen Tagen sei bekannt, dass die Bundeswehr Uranmunition getestet hätte.“ Das Bundesverteidigungsministerium teilte dagegen mit, die Bundeswehr habe nie Tests mit Uranmunition durchgeführt. Dem Soldaten wurde eine Untersuchung verweigert, die er dann auf eigene Kosten vornehmen ließ: Die Haarprobe lag viele Jahre nach der Ex­position mit 0,134 µg Uran /g Haare noch eineinhalbmal über dem Grenzwert von 0,866 µg/g.

An den folgenden weiteren Orten in Deutschland ist es zum Einsatz bzw. zu Zwischenfäl­len mit der Uranmunition gekommen:

05.8.1981 in Fulda (Hessen): ein M-60 Panzer mit Uranmunition geriet in Brand.

23.3.1982 in Lampertheim (Hessen): ein M-60 Panzer mit Uranmunition geriet in Brand.

28.2.1985 in Schweinfurt (Bayern): ein Panzer mit Uranmunition brennt aus.

19.3.1985 in Garlstedt/Altenwalde (Niedersachsen): Uranmunition wurde verschossen.

17.9.1986 Grafenwöhr (Bayern): Uranmunition wurde verschossen.

14.8.1988 Grafenwöhr (Bayern): ein Panzer mit Uranmunition geriet in Brand.

20.9.1988 Gollhofen (Bayern): ein M-60 Panzer mit Uranmunition geriet in Brand.

23.9.1988 Oberaltertheim (Bayern): ein Panzer mit Uranmunition geriet in Brand.

08.12.1988 Remscheid (NRW): ein Panzerabwehrflugzeug vom Typ Fairchild A-10 stürzt über der Stadt ab. Es hatte wahrscheinlich Uranmunition an Bord. 7 Menschen, darunter der Pilot, versterben, 50 werden zum Teil schwer verletzt.

16.5.1990 Wildflecken (Bayern): Uranmunition wurde verschossen.

Bis 1993 war das als „Warzenschwein“ bekannte A-10 Thunderbolt Kampfflugzeug, wel­ches mit seiner Kanone pro Sekunde 60 Schuss Uranmunition verschießt, unter Geheim­haltung auf den Militärbasen in Nörvenich, in Ahlhorn, in Sembach und Leipheim mit jeweils 60 US Soldaten stationiert. Ab 1992 wurden die A-10 Thunderbolt mit den dazu­gehörigen US Einheiten dauerhaft in Spangdahlem stationiert, von dort aus kamen sie in Bosnien und im Kosovo zum Einsatz.

Der frühere Leiter des Planungsstabes im Bundesverteidigungsministerium, Hans Rühle, hat zugegeben, brisante Information dem Verteidigungsausschuß des Bundestages und so­gar höchsten Mitarbeitern des Verteidigungsministeriums verschwiegen zu haben, Er habe damals »alles getan, diese Informationen zu unterdrücken«, da sonst »eine politisch-psy­chologisch hochgefährliche Situation entstanden« wäre, so Rühle. Er habe gewußt, daß tausend strahlende Panzer mit Uranlegierungen in der BRD durch die Gegend fuhren Und da es zu dieser Zeit Massenproteste gegen die Stationierung von neuen US-Atomraketen in Westdeutschland gab, hätten Schlagzeilen über krebsfördernde Panzerkolonnen auf deut­schen Straßen das Faß womöglich zum Überlaufen gebracht. Sein Bekenntnis zu klassi­scher Desinformationspolitik bestätigt, daß uranbestücktes Kriegsgerät in der Bundesrepu­blik Deutschland immer gegenwärtig war.

Zum Weiterlesen

Seit dem erscheinen der zweiten Auflage im Juni 2000 sind zahlreiche neue Informationen über Urangeschosse hinzugekommen. Die redaktionelle Arbeit an dieser Broschüre bestand im wesentlichen darin, diese Informationen zu suchen, auszuwählen und zu sortieren. Dabei ist natürlich auch einiges aus Platzgründen weggefallen, denn es sollte bei einer Broschüre bleiben und kein Buch von 400 Seiten werden. Für Interessierte deshalb hier eine Liste der Quellen im Internet, auch diese ist nicht vollständig. Bei der Auswahl sind die Seiten angegeben, die wiederum auf mehrere Artikel verweisen, nicht jeder einzelne Artikel zum Thema. Wir selbst haben die Seite http://www.uranmunition.de eingerichtet, die neben unseren eigenen Beiträgen eine umfangreiche deutschsprachige Artikelsammlung enthält.

