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Uranmunition

Erste Entschädigung eines Uranwaffenopfers in Italien

                          

Bei Stefano Melone wurde ganz plötzlich im Februar 2000 eine Krebserkrankung diagnostiziert. Im August 2000 wurde der Zusammenhang seiner Krankheit mit seinem Militärdienst von der Militärkommission anerkannt, woraufhin Stefano eine Rente beantragte. Leider verstarb Stefano nach vielen Operationen im November 2001 im Alter von erst 40 Jahren. Am 26. Juni 2004 verurteilte ein Gericht in Rom das Verteidigungsministerium dazu, der Familie von Stefano 500 000 Euro Entschädigung zu zahlen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Stefanos Tod „durch die Einwirkung von radioaktiven und krebserregenden Substanzen” während seines Militärdienstes auf dem Balkan verursacht wurde. Stefano hatte seine Frau darum gebeten, den Kampf um seine Entschädigung gemeinsam mit vielen anderen Soldaten und Familien fortzuführen, damit ihre Kinder und die anderen Familien eine finanziell sichere Zukunft, neben dem schrecklichen Schmerz und Verlust, haben können. Bis heute sind 27 italienische Soldaten an Krebs gestorben und 260 sind derzeit nach ihrem Einsatz erkrankt. Die Einsätze waren meist an Orten, an denen Uranwaffen die „abgereichertes“ Uran (DU, depleted uranium) enthalten, verwendet wurden —darunter Bosnien, Kosovo und Irak

 

Nach drei Berichten und vielen Vertuschungsversuchen hat das Verteidigungsministerium nun endlich einen Anstieg der Krebserkrankungen bei den Soldaten zugegeben. Trotzdem verweigert das Verteidigungsministerium auch weiterhin Entschädigungszahlungen für die Familien und leugnet auch immer noch die Tatsache, dass Uranwaffen bei den Erkrankungen eine große Rolle spielen.

Weitere Informationen in Englisch oder Italienisch über Francesco Iannuzzelli

http://www.peacelink.it/                  Artikel von Marion Küpker für den FreiRaum, Dez. 2004

 

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Zuletzt geändert: 09.07.2006