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Uranmunition

 

USA auf die Liste der Terrorstaaten

(von Rainer Rupp)

 

Insbesondere Washington aber auch Deutschland haben lange und hart daran gearbeitet.  Nun endlich scheinen sie kurz davor zu stehen, die Früchte ihrer Mühen zu ernten.  Der Verteidigungsminister Azerbaijans, des ölreichen ehem. Sowjetstaates am Kaspischen Meer, hat die NATO aufgefordert, im Kaukasus Militärbasen zu errichten, um der instabilen Region  “Frieden und Sicherheit” zu bringen, - und natürlich auch den Einfluß des befeindeten Armenier zurück zu drängen.  " Militärische Stützpunkte der NATO im Kaukasus würden den Frieden fördern und jene Nationen in die Schranken weisen, die versuchen, die Lage zu destabilisieren” erklärte Verteidigungsminister Abiyev während einer gemeinsamen Pressekonferenz anläßlich des Besuches des stellvertretenden Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Europa, General Carlton Fulford.  (“Azerbaijan Calls for NATO Bases in Caucasus”, BAKU, Mar 26, 2001 --Agence France Presse)

 

"Zugleich zielte er auf das von Rußland unterstützte Armenien, das nach dem Auseinanderfall der Sowjetunion wegen der Kontrolle der Nagorno-Karabakh Region, eine armenische Enklave auf asserbaijanischem Gebiet, einen langen und blutigen Krieg geführt hatte, den es am Ende verlor.  „Armenien hält 20% des asserbaijanischen Territoriums besetzt und dort haben sich Guerillabanden außerhalb jeglicher Kontrolle gebildet“ erklärte Abiyev. Allerdings hatte der amerikanische General Fulford vor seiner Ankunft in Baku bereits der armenischen Hauptstadt Erevan einen zwei-tägigen Besuch abgestattet.  Trotzdem behauptete der Sprecher des asserbaijanischen Verteidigungsministerium nun, dass General Fulford die Idee von NATO-Stützpunkten im Kaukasus interessant genug gefunden habe, um darüber nachzudenken.  Anders als seine asserbaijanischen Gäste tat der US-Befehlshaber das aber nicht in der Öffentlichkeit.  Statt dessen forderte er die Regierung des hauptsächlich turk-stämmigen Asserbaijan dazu auf, noch engere Bande mit dem NATO-Mitglied Türkei zu knüpfen.  Der asserbaijanische Präsident Heydar Aliyev hatte bereits vor kurzem angedeutet, dass er eine türkische Militärbasis auf asserbaijanischem Territorium sehr begrüßen würde. 

 

Auch Verteidigungsminister Abiyev hat die Niederlage gegen das viel kleinere und arme Armenien aber von Russland unterstützte Armenien noch nicht verwunden und würde sich gerne der Türkei bedienen, „um Armenien auf seinen richtigen Platz zu verweisen“.  Die Beziehungen zwischen Erewan und Ankara sind seit eh und je gespannt.  Nicht nur wegen des Völkermords, den die Türkei im Jahre 1915 an den Armeniern auf türkischem Gebiet verübt hat, (die Schätzungen der Opferzahlen belaufen sich auf bis zu 1,5 Millionen), sondern auch weil die Türkei anscheinend während des Krieges um Karabach Asserbaijan unterstützt hat.  Die hauptsächlich von Armeniern bewohnte Enklave Karabach erklärte 1991 die Unabhängigkeit von Asserbaijan.  In dem darauf folgenden Krieg wurden 30.000 Menschen getötet und eine Million flüchtete bevor 1994 ein Waffenstillstand erklärt wurde.

 

Ein endgültige Regelung des Konfliktes steht jedoch weiterhin aus und die Region stellt einen der vielen Konfliktherde im Kaukasus dar, unter deren derzeit scheinbar ruhigen Oberfläche es kräftig weiter brodeln.  Wie geschaffen für die US-geführte NATO, sich „hilfsbereit“ einzumischen, um so die an Öl und Gas immens reiche Region für die Übernahme durch die Neue Weltordnung vorzubereiten.  Routine mäßig werden der Öffentlichkeit zu Hause solche militärischen Einmischungen fern der Heimat  als „humanitäre Interventionen“  verkauft, verbunden mit der „Projizierung von Stabilität“ und der „Einführung der freien Marktwirtschaft und Demokratie“, wie uns bereits die deutschen Verteidigungsminister, einer im Amt, Herr Scharping und einer a.D., Volker Rühe in ihren respektiven Strategiepapieren für die „Zukunftsregion Kaspisches Meer“ entworfen haben.