deutschsprachige Seiten:

http://www.sdnl.nl/gunther-home.htm

http://www.embargos.de/irak/envir-du/index.htm

http://www.friedenskooperative.de/themen/gifte-00.htm

http://www.uni-kassel.de/fb10/frieden/themen/DU-Geschosse/Welcome.html

http://www.physik.uni-oldenburg.de/Docs/puma/radio/Uran_Munition.html

http://www.geowiss.uni-hamburg.de/i-boden/umunitio.htm

http://www.medicine-worldwide.ch/enzyklopaedie/strahlenmedizin/balkansyndrom.htm

http://www.vbs.admin.ch/ls/d/h_info/du/index.htm

http://www.friwe.at/jugoslawien/krieg/vernichtung/vernichtung.htm

http://www.bessereweltlinks.de/book51e.htm und /book60h.htm

http://www.gib.squat.net/uran/

http://www.thur.de/philo/kriegnavi.htm

http://www.generationenprojekt.de/1991/Texte/Ellis-1991.html

http://www.subversiv.freewebsites.com/gs/2001-01/uranmunition.html

http://www.wehrpolitik.com/noframe/maerz2001/uranmunition.html

http://de.indymedia.org/2001/05/2608.shtml

http://www.ippnw.de/frieden/du/urangina.htm

http://www.netzwerk-regenbogen.de/uran_muni050201.html

und weitere Seiten zu Uranmunition auf http://www.netzwerk-regenbogen.de/

http://www.kpoe.at/vs/0166.htm

http://www.dkp-sh.de/norderstedt/URAN.htm

http://www.kpd.net/rmarchiv/rf09003.htm

http://www.dju-hamburg.de/krieg.htm

http://studsem-bs.de/2/ausbild/physik/uranmuni.htm

http://www.atomopfer.de

http://www.nato-tribunal.de/krusewitz.htm

und weitere Beiträge zu Uranmunition auf http://www.nato-tribunal.de/

http://www.dfg-vk.de/krieg/k170.htm und weitere Beiträge auf http://www.dfg-vk.de/

 

niederländische, skandinavische und englischsprachige Seiten:

http://www.cadu.org.uk

http://www.stopnato.org.uk/duwatch/

http://www.eoslifework.co.uk/u23.htm

http://www.miltoxproj.org/DU/DU_Titlepage/DU_Titlepage.htm

http://www.americanstateterrorism.com/weapons/DepletedUranium.html

http://www.ius.bg.ac.yu/apel/du.html

http://www.antenna.nl/wise/uranium/#DU

http://www.agroeco.nl/~wise/uranium/index.html

http://www.peacelink.nu/Atomvapen/Uran_ammunisjon.html

http://www.fred.dk/artikler/forringe.htm1

http://www.folkkampanjen.se/du200101.html

http://www.iacenter.org/depleted/

http://www.fas.org/man/dod-101/

http://www.inesglobal.com/publication/ines_proceedings/workshop_5.htm/siegwart.htm

 

und hier weitere ausführliche Informationen in gedruckter Form:

Siegwart-Horst Günther - Uran-GeschosseSiegwart-Horst Günther

Uran-Geschosse:
Schwergeschädigte Soldaten, mißgebildete Neugeborene, sterbende Kinder

92 Seiten, 57 Abb., 8 Faks., 2. erw. Aufl.
deutsch / englisch / französisch
EUR 12,- / sFr 22,-
ISBN 3-89484-805-7

http://www.ahriman.com/buecher/guenther.htm

Siegwart-Horst Günther, Burchard Brentjes

Vor dem dritten Golfkrieg

Geschichte der Region und ihrer Konflikte.

300 Seiten, illustriert
DM 16.80 / öS 123.00 / sFr 16.00,
ISBN 3-932180-34-8
Berlin (Edition Ost)

Vor dem erneuten Militärschlag des US-amerikanischen und britischen Imperialismus ge­gen den Irak haben der Mediziner Prof. Dr. Siegwart-Horst Günther und der bekannte Archäologe und Orientalist Prof. Dr. Burchard Brentjes, ein Buch vorgelegt.

