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Uranmunition

Neue Behauptungen über die NATO-Uran-Waffe

Granaten enthalten gefährlichen Atomabfall

Einige von den Granaten,die im Golf- und Kosovokrieg abgefeuert wurden, enthalten Atomabfall, der noch gefährlicher als abgereichertes Uran (DU) ist.

Enthüllung. Die Uranwaffe ist noch gefährlicher als bisher eingeräumt wurde. Das geht aus einen Buch heraus, dass in Frankreich vor ein paar Tagen mit dem Titel "Uranium Appauvri: La Guerre invisible" ( "Abgereichertes Uran: Der unsichtbare Krieg". verlegt von Robert Laffont) herausgegeben wurde.

Der Inhalt des Buches wurde von der britischen Zeitung The Independent in Auszügen veröffentlicht. Die Verfasser dokumentieren im Buch, daß die US-Militärführung im Pentagon bereits vor sechs Jahren über die Verunreinigung von DU durch gebrauchten Kernbrennstoff Bescheid wusste, so The Independent.

Inwieweit beabsichtigt oder unbeabsichtigt dieses gefährliche Material mit dem angeblich harmlosen DU vermischt wurde, ist unklar.

Der Sprecher des Pentagon Kenneth bacon gestand letzte Woche in seiner Antwort auf die Frage eines der Buchautoren, daß DU als panzerbrechende Waffe mit kleinen Mengen von Plutonium vermischt wurde und zwar im Militär-AKW Paducah in Kentucky.

Das Buch dokumentiert weiter, dem Independent zufolge, daß dem Pentagon seit 1995 bekannt war, daß amerikanische Anti-Panzer-Granaten und -Bomben mehr umweltgefährdendes als das angeblich harmlose DU enthält, wie wiederholt von den Führungen in Washington, London und der NATO die Verwendung verteidigt haben. In diesen Fall ist die ganze Debatte über diese Waffen auf einer falschen Grundlage geführt worden, bemerkt der Independent.

Die Funde, die die drei Verfasser des Buches, der Franzose Martin Meissonnier, der Belgier Frederic Loore und der Amerikaner Roger Trilling, gemacht haben und letzte Woche von Untersuchungen von Forschern eines staatlichen Labors in der Schweiz bestätigt worden sind, die die amerikanische Waffe analysiert haben.

Das Labor wies nach, daß die Granaten Spuren eines Uranisotops enthalten, nämlich Uran 236, welches nur in Atomabfall gefunden werden kann.

Als die Regierungen in den USA und anderen NATO-Ländern die Waffe für das Militär übernommen haben, war das Argument dafür, daß das DU ein natürliches Element mit niedriger Radioaktivität sei.

Aber im Buch werden Erklärungen vorgelegt, die darauf hindeuten, daß einige von den Waffen, die im Golf und auf dem Balkan verwendet wurden, einen anderen Typ Uran enthalten, der mit Stoffen aus gebrauchten Kernbrennstoffen vermengt wurde.

Radioaktivität

Die Gefahr ist, daß dieser Uran-Typ, manchmal "dreckiges DU" genannt, Reste von radioaktiven Stoffen, vergleichbar mit Plutonium, enthalten kann.

Mitverfasser Roger Trilling sagt: "Die ganze Debatte muss von einen neuen Ausgangspunkt starten. Wir behaupten nicht, daß wir mit Sicherheit wissen, ob DU die Ursache für das Golfkriegs-Syndrom oder von berichteten entsprechenden Leiden auf dem Balkan ist. Persönlich bezweifle ich, daß DU verantwortlich für das Golfkriegs- und Balkan-syndrom ist, auf jeden Fall nicht die einzige Ursache. Unser Punkt ist., daß die amerikanischen Behörden auf irreführende Weise auf die Kritik reagiert haben. Worum wir bitten, ist mehr Forschung, nicht über Theorien über die Wirkung von DU, aber darüber, was die Waffen der USA und der NATO wirklich enthalten."

Das Buch enthält neue Tatsachen:

1. Unabhängige Forschung des kroatisch-amerikanischen Arztes Asaf Durakovic hat nachgewiesen, daß sich das gefährliche Uran 236 im Urin oder im Körper von 42 amerikanischen Golfkriegs-Veteranen nachweisen läßt. Uran 236 ist ein Stoff, der nicht natürlich vorkommt und sich nicht im harmlosen DU befinden sollte.

2. Ein offizieller amerikanischer Armee-Bericht von 1995 erkannte die Möglichkeit, daß das vom Militär verwendete DU Spuren von Uran 236 enthält. Das rührt daher, daß einiges von dem DU, das in amerikanischen Waffen verwendet wird, aus gebrauchten Kernbrennstoffen stammt und nicht von neugewonnenen Uran.

3. Das AKW bei Paducah in Kentucky wurde wegen "Verschwendung, Schwindel, Missbrauch und Schlamperei" von USAs föderlaer Überwachungsbehörde, General Accounting Office, bereits 1992 angeklagt. Die Überwachungsbehörde beschuldigte das AKW, die Trennung von Uran-Rückständen vom Atomabfall ohne Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt zu haben und dabei die eigenen Angestellten in Gefahr gebracht zu haben.

Das AKW Paducah ist eine von drei Anlagen, die das DU für den Gebrauch in USA-und NATO-Waffen herstellen. Dieselben Anlagen werden vom Pentagon-Sprecher Bacon als eine Quelle der Verunreinigung von einigen Waffen mit DU genannt.

Mitverfasser trilling sagt, daß die "meist wohlwollendste" Erklärung dafür ist, daß reine und verunreinigte Lieferungen von Du bis zurück in die 1980er Jahren in Militär-Lagern vermischt worden sind. Ein Beschluß sollte dazu führen, daß in den Lagern aufgeräumt wird, in den Glauben oder Hoffnung, daß nur geringe Mengen von stark radioaktiven Stoffen vermischt worden sind, schreibt der Independent.

Quelle: Aftenposten(Norwegen) vom 31.01.01, Autor: Ulf Andenęs.

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Zuletzt geändert: 09.07.2006