 

Moskau beobachtet die US- und NATO-Aktivitäten in seinem „Hinterhof“ seit langem mit unruhiger Besorgnis.  Geht es doch allen Beteiligten erklärter Weise nur darum, den Einfluß Russlands in der Region zurück zu drängen. Moskau hegt schon lange den Verdacht, dass nicht nur die NATO-freundliche Regierungen  Georgiens und Asserbaijans die tschetschenischen Banditen unterstützen, bzw. wegsehen, wenn die Tschetschenen ihr Territorium zum Transit von Waffen und Kämpfern benutzen.  Die Tatsache, dass am 26.3. dieses Monates jetzt trotz aller Warnungen aus Moskau vor schwerwiegenden Folgen das  amerikanische Außenministerium auf Staatssekretärsebene den selbsternannten „Außenminister“ der Tschetschnen in Washington empfangen hat,  führte dazu, dass nun die Russen die amerikanische Regierung ganz offen beschuldigen, „sich auf die Seite der Terroristen geschlagen zu haben“.

 

Das Zusammentreffen John Beyrles, des designierten US-Staatssekretärs für „Angelegenheiten der neuerdings unabhängigen Staaten“, (die ehemaligen Staaten der Sowjetunion außer Rußland)  mit dem Tschetschenen Ilyas Akhmadov, löste auf Seiten Moskaus helle Empörung aus, zumal viele der zivilen Opfer der drei heimtückischen tschetschenischen Bombenanschläge in Südrussland vor einigen Tagen noch nicht begraben sind.  Der Sprecher des russischen Außenministeriums beschrieb das Treffen als „unmoralisch“, weil der tschetschenische Abgesandte „Blut an den Händen“ hätte.  Damit habe die amerikanische Regierung gezeigt, auf welcher Seite im internationalen Kampf gegen den Terrorismus sie wirklich steht.“ 

 

Das amerikanische Argument, dass Washington Informationen „aus erster Hand“ über die Lage bräuchten, ließ der Sprecher des russischen Außenministeriums nicht gelten.  „Aus welchen Händen kommen diese Informationen“, fragte er in einer russischen Fernsehsendung von ORT.  „Aus den Händen von Vertretern der Terroristen, von denen das Blut unschuldiger Zivilisten tropft.“  Der US-Regierung sei ein Meisterstück des doppelten Standards gelungen, indem sie am gleichen Tag den Vertreter der Terroristen empfängt und zugleich deren jüngsten Terrorakte verurteilt.  Der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses der Duma, Dimitri Rogosin, erklärte sogar, daß es „gute Gründe gäbe, die Vereinigten Staaten auf die Liste der Staaten zu setzen, die offiziell den Terrorismus unterstützen“.  (“Washington "Siding With Terrorism" in Chechnya Contacts, Says Russia”, MOSCOW, Mar 27, 2001 -- Agence France Presse)

 

Sbg., den 28.3.01

 

(von Rainer Rupp)

 

Insbesondere Washington aber auch Deutschland haben lange und hart daran gearbeitet.  Nun endlich scheinen sie kurz davor zu stehen, die Früchte ihrer Mühen zu ernten.  Der Verteidigungsminister Azerbaijans, des ölreichen ehem. Sowjetstaates am Kaspischen Meer, hat die NATO aufgefordert, im Kaukasus Militärbasen zu errichten, um der instabilen Region  “Frieden und Sicherheit” zu bringen, - und natürlich auch den Einfluß des befeindeten Armenier zurück zu drängen.  " Militärische Stützpunkte der NATO im Kaukasus würden den Frieden fördern und jene Nationen in die Schranken weisen, die versuchen, die Lage zu destabilisieren” erklärte Verteidigungsminister Abiyev während einer gemeinsamen Pressekonferenz anläßlich des Besuches des stellvertretenden Oberkommandierenden der US-Streitkräfte in Europa, General Carlton Fulford.  (“Azerbaijan Calls for NATO Bases in Caucasus”, BAKU, Mar 26, 2001 --Agence France Presse)

 

"Zugleich zielte er auf das von Rußland unterstützte Armenien, das nach dem Auseinanderfall der Sowjetunion wegen der Kontrolle der Nagorno-Karabakh Region, eine armenische Enklave auf asserbaijanischem Gebiet, einen langen und blutigen Krieg geführt hatte, den es am Ende verlor.  „Armenien hält 20% des asserbaijanischen Territoriums besetzt und dort haben sich Guerillabanden außerhalb jeglicher Kontrolle gebildet“ erklärte Abiyev. Allerdings hatte der amerikanische General Fulford vor seiner Ankunft in Baku bereits der armenischen Hauptstadt Erevan einen zwei-tägigen Besuch abgestattet.  Trotzdem behauptete der Sprecher des asserbaijanischen Verteidigungsministerium nun, dass General Fulford die Idee von NATO-Stützpunkten im Kaukasus interessant genug gefunden habe, um darüber nachzudenken.  Anders als seine asserbaijanischen Gäste tat der US-Befehlshaber das aber nicht in der Öffentlichkeit.  Statt dessen forderte er die Regierung des hauptsächlich turk-stämmigen Asserbaijan dazu auf, noch engere Bande mit dem NATO-Mitglied Türkei zu knüpfen.  Der asserbaijanische Präsident Heydar Aliyev hatte bereits vor kurzem angedeutet, dass er eine türkische Militärbasis auf asserbaijanischem Territorium sehr begrüßen würde. 