Bei dem Buch handelt es sich im wesentlichen um eine Darstellung der Geschichte der Golfregion seit dem Altertum. Diese Darstellung ist eine gut nachvollziehbare Zusammen­fassung der überaus komplexen und vielgestaltigen Geschichte der Region. Siegwart Horst Günther belegt in seinem Beitrag in erster Linie den Einsatz von «Depleted Uranium», also Uran-Geschossen durch die westlichen Alliierten im Kuwait-Krieg 1991. Der Autor, der seinerzeit am Ort des Geschehens entsprechende Untersuchungen vorgenommen hat, hatte sich zunächst mit massiven bis zu seiner Inhaftierung gehenden Vertuschungsversuchen seitens der interessierten deutschen Staatsmacht konfrontiert gesehen. Die massenhaften Erkrankungen bei Soldaten der alliierten Streitkräfte und natürlich auch der irakischen Bevölkerung haben diesen Vertuschungsversuch inzwischen jedoch wirkungslos gemacht. Dem Taschenbuch sind mehrere Chronologien, eine Bibliographie und einige Seiten Fotos beigegeben.

 

Ulrich Cremer, Dieter S. Lutz (Hrsg.)

Nach dem Krieg ist vor dem Krieg

220 Seiten, mit Beiträgen von Samir Amin, Tania Noctiummes / Jean-Pierre Page, Ulrich Cremer, Lühr Henken, Avgust Lesnik, Karl Heinz Roth, Matthias Z. Karádi / Dieter S. Lutz, Norman Paech / Gerhard Stuby, Knut Krusewitz, Siegwart-Horst Günther, Ilona Rothe, Franziska Hundseder, Wolf-Dieter Narr / Roland Roth / Klaus Vack und einem Dokumentenanhang: Lagebericht des Auswärtigen Amtes vom 19. März 1999

ISBN 3-87975-760-7, DM 22.80
Hamburg (VSA Verlag)


Nachwort

Die in Kriegen eingesetzten modernen Massenvernichtungsmittel zerstören die Lebens­grundlagen der Menschen nachhaltig. An den Folgen der Kriege leiden und sterben die Menschen noch lange, nachdem die kriegerischen Handlungen längst eingestellt sind. Deshalb ist es notwendig, den Krieg abzuschaffen. Die Aufrechterhaltung des Militärs ist aktive Kriegsvorbereitung und hat immer wieder neue Kriege zur Folge.

„Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuwirken“, so lautet die Grundsatzerklärung der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgeg­nerInnen. Wir wollen die Kriegsführung unmöglich machen und deshalb das Militär ab­schaffen. In dem Staat, dem wir angehören, wollen wir damit beginnen. Innerhalb der DFG-VK gibt es die Arbeitsgruppe „Bundeswehr abschaffen“. Durch die Herstellung und Verbreitung von Öffentlichkeitsmaterial wollen wir weitere Mitstreiterinnen und Mitstrei­ter gewinnen und damit dazu beitragen, daß eine Bundesrepublik ohne Armee verwirklicht werden kann. Deshalb möchten wir gerne auch Sie/Dich mit dieser Broschüre ermuntern, gegen jede Art von Krieg und Kriegsvorbereitung aktiv zu werden.

Warum wir für die Abschaffung der Bundeswehr sind:

Militär löst keine Probleme.

Wir wollen eine Völkergemeinschaft, die Konflikte zivil bearbeitet, nach den Grundsätzen der Humanität und der Gerechtigkeit, ohne kriegerische Auseinandersetzungen.

Militär kann nur zerstören

Die militärische Verteidigung von modernen Industriestaaten ist nicht möglich. Die anfäl­lige Infrastruktur würde zerstört, Atomkraftwerke und Chemiefabriken bringen den Tod über die eigene Bevölkerung. Militär zerstört im Einsatz genau das, was es zu schützen und bewahren vorgibt.

Militär ist undemokratisch

Armeen funktionieren nach dem Prinzip von Befehl und Gehorsam. Das steht im Gegen­satz zu freiheitlichen, selbstbestimmten Lebensformen.

Abrüstung in Deutschland …

ist ein wichtiger Impuls für weitere Abrüstung in Europa und weltweit! Wer wirklich friedliche Konfliktlösung will, muß mit gutem Beispiel vorangehen und mit der Abrüstung beginnen.

