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Initiative Bundeswehr abschaffen | ||||||||||||||||||
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Uranmunition
für die Zeitschrift FreiRaum Dezember 2004/ Marion Küpker/www.gaaa.org
Hiroshima Welttribunal
untersucht Kriegsverbrechen im Irak durch Uranwaffen „Aufgrund
der radioaktiven Eigenschaften von DU (depleted uranium, „abgereichertes“ Uran)
können bei Frauen und Kinder mehr einschneidendere Auswirkungen erwartet werden
als bei Männern. Frauen sind empfänglicher für den durch Strahlen bedingten
Krebs, da Brust und das Gewebe der Fortpflanzungsorgane sehr strahlungssensibel
sind. Kinder sind aufgrund ihres noch im Wachstum begriffenen Stoffwechsels anfälliger
gegen radioaktive Strahlen; aufgrund ihrer längeren Lebenserwartung, können
bei ihnen außerdem auch die meisten anderen Krebsarten ausgelöst werden. Das Zurücklassen
von DU in der Umwelt ist vergleichbar folgendreich wie das Verminen mit
Landminen, welche auch dann noch töten, wenn
der Krieg bereits beendet ist“.
Rosalie
Bertell Mit dieser Aussage wies die
Strahlenexpertin Dr. Rosalie Bertell auf die Gefahren von DU-Munition hin, als
sie vor dem „Hiroshima World Tribunal on Iraq“ als Zeugin auftrat. Dieses
Tribunal
fand am 10. und 11. Oktober 2004 in Hiroshima statt und diente dazu, mögliche
Kriegsverbrechen durch den Einsatz von Uranwaffen im Irak zu untersuchen.
Rosalie Bertell hat einen Bericht erstellt, in welchem sie sowohl die Studien
von Regierungen und offiziellen Institutionen als auch diejenigen von unabhängigen
Organisationen und Personen unter die Lupe nimmt. Ihre Erkenntnisse hat sie in
dem auf Englisch erschienen Buch „Uranium In The Wind“ von Ross Wilcock veröffentlicht,
welches für 25 Euro bei Marion Küpker, Beckstr. 14, 20357 Hamburg bestellt
werden kann. Einige wichtige Aussagen werden hier nun kurz zusammengefasst. Weltweit widersetzen sich
Wissenschaftler, Rechtsexperten und andere verantwortungsbewusste Menschen dem
Kriegseinsatz von DU-Waffen und brachten das
Problem vor das Menschenrechtstribunal der UNO.
Obwohl von den verantwortlichen Regierungen und Institutionen Millionen Dollar für
Studien ausgegeben wurden, konnte der Grund für die vorhandenen weit
verbreiteten Erkrankungen von
offizieller Seite nicht gefunden werden. UNO
wird falsch beraten Die
Internationale Atomenergiebehörde (International Atomic Energy Agency, IAEA,
Wien) definierte zusammen mit den anderen UNO-Organisationen Internationale
Arbeitsorganisation (International Labor Organization, ILO, Genf), Welternährungs-
und Landwirtschaftsorganisation (Food and Agriculture Organization, FAO, Rom)
und der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO, Genf)
grundlegende Sicherheitsstandards (Basic Safety Standards - BSS) zum Umgang mit
Radioaktivität. Die BSS basieren auf Empfehlungen der Internationalen
Kommission über Radiologische Sicherheit (International Commission on Radiological Protection, ICRP)
und des Wissenschaftskomitees der UNO über die Auswirkungen atomarer Strahlung
(United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation, UNSCEAR).