 

Auch Verteidigungsminister Abiyev hat die Niederlage gegen das viel kleinere und arme Armenien aber von Russland unterstützte Armenien noch nicht verwunden und würde sich gerne der Türkei bedienen, „um Armenien auf seinen richtigen Platz zu verweisen“.  Die Beziehungen zwischen Erewan und Ankara sind seit eh und je gespannt.  Nicht nur wegen des Völkermords, den die Türkei im Jahre 1915 an den Armeniern auf türkischem Gebiet verübt hat, (die Schätzungen der Opferzahlen belaufen sich auf bis zu 1,5 Millionen), sondern auch weil die Türkei anscheinend während des Krieges um Karabach Asserbaijan unterstützt hat.  Die hauptsächlich von Armeniern bewohnte Enklave Karabach erklärte 1991 die Unabhängigkeit von Asserbaijan.  In dem darauf folgenden Krieg wurden 30.000 Menschen getötet und eine Million flüchtete bevor 1994 ein Waffenstillstand erklärt wurde.

 

Ein endgültige Regelung des Konfliktes steht jedoch weiterhin aus und die Region stellt einen der vielen Konfliktherde im Kaukasus dar, unter deren derzeit scheinbar ruhigen Oberfläche es kräftig weiter brodeln.  Wie geschaffen für die US-geführte NATO, sich „hilfsbereit“ einzumischen, um so die an Öl und Gas immens reiche Region für die Übernahme durch die Neue Weltordnung vorzubereiten.  Routine mäßig werden der Öffentlichkeit zu Hause solche militärischen Einmischungen fern der Heimat  als „humanitäre Interventionen“  verkauft, verbunden mit der „Projizierung von Stabilität“ und der „Einführung der freien Marktwirtschaft und Demokratie“, wie uns bereits die deutschen Verteidigungsminister, einer im Amt, Herr Scharping und einer a.D., Volker Rühe in ihren respektiven Strategiepapieren für die „Zukunftsregion Kaspisches Meer“ entworfen haben.

 

Moskau beobachtet die US- und NATO-Aktivitäten in seinem „Hinterhof“ seit langem mit unruhiger Besorgnis.  Geht es doch allen Beteiligten erklärter Weise nur darum, den Einfluß Russlands in der Region zurück zu drängen. Moskau hegt schon lange den Verdacht, dass nicht nur die NATO-freundliche Regierungen  Georgiens und Asserbaijans die tschetschenischen Banditen unterstützen, bzw. wegsehen, wenn die Tschetschenen ihr Territorium zum Transit von Waffen und Kämpfern benutzen.  Die Tatsache, dass am 26.3. dieses Monates jetzt trotz aller Warnungen aus Moskau vor schwerwiegenden Folgen das  amerikanische Außenministerium auf Staatssekretärsebene den selbsternannten „Außenminister“ der Tschetschnen in Washington empfangen hat,  führte dazu, dass nun die Russen die amerikanische Regierung ganz offen beschuldigen, „sich auf die Seite der Terroristen geschlagen zu haben“.

 

Das Zusammentreffen John Beyrles, des designierten US-Staatssekretärs für „Angelegenheiten der neuerdings unabhängigen Staaten“, (die ehemaligen Staaten der Sowjetunion außer Rußland)  mit dem Tschetschenen Ilyas Akhmadov, löste auf Seiten Moskaus helle Empörung aus, zumal viele der zivilen Opfer der drei heimtückischen tschetschenischen Bombenanschläge in Südrussland vor einigen Tagen noch nicht begraben sind.  Der Sprecher des russischen Außenministeriums beschrieb das Treffen als „unmoralisch“, weil der tschetschenische Abgesandte „Blut an den Händen“ hätte.  Damit habe die amerikanische Regierung gezeigt, auf welcher Seite im internationalen Kampf gegen den Terrorismus sie wirklich steht.“ 

 

Das amerikanische Argument, dass Washington Informationen „aus erster Hand“ über die Lage bräuchten, ließ der Sprecher des russischen Außenministeriums nicht gelten.  „Aus welchen Händen kommen diese Informationen“, fragte er in einer russischen Fernsehsendung von ORT.  „Aus den Händen von Vertretern der Terroristen, von denen das Blut unschuldiger Zivilisten tropft.“  Der US-Regierung sei ein Meisterstück des doppelten Standards gelungen, indem sie am gleichen Tag den Vertreter der Terroristen empfängt und zugleich deren jüngsten Terrorakte verurteilt.  Der Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses der Duma, Dimitri Rogosin, erklärte sogar, daß es „gute Gründe gäbe, die Vereinigten Staaten auf die Liste der Staaten zu setzen, die offiziell den Terrorismus unterstützen“.  (“Washington "Siding With Terrorism" in Chechnya Contacts, Says Russia”, MOSCOW, Mar 27, 2001 -- Agence France Presse)

 

Sbg., den 28.3.01

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Zuletzt geändert: 09.07.2006