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Uranmunition

Von Amerika lernen, heißt Amerika besiegen!

28 Verhaftungen wegen Überreichung eines Protestbriefes

Alliant Techsystems produziert Waffen aus abgereichertem Uran und ist der größte Munitionshersteller des Pentagons. Die Firmenzentrale befinde sich in Edina, Minnesota. Bei der Protestkundgebung am 2. April vor der Zentrale dieses Unternehmens sprach Tom Bottolene von der Alliant Action sowie Phil Steger von den Friends for a Non-Violent World. Steger erwähnte die Auswirkung von Waffen aus radioaktivem Abfall auf irakische Kinder – der Ausdruck abgereichertes Uran wird von diesen Aktivisten vermieden, da sie ihn als Euphemismus einstufen. Phil Steger erinnerte daran, dass die Leukämieerkrankungen im Irak seit 1991 um 1000% gestiegen sind. Schließlich trat Carol Nauheimer auf, die Mutter des 1995 an Leukämie verstorbenen Patrick Nauheimer, eines Unteroffiziers der Marine. Nach einer Schweigeminute sollte zunächst ein Forderungskatalog an die Firma verlesen werden, in dem nähere Auskünfte zum Tod Nauheimers und zu zahlreichen Krankheitsfällen irakischer Kinder verlangt wurden.

250 Menschen insgesamt waren bei dieser Protestversammlung zugegen. Mit der Absicht, dem Vorstandvorsitzenden Paul David Miller den Protestbrief zu überreichen, betraten die Protestierenden, im Rahmen eine Aktion des zivilen Ungehorsams, das Betriebsgelände.

Als Antwort darauf wurden 28 Menschen verhaftet. (1)

 „Wir sind eine Art Inspektionsteam, das nach wahllos eingesetzten Massenvernichtungswaffen sucht“, erklärte Marv Davidov, der bereits 1968 Proteste gegen die Kriegsfirma Honeywell leitete. Seit 1996 organisiert er täglich Mahnwachen vor dem Betrieb von Alliant in Edina.

Während all dieser Proteste – gegen Honeywell wie gegen Alliant  - seien insgesamt mehr als 2.700 Menschen verhaftet worden.

Alliant hat bisher mehr als 15 Millionen DU-Geschosse hergestellt, über 100.000 gelangten im 2. Golfkrieg zum Einsatz. Als einzige Firma liefert Alliant auch Munition für Handfeuerwaffen ans Pentagon. Mit der Übernahme von Thiokol Propulsion Jahre 2001 wurde Alliant zum größten Hersteller von Festtreibstofftriebwerken, die bei vielen Raketentypen auch von der NASA eingesetzt werden. Zum Programm gehören außerdem satellitengesteuerte Bomben, sowie die grausamen Clusterbomben mit Langzeiteffekt, die kürzlich im Irak eingesetzt wurden. Außerdem wurden auch noch bis vor kurzer Zeit Antipersonenminen hergestellt.

Im Jahre 2002 verkaufte die Firma Waffen in Höhe von 1,2 Milliarden $, für 2003 wird eine Steigerung auf 2,1 Milliarden erwartet.

Eine Pressemitteilung von Alliant ist mehr als lächerlich: „Alliant produziert und verarbeitet kein Material aus abgereichertem Uran. Wir fertigen jedoch ein Geschoß, das mit abgereichertem Uran ausgestattet werden kann. Das abgereicherte Uran wird uns von der Regierung zur Verfügung gestellt.“

Intellektuelle sind hier manchmal, im Gegensatz zu Österreich, mutige treibende Motoren. Michael Brown, Teilnehmer der Aktion, studiert Philosophie, seine Mutter lehrt Philosophie an der Universität. Die Philosophie der AktivistInnen ist, wiewohl streng im pazifistischen Rahmen, äußerst konsequent. Michael sagt: „Ziviler Ungehorsam ist nie besonders angenehm, solche Aktionen geschehen im Zeichen der Gewissensfreiheit. Die Verfassung von Minnesota schützt Handlungen, die sich auf das Gewissen berufen.“ Na hobts des gheat?

Es ist doch erstaunlich, wie wenig unsere Presse über solche AmerikanerInnen wie Mutter Brown und Sohn oder Marv Davidov berichten.

Zusammen mit dem International Action Center und einem halben Dutzend weiterer Anti-DU-Organisationen bildet diese Initiative einen richtigen Cluster von Organisationen, die sich, im Herzen der Bestie, dem abgereicherten Iran entgegenstellen. Im Kampf gegen Alliant sollten sie Unterstützung von außen bekommen. Es sollte, könnte ein gemeinsamer weltweiter Kampf werden.

 

Aug und Ohr, Gegeninformationsinitiative

 

1) Joe Mahon: 28 arrested at Alliant while protesting depleted uranium weapons, The Minnesota Daily, 3. 4. 2003

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Zuletzt geändert: 09.07.2006