Eine kleine Gruppe von 13 Personen – allesamt männlichen Geschlechts –
haben in Personalunion die entscheidenden Positionen in ICRP und UNSCEAR
besetzt. Beide Organisationen wurden geschaffen, um alle UN Einrichtungen über Strahlenschäden zu beraten,
um so die Menschen zu „schützen“. Die ICRP ist eine selbsternannte und sich
selbst verewigende Nichtregierungsorganisation von Physiker, Radiologen und
Medizinal-Bürokraten aus dem Verwaltungsapparat der Atommächte. Ihre engen
Aufnahmekriterien schließen Personen aus, die in Onkologie, in Kinderheilkunde
sowie in der Behandlung von Berufskrankheiten ausgebildet und im öffentlichen
Gesundheitswesen tätig sind. Bei ICRP und UNSCEAR handelt es sich hingegen
nicht um öffentliche Gesundheitseinrichtungen. Die ICRP trifft nach eigenem Gutdünken eine
Abwägung darüber, welche Gesundheitsrisiken mit einem bestimmten Maß an
radioaktiven Strahlengefahren vereinbar sind. Von der UNSCEAR wird anschließend
abgesegnet, was nach ihren Kriterien für die „Gesellschaft“ als akzeptabel
zu gelten hat. Kein anderer Industriezweig kann eine derart komfortable Form
der Selbstüberprüfung nutzen; es ist so, als würde man sich darauf verlassen,
dass die Zigarettenindustrie uns korrekt über die Gefahren des Rauchens
informiert. Wiefragwürdig
die BSS sind, verdeutlichen die unterschiedlichen Grenzwerte mit denen Aufräumarbeiten,
sog. clean ups in radioaktiv verstrahlten Gebieten, gerechtfertigt werden. Im
Vordergrund steht nicht der Schutz der menschlichen Gesundheit, sondern es fließt
das in Grenzwerte und Strahlenschutzgesetze ein, was unter dem Gesichtspunkt der
Kosten als vertretbar gilt. Denn
sie wussten was sie tun Die Verwendung von
radioaktivem Staub wurde erstmals am 30. Oktober 1943 von US Wissenschaftlern
des so genannten Manhattan Projektes (zum Bau der Atombombe) vorgeschlagen, als
sie sich in einem Memo an den Direktor des Projektes, General Leslie Groves,
wandten. Darin wiesen die Wissenschaftler darauf hin, dass das Uran dazu genutzt
werden könne Luft, Wasser und die Umwelt radioaktiv zu verseuchen. Das Einatmen
(Inhalation) von radioaktivem Material würde genügen, um „innerhalb weniger
Stunden bis zu wenigen Tagen“ zu bronchialen Irritationen zu führen“.
„Das Material müsste nur durch am Boden abgefeuerte Geschosse, Fahrzeuge oder
Luftbombardierungen in extrem kleinen Partikeln in mikroskopischer Größe (gasähnlich)
in Form von Staub und Rauch in die Umwelt gebracht und verteilt werden. In
dieser Form würde es durch die Soldaten inhaliert werden. Die Menge, die nötig
ist, um den Tod einer Person mit diesem Material herbeizuführen, ist extrem
klein. Es wurde geschätzt, dass ein Millionstel eines Gramms (1 Tausendstel Mikrogramm)
im menschlichen Körper bereits fatal sein würde. Gegen eine solche Einwirkung
sind keine Behandlungsmöglichkeiten bekannt.“
Wasserunlösliche
und extrem kleine Uranpartikel
entstehen vor allem beim Aufprall der DU-Munition auf ein hartes Ziel wie z. B.
einen Panzer. Dabei entwickeln sich Temperaturen von 3000 und 6000 Grad Celsius.
Uran
im menschlichen Körper Der menschliche Köper benötigt
zwar eine Reihe von Metallen in Form von Spurenelementen, das
gesundheitsbelastende Uran gehört allerdings nicht dazu. Mit unserer Nahrung führen
wir dem Körper täglich 1,9 Mikrogramm des in der Umwelt natürlich
vorkommenden Urans zu. Davon werden aber nur 1-2 % durch den Körper aufgenommen
und der Rest über den Urin
wieder ausgeschieden. Wichtig ist,
dass die radioaktive Verschmutzung im Körper ziemlich gleich bleibend stabil
ist. Welche biologischen Auswirkungen die zusätzliche Belastung durch kleinste
DU-Partikel hat, ist noch nicht vollständig untersucht. Allerdings sind die
biologischen Auswirkungen von Uranoxiden auf den Körper sehr gut bekannt, die
im Uranabbau und der Weiterverarbeitung entstehen und die dort Beschäftigten
kontaminieren. Im Gegensatz zu solchen Uranoxiden sind die durch den
Uranwaffeneinsatz entstehenden DU-Partikel eine keramische Version der
Uranpartikel. Es handelt sich dabei um wasserunlösliche Teilchen von
unterschiedlicher aber kleinster Größe, die nur mit dem Elektronenmikroskop
entdeckt werden können. Wenn DU-Partikel im Urin nachgewiesen wird legt das den
Schluss nahe, dass wesentlich mehr davon im Körper vorhanden sein muss, weil
die DU-Partikel nicht wasserlöslich sind. Die biologische Halbwertzeit
ist die Zeit, die benötigt wird, um die Hälfte der aufgenommenen oder
eingeatmeten DU-Partikel wieder aus dem Körper auszuscheiden. Basierend auf Dr.
