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Uranmunition

 

Uran-Munition gerät immer mehr ins Zwielicht - Überblick

ETH Zürich vermutet Plutonium-Rückstände in den Geschossen - AC-Labor untersucht den Verdacht - Weitgehende Entwarnung für den Ochsenboden

Bern/Zürich (AP) Die Verwendung von Uran-Munition gerät immer mehr ins Zwielicht. Laut ETH Zürich enthielten die im Kosovokrieg verwendeten Geschosse auch Plutonium-Rückstände; das AC-Labor in Spiez äusserte sich zurückhaltend. Für das Testgelände Ochsenboden in Unteriberg (SZ) wurde am Dienstag weitgehend Entwarnung gegeben.

Die Kontroverse um Plutonium-Rückstände in Uran-Munition wurde am Dienstag durch eine Publikation der ETH Zürich entfacht. Darin wurde die Vermutung geäussert, dass exponierte Personen in Kosovo einem vielfach höheren Krebsrisiko ausgesetzt gewesen sein könnten, als bisher angenommen. Der Leiter des AC-Labors in Spiez, Bernhard Brunner, bestätigte in einer ersten Stellungnahme das Vorhandensein des Uran-Isotop 236 in Munitionsteilen. Ein Hinweis auf Plutonium habe sich zunächst aber nicht ergeben. Das Labor wurde inzwischen vom Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
(VBS) angewiesen, die Vermutung der ETH Zürich zu untersuchen. Am (morgigen) Mittwoch soll über das weitere Vorgehen informiert werden.

Mitglieder des Leitenden Ausschusses Radioaktivität (LAR) des Bundes bekräftigten am Dienstag ihre bisherigen Aussagen, wonach eine Gesundheitsgefährdung durch Uran-Munition gering sei. Bisher seien rund 2.000 Personen für einen Bluttest kontaktiert worden. Von den im Einsatz stehenden Angehörigen der Swisscoy-Truppen habe sich bisher allerdings noch niemand gemeldet. Auf den Aufruf, Kriegssouvenirs aus dem Kosovo abzugeben, haben sich bisher 24 Personen gemeldet. Die
sicherheitspolitische Kommission des Nationalrates zeigte sich ebenfalls besorgt über den Einsatz von Uran-Munition. Es gebe vorerst aber keinen Grund, die Swisscoy-Einheiten aus Kosovo zurückzuziehen.

Versuche mit Uran-Munition in Thun

Anfang der 80-er Jahre wurden von der Munitionsfabrik Bern auch in Thun Versuche mit uranhaltiger Munition durchgeführt. Sie wurden jedoch nicht zu Ende geführt, weil die Geschosse bei der Erprobung keine grössere Durchschlagskraft ergeben hätten. Insgesamt wurden 16 Schuss im einem geschlossenen Raum verschossen. Die Abfälle wurden via das AC-Labor in Spiez entsorgt. Die vor gut 30 Jahren von der Oerlikon Contraves Pyrotec durchgeführten Testschiessen mit uranhaltiger Munition auf dem Ochsenboden in Unteriberg (SZ) wurden von der Schwyzer Umweltbehörde nach einer ersten Untersuchung als weitgehend unproblematisch eingestuft. Die damals eingesetzte Uranmenge sei so gering gewesen, dass nie eine Gefahr für Menschen, Tiere oder Umwelt bestanden habe. Definitive Resultat über die Belastung der Anlagen sollen bis Ende Januar vorliegen.

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Zuletzt geändert: 09.07.2006