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Uranmunition

 

Kommentar von Karl-Otto Meyer, ehem. Landtagsabgeordneter des SSW in Schleswig-Holstein, in Flensborg Avis, 18.05.2000, über die Folgen des Krieges gegen Jugoslawien:

Umweltkatastrophe in Jugoslawien

In unserer Zeitung vom 9. Mai konnte man erfahren, daß die deutsche Friedensorganisation DFG-VK in Flensburg zu einem Vortrag von Professor Stojanka Aleksic eingeladen hatte. Sie erzählte von den Folgen des NATO-Bombenangriff auf Jugoslawien. Sie hob hervor, daß die NATO Waffensysteme angewendet hatte, die nach internationalen Kriterien verboten sind, - wie Kassettenbomben, Uranmunition und dergleichen. Sie hob desweiteren hervor, daß jugoslawische Umweltorganisationen eine Liste nichtmilitärischer Produktionsstätten ausgearbeitet haben (Kunstdüngerfabriken, pharmazeutische und chemische Fabriken, die man nicht angreifen darf, aber daß genau diese Fabriken angegriffen wurden.

Kranke in der Zivilbevölkerung

Die Folge ist, daß in der Zivilbevölkerung nun Krankheiten auftreten, die vorher unbekannt oder nur wenig verbreitet waren. Es handelt sich um allergische Erkrankungen, Hautkrankheiten, Immunschwäche und Krebs. Sie erzählte, daß vor dem Krieg - oder dem, was „humanitäre Aktion“ genannt wurde, durchschnittlich 70 Personen in Belgrad starben, und nun ist die Zahl auf 200 gestiegen. Frau Stojanka Aleksic sprach von der „größten Umweltkatastrophe des Jahrhunderts“.

Falsche Informationen

Dies erfordert wahrlich eine Antwort. Von anderer Seite ist vorher auch bestätigt worden, daß Uranmunition und Splitterbomben angewendet worden sind. Wir wissen jetzt, daß diese in großer Menge, über nichtmilitärischen Gebäuden abgeworfen wurden., worüber in den Ergebnismitteilungen der NATO nichts erzählt wurde. Wir wissen nun, daß es nicht stimmte, daß das jugoslawische Heer die Hälfte seiner Panzer verloren hatte, aber wir wissen, daß 42% der Schulen im Kosovo zerstört wurden. Es ist an der Zeit, daß alle Tatsachen an die Öffentlichkeit kommen. NATO und EU müssen Stellung nehmen zu Frau Stojanka Aleksics Aussagen. Wir wissen nun gleichermaßen, daß dänische Soldaten, die während und nach dem Golfkrieg im Dienste der Vereinten Nationen waren, nun an gewissen Krankheiten leiden, die durch die Waffen hervorgerufen werden können,, die während des Golfkrieges angewendet wurden. Hier wurde die Uranmunition auch genannt. Schlimmer ist, daß sich andeutet, daß die Kinder dieser Soldaten möglicherweise mehr empfänglich sind für dieselben Krankheiten, die die Väter nun haben. Das ist eine ungemütliche Perspektive. Die Untersuchungen müssen fortgesetzt werden und vor allem muß der Gebrauch dieser Waffen gestoppt werden.

Wir müssen einen klaren Bescheid bekommen

NATO und EU, die als Garanten der Demokratie stehen sollen und die von gemeinsamen Werten und gemeinsamen Zielsetzungen reden, müssen unbedingt dafür sorgen, daß die Öffentlichkeit eine klare Antwort in dieser Frage bekommt. Viele Menschen in vielen Ländern standen verständnislos vor der NATO- und EU-Aktion ohne internationales Mandat. Wenn sich zeigt, daß man ungesetzliche Waffen angewendet hatte, so sind diese zwei Organisationen ganz ernsthaft geschwächt. Das ist wohl kaum das richtige, um andere, die auch internationale Regeln übertreten haben, zurechtzuweisen. Der Vortrag in Flensburg erfordert eine Antwort.

Karl Otto Meyer

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Zuletzt geändert: 09.07.2006