Zu: „Bundeswehr abschaffen“ erhalten Sie Informationen bei folgenden Adressen:

B.o.A.-Agentur Nord

der Deutschen Friedensgesellschaft -

Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

Postfach 1426, 24904 Flensburg

B.o.A.-Agentur Süd

der Deutschen Friedensgesellschaft -

Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

Alte Allee 48, 81245 München

und im Internet: www.bundeswehrabschaffen.de


Im Rahmen der Kampagne zur Abschaffung der Bundeswehr sind folgende Informations­broschüren erschienen:

Bundeswehr abschaffen! – Argumente

Ein Leitfaden für diejenigen, die gerne wissen wollen, warum die Bundeswehr überflüssig und schädlich ist und eine Argumentationshilfe für diejenigen, die sie immer schon für schädlich und überflüssig hielten.

Mörder soll man Mörder nennen

Zur angemessenen Beschreibung der Tätigkeit von Soldaten nicht nur im Krieg

Eine Zusammenstellung der wichtigsten literarischen und philosophischen Zitate aus drei Jahrtausenden und eine Zusammenfassung der aktuellen politischen und juristischen Dis­kussion zum Themenkomplex „Soldaten sind Mörder“.

Zivil handeln

Diese Broschüre beschäftigt sich mit den nichtmilitärischen Alternativen. Sie zeigt auf, daß es einfach falsch ist, wenn die Politiker behaupten, es gäbe zur Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen oder Durchsetzung humanitärer Ziele nur Militär.

Wer keine Nazis mag, darf die Bundeswehr nicht rechts liegen lassen
Jede Armee ist ausländerfeindlich. Militarismus und Faschismus haben Ähnlichkeiten im Wertesystem. Es ist keine Zufall daß Menschen mit rechtsradikaler Gesinnung gerne zur Bundeswehr gehen, während Demokraten alles tun, die Wehrpflicht zu umgehen. Dies gilt um so mehr, als diese Bundeswehr jetzt zum weltweiten Kampfeinsatz bereit ist.

Wie Militär Demokratie verhindert

In dieser Broschüre wird nachgewiesen, daß der Dienst bei der Bundeswehr gegen beinahe alle Artikel des Grundgesetzes verstößt und unsere Notstandsgesetze die freiheitlich-de­mokratische Grundordnung außer Kraft setzen.

Wie Militär zur Gewalt gegen Frauen beiträgt

Diese Broschüre will aufzeigen, daß Frauen in militärischen Zusammenhängen gleichzeitig Mitunterstützerinnen, Mittäterinnen und Opfer sind. Darüber hinaus gibt es Informationen über die militärische Verplanung der Frauen in unserer Gesellschaft.

Wie vermeide ich die Wehrpflicht?

Ein praktischer Ratgeber für alle jungen Männer, die auf keinen Fall Dienst bei der Bun­deswehr ableisten wollen, aber auch den Zivildienst als Zwangsdienst ablehnen.

Wie verweigere ich die Kriegssteuerzahlung?

Wer nicht gerne bereit ist, Rüstung und Militär durch seine Steuergelder zu finanzieren, findet hier praktische Tips im Umgang mit den Finanzbehörden und konkrete Ratschläge zur Steuerersparnis.


Ja, ich will

gerne folgende Broschüren lesen:

¨ „Bundeswehr abschaffen! - Argumente“

¨ „Mörder soll man Mörder nennen“

¨ „Wer keine Nazis mag, darf die Bundeswehr nicht rechts liegen lassen“

¨ „Wie Militär Demokratie verhindert“

¨ „Wie vermeide ich die Wehrpflicht?“

¨ „Wie Militär zur Gewalt gegen Frauen beiträgt“

¨ Wie verweigere ich die Kriegssteuerzahlung?“

¨ Bitte schickt mir den B.o.A.-Rundbrief regelmäßig zu, mit der Speicherung meiner Adresse für diese Zwecke bin ich einverstanden

¨ Ich bin bereit, bei Aktionen gegen die Bundeswehr mitzumachen, bitte ruft mich an unter Tel.Nr.:

                               _________________________________________________________

¨ Ich bin bereit, Aktionen für die Abschaffung der Bundswehr mitzufinanzieren, bis zu Euro:

                ____________________________________

¨ Ich spende für die Arbeit der B.o.A.-Agentur Euro___________________________, Scheck anbei

Absenderadresse:

Name:_______________________________________________________________

Straße: ______________________________________________________________

PLZ/Wohnort:_________________________________________________________

Seite kopieren oder heraustrennen, einmal falten, dann paßt sie in jeden Fensterumschlag:

 

 

 

An die

 B.o.A.-Agentur Nord

der Deutschen Friedensgesellschaft -

Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

Postfach 1426,

24904 Flensburg

 


Ja, ich will auch Mitglied der DFG-VK werden:

"Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten."