Sharma’s Studien wird bei keramischen DU eine Halbwertzeit von 10 Jahren
angenommen. Es wird davon ausgegangen, dass es 7 Halbwertzeiten bedarf (circa 70
Jahre), bis alle DU Partikel aus dem Körper ausgeschieden sind. Uranstaub aus
Uranminen bleibt einige Tage im Körper andere Uranmischungen hingegen
für Wochen. Die in einer 24-Stunden-Urinprobe gemessene Menge an DU-Partikeln
repräsentiert nur einen sehr kleinen Teil der aufgenommenen Gesamtmenge an
DU-Partikeln. Aufgrund einer genauen Bestimmung der biologischen Halbwertzeit
und der Bestimmung des Zeitpunkts,
an dem die DU-Partikel aufgenommen wurden, könnte durch die tägliche
Ausscheidung berechnet werden, welche Partikelmenge
ursprünglich aufgenommen wurde. Die offiziellen Studien über
die Auswirkungen von DU-Partikeln arbeiten mit Methoden, die die Besonderheiten
der DU-Partikel nicht gebührend berücksichtigen: Belastung des Körpers durch
Uran bei Arbeiten im Uranbergbau untersucht man, indem man die im Urin
enthaltene Menge an wasserlöslichen Uranverbindungen
misst. Diese Methode ist aber nicht tauglich, da der überwiegende Teil der
DU-Partikel nicht wasserlöslich ist, und daher auch nicht im Urin nachgewiesen
werden kann. DU-Partikel sind so klein, dass sie nur mit dem Elektronenmikroskop
entdeckt werden können. Da diese Methode aber nicht eingesetzt wird, bleiben
die DU-Partikel unterhalb der Nachweisgrenze. Zusammenfassung
- Die Millionen Dollar, die
für offizielle DU-Studien von internationalen Institutionen wie
UNO-Umweltprogramm (UN Environmental Programme, UNEP), WHO und IAEA ausgegeben
wurden, haben mehr dazu beigetragen, die Gefährdungspotenziale zu verschleiern,
statt Klarheit zu schaffen. Außerdem wurden die betroffenen Zivilpersonen und
viele Soldaten ihrem Leid überlassen. - Die UNO muss sich
hinsichtlich der radioaktiven Strahlengefahren von der Weltgesundheitsorganisation
beraten lassen und nicht von der Lobby geleiteten Internationalen Kommission über
Radiologische Sicherheit (ICRP). Die Epidemiologin und Trägerin
des Alternativen Nobelpreises Dr.Rosalie Bertell, Mitglied des Ordens der
„Grauen Nonnen des Heiligen Herzens“, ist durch ihren Mut und ihre
Zivilcourage, mit der sie über die Gefahren auch durch die radioaktive
Niedrigstrahlung aufklärt, international bekannt geworden. Petra Kelly würdigte
sie mit diesen Worten:
“ die Macht von unten, „people power“ und „women’s power“, das
Organisieren und Durchführen von Kampagnen des zivilen Ungehorsams im atomaren
Zeitalter und die Verantwortung eines jeden einzelnen für alle auf dem
Raumschiff Erde - diese Wege der Hoffnung sind ein Teil der Analyse von Rosalie
Bertell… Sie erhielt in Schweden den Alternativen Nobelpreis der Right
Livelihood Foundation, ist Mitbegründerin des „International Institute of
Concern for Public Health“ in Kanada, ist wissenschaftliche Beraterin für
amerikanische und kanadische Regierungsausschüsse und eines der Gründungsmitglieder
der „International Commission for Health Professionals“ in Genf. Als
Forschungsmitglied beim Roswell Park Memorial Institute hatte Rosalie Bertell
zukunftsweisend Forschungsprojekte unternommen, wie z.B. die Drei-Staaten-Leukämiestudie,
Todesraten bei Kindern in Windrichtung der Atomanlagen von Wisconsin,
Geburtsdefekte bei Navajo-Indianern, die von Atomversuchen und dem Uranabbau in
Nevada ausgesetzt waren, und voraussichtliche Erbschäden von Kindern von
Angestellten in der Japanischen Atomindustrie.“
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| Zuletzt geändert: 09.07.2006 | |||||||||||||||||||