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Uranmunition

Nach Aussage des schweizer Wissenschaftlers Max Weber wurde in
Urangeschossen jetzt auch das Isotop Uran 236 gefunden
.

Was bedeutet diese Fund?
Bislang gingen wir davon aus, daß Geschosse mit abgereichertem Uran aus
den beiden natürlich vorkommenden Isotopen Uran 238 und - in geringer
Menge Uran - 235 bestehen. Das aus natürlich vorkommenden Urangemisch
hergestellte angereicherte Uran wird für atomare Brennelemente
gebraucht. Das dabei entstehende abgereicherte Uran, aus dem das Isotop
Uran 235 weitgehend herauszentrifugiert worden ist, ist der Atommüll der
Brennelementeproduktion, der an die Waffenindustrie abgegeben wurde.
Nun werden wir eines schlimmeren belehrt:
Der Fund von Uran 236, das nicht natürlich vorkommt, ist ein Beweis
dafür, daß es sich bei dem Ausgangsprodukt nicht um natürlich
vorkommendes Urangemisch gehandelt haben kann. Denn Uran 236 entsteht
erst nach der Verwendung eines atomaren Brennelementes in einem
Atomkraftwerk. Folglich handelt es sich bei dem Ausgangsprodukt um
abgebrannte Brennelemente, wie sie in einer atomaren
Wiederaufarbeitungsanlage (La Hague oder Windscale/Sellafield) erneut
verwertet werden. Man hat also aus abgebrannten Brennelemente erneut
Brennelemente mit angereichertem Uran hergestellt. Hier bleibt als
Atommüll ein abgereichertes Uran übrig, das eben auch das nicht
natürlich vorkommende Isotop Uran 236 enthält.
Es gibt folglich zweierlei Sorten von abgereichertem Uran,
zum einen, das aus der primären Brennelementeproduktion,
zum anderen, das aus Wiederaufarbeitungsanlagen.
Wenn bei letzterem das Ausgangsprodukt aus abgebrannten Brennelementen
besteht, so müssen diese folglich auch Plutonium enthalten, was
ebenfalls im Atomreaktor entsteht. Dieses Plutonium ist folglich auch in
dem abgereicherten Uran enthalten, denn es wurde ja niemals daraus
entfernt! Wenn es Urangeschosse aus solchem abgereichertem Uran gibt,
wie jetzt vom schweizer AC-Institut nachgewiesen, so enthalten diese
geringe Mengen von Plutonium. Diese sind bisher nicht gefunden worden,
denn das hätte vorausgesetzt, daß man danach gezielt sucht.
Plutonium ist pro Mengeneinheit mindestens eine Million mal schädlicher,
als die selbe Menge Uran!
Das heißt: selbst wenn die Verunreinigung des Urangeschosses mit
Plutonium nur ein Millionstel der Masse ausmacht, so ist die radioaktive
und toxische biologisch schädliche Wirkung verdoppelt, bei einem
Zehntausendstel verhundertfacht u.s.w.
Wundert sich jetzt noch jemand darüber, weshalb die Leukämiefälle bei
auf dem Balkan eingesetzten Soldaten (und Zivilisten) schon nach so
kurzer Zeit offensichtlich werden?
Da der Staub aus den Urangeschossen durch Wind und Wetter im Laufe der
Zeit nicht nur über den gesamten Balkan, sondern über ganz Europa und
die ganze Welt mehr oder weniger gleichmäßig verteilt werden wird,
werden künftige Leukämiefälle statistisch verteilt überall auf der Welt
vorkommen. Die NATO kann dann nach genügend langer Schamfrist behaupten,
daß es ja auch anderswo vermehrt Leukämie gibt und nicht nur auf dem
Balkan oder im Irak. Sie braucht dabei noch nicht einmal zu lügen.

Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen,
Postfach 1426, 24904 Flensburg

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Zuletzt geändert: 09.07.2006