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Uranmunition

02.01.2001

Todesursache: Uranmunition
Weiterer Todesfall bei italienischen NATO-Soldaten. Bundeswehr sieht »keine Gefährdung«
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Am Sonnabend ist ein weiterer italienischer Soldat, der seinen Dienst
bei den NATO-Besatzungstruppen auf dem Balkan verübte, an Leukämie
gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der Leukämie-Opfer beim
italienischen Balkan-Korps bereits auf fünf.

Inzwischen will auch das deutsche Verteidigungsministerium verstärkt
Untersuchungen bei den deutschen Soldaten durchführen, die auf dem
Balkan eingesetzt waren. Zwar behauptet das von Rudolf Scharping
geführte Ministerium bis heute, daß es aus medizinischer Sicht bislang
keinen einzigen Hinweis auf die Gefährdung durch Restbestände der von
der NATO bei ihrem Angriffskrieg gegen Jugoslawien benutzen
Uran-Munition gebe. Entsprechende Anfragen im Bundestag wurden
zumindest bis dato entsprechend beantwortet.

Doch derartige Behauptungen müssen inzwischen, auch vor dem
Hintergrund der aktuellen Fälle beim italienischen Balkan- Korps,
schlicht als Teil der Kriegs- und Lügenpropaganda gewertet werden, die
die Vorbereitung und Durchführung dieses Krieges begleitete und auch
nach dessen Ende ihre Fortführung findet. Unstrittig ist, daß von der
Uran-Munition eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung ausgeht: für
die nun eingesetzten NATO-Soldaten, vor allem aber für die ansässige
Bevölkerung, die noch auf lange Zeit in teils radioaktiv verseuchtem
Gebiet wird leben müssen. Die Erfahrungen aus dem Golfkrieg, als die
USA schon einmal solche radioaktiven Geschosse verwendeten, sprechen
eine eindeutige Sprache. Selbst nach Ansicht von US- Experten und
-Militärs waren die Folgen der strahlenden Munition verheerend. Die
Bevölkerung der vor allem in der Gegend um die irakische Stadt Basra
verwendeten Uran- Granaten weist eine um ein vielfaches erhöhte
Krebsrate auf.

Auch viele der US-Soldaten, die Kontakt mit der Munition hatten,
erkrankten in den Jahren danach. Die Menschenrechtsorganisation der
Vereinten Nationen hat den Einsatz derartiger Uran-Munition 1996 als
»menschenverachtend« bezeichnet. Trotz dieser Ächtung setzte die
US-Armee die radioaktiven Geschosse auch im Krieg gegen Jugoslawien
massenhaft ein.

Während des Krieges hatte der US-amerikanische Umweltphysiker Prof.
Dough Rokke von der Universität Jacksonville in Alabama in der
ARD-Sendung MONITOR nachdrücklich vor dem Einsatz der Uran-Munition
gewarnt: »Die radioaktive Wirkung dieser Geschosse ist so extrem«, so
Rokke damals, »daß ganze Landstriche zu einer Nuklear- Wüste werden
können.« Offenkundig haben die italienischen Soldaten einen dieser
Landstriche »erwischt«. Die verheerenden Folgen des Einsatzes der
Uran-Geschosse werden sich aber sicher erst in einigen Jahren
deutlicher zeigen.


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Zuletzt geändert: 09.07.2006