Ich unterstütze diese Grundsatzerklärung der DFG-VK und erkläre meinen Beitritt:

Vorname_______________________   Name_______________________________

Geburtsdatum___________________   Berufsziel/Beruf_______________________

Straße_________________________   PLZ/Wohnort_________________________

Datum_________________________  Unterschrift__________________________

¨ Beitragsstufe 6 Förderbeitrag            (20,00 Euro im Monat)

¨ Beitragsstufe 5 Förderbeitrag            (15,00 Euro im Monat)

¨ Beitragsstufe 4 Förderbeitrag            (10,00 Euro im Monat)

¨ Beitragsstufe 3 Normalbeitrag            ( 6,00 Euro im Monat)

¨ Beitragsstufe 2 ermäßigter Beitrag     ( 3,00 Euro im Monat)

¨ Beitragsstufe 1 Mindestbeitrag          ( 1,50 Euro im Monat)

Darüberhinaus kann ich DM_______________________________ monatlich spenden.

Zahlungsart: Wir bitten darum, uns die Abbuchung der Mitgliedsbeiträge von Deinem Girokonto vornehmen zu lassen. Jede andere Zahlungsart ist teurer. Und wir wollen Geld lieber für politische Arbeit verwenden als für den Versand der Überweisungsformulare und Buchhaltung.

¨ Abbuchung (bitte Einzugsermächtigung ausfüllen)

Einzugsermächtigung: Hiermit ermächtige ich die DFG-VK bis auf Widerruf, meinen Mitgliedsbeitrag von meinem Konto abbuchen zu lassen:

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Ort                                         Datum                                   Unterschrift der Kontoinhaberin
Zahlungsrhythmus:                                         
¨ jährlich               ¨ halbjährlich
Ich bin damit einverstanden, daß meine personenbezogenen Daten bei der DFG-VK ge­speichert werden. Die DFG-VK sichert die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen zu.



[1] einen Teil der veröffentlichten Beiträge haben wir auf der Internetseite http://www.uranmunition.de dokumentiert.

[2]Beim amerikanischen Militär wird davon ausgegangen, dass 20% des eingeatmeten Uranstaubes in den Knochen und 12% im Nierengewebe eingelagert wird, siehe

http://www.per.hqusareur.army.mil/services/safetydivision/radiation/_private/u238.htm

[4] Dutch Journal of Medical Science, May 2001, und ‘De Standaard’, 5.5.2001,

[5] Akute Schwermetallvergiftung durch Uran, Funktionsstörungen von Nieren und Leber. Die geschädigte Leber ist nicht in der Lage, die Eiweißsynthese und den notwendigen kolloidosmotischen Druck aufrecht zu erhalten, so daß es zur Bauchwassersucht (Ascites) kommt. Wassereinlagerungen in den Gliedmaßen sind nicht zu sehen. Es handelt sich nicht um die Folge einer Eiweißmangelernährung. (Foto: Prof. Dr. Dr. med. habil Siegwart Horst Günther)

 

[6] (Foto: Prof. Dr. Dr. med. habil Siegwart Horst Günther)

[7] (Foto: Prof. Dr. Dr. med. habil Siegwart Horst Günther)

 

[8] (Foto: Prof. Dr. Dr. med. habil Siegwart Horst Günther)

[9] (Foto: Prof. Dr. Dr. med. habil Siegwart Horst Günther)

[10] Der Vortrag wurde von Prof. Dr. Dr. Günther am 10. April 2000 auf der DFG-VK Veranstaltung zur Ausstellungseröffnung „ULUS – Offenes Kriegsatelier“ in der Stadtbücherei Flensburg gehalten

[11] “Cancer surge on bomb range island”, BBC, by Matthew Chapman, Vieques, 4.2.2001

For more information contact: Committee for the Rescue and Development of Vieques

PO BOX 1424, Vieques, Puerto Rico 00765 Tel. 787 -741-0716 Email oficina@prorescatevieques.org

http://www.viequeslibre.org  Die Marine verwaltet seit 1938 fünf sechstel der Insel direkt und benutzt die Insel für Kriegsmanöver und Bombenlagerung.

[12] siehe auch: UNEP - Umweltorganisation der Vereinten Nationen, Berichte 1999 und 2001

"Depleted Uranium in Serbia and Montenegro: Post-Conflict Environmental Assessment in the federal Republic of Yugoslavia". http://postconflict.unep.ch

[13] Meldung der jugoslawischen Presseagentur BETA vom 22.7.2002

[14] Glas Javnosti vom 4.1.2001, zitiert nach Süddeutsche Zeitung vom 5.6.7. Januar 2001

[15] Bericht der Atomic Energy Agency, geht davon aus, daß Amerikaner und Briten im Golfkrieg etwa 25 Tonnen DU verschossen haben. "Wenn diese Menge DU eingeatmet werden würde, dann würde das genügen, um 500.000 Menschen umzubringen", und daß "diese offensichtlich theoretische Zahl zwar nicht real ist, sie aber trotzdem die Größenordnung des Problems andeutet." "Nuclear adviser issued shells alert", by Michael Evans, Defence Editor, The Times, Monday, January 15 2001

[16] "Kostunica: DU use is criminal", Kathimerini, Athen, 15.1.2001

[17] Die markierten Gebiete zeigen die Positionen an, wo eines oder mehrere Flugzeuge mit Uranmunition angegriffen haben. Die Markierungen sind nicht präzise, Die Quelle der Daten für die bezeichneten Gebiete waren Pilotenbesprechungen nach Einsätzen mit flexibler Zielauswahl während der Operation Allied Force. Die Besatzungstruppen der Amerikaner und Briten haben ihre Sektoren im relativ weniger betroffenen Ostkosovo, die Deutschen halten bei Prizren im Südwesten das am stärksten verseuchte Gebiet

[19] US-Patent Nr. 6,389,977 (aus 1997) Claim 5: „The shrouded aerial bomb as claimed in Claim 1 wherein the penetrating body is formed of depleted uranium“

[20] „by state of the art mass spectometry analysis“, so Durakovic

[21] Aftenposten(Norwegen) vom 31.01.01, Autor: Ulf Andenæs.

[23] Ein ausführlicher Beitrag, der sich mit Aussagen aus „Welt“ und „Zeit“ sowie einem Interview mit Rudolf Scharping (in seiner Funktion als Bundesverteidigungsminister) auseinandersetzt, ist unter http://www.bundeswehrabschaffen.de/archiv/halbew.zip  zu lesen, hier wenige Auszüge.

[24] entnommen aus dem ZDF Interview von Eser, war dokumentiert auf http://www.bundeswehr.de

[25] Soldat Schempp hat es richtig gemacht und nicht den Urin, sondern seine Haarprobe untersuchen lassen die einen eineinhalbfach erhöhten Wert aufwies (s.u.) Bei einer Untersuchung von 400 Solda­ten, die im Golfkrieg im Einsatz waren, wiesen 280 (70%) erhöhte Uranwerte im Körpergewebe auf, jedoch nur 17 (4,3%) ebenfalls im Urin. Und auf der Seite des kanadischen Militärs sagt Mitch Gillett den Veteranen , daß eine 24-h-Sammelurinprobe nicht genügt, sondern immer mit einer Haarprobe kombiniert werden muß. http://www.dnd.ca/menu/maple/vol_4/vol4_02/dnews_e.htm

[26] entnommen aus dem ZDF Interview von Eser, war dokumentiert auf http://www.bundeswehr.de

[29] http://www.bullatomsci.org/issues/1999/nd99/nd99vonhippel.html Fetter und von Hippel nennen als Lebenszeitprävalenz für Lungenkrebs durch Radon 1:20000. Für Uranmunition läge sie demnach bei 1:40000. Dies entspräche für die Zweimillionenbevölkerung des Kosovo etwa 50 Lungenkrebstodesfälle und die gehen in der viel höheren Zahl der Radon- und Tabaktoten statistisch unter.

[30] „Der Spiegel“ (4-2001)

 

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Zuletzt geändert: 09.07.2006