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Uranmunition

Halbe Wahrheiten und ganze Lügen -
wie die Gesundheitsgefährdung durch Uranmunition kleingeredet wird

31.000 Granaten - gehärtet und effizient
Ein Text von Hans-Joachim Heintze

Aktuelle Äußerungen von Scharping und Kommentare dazu von Dr. Ralf Cüppers

Die Zitate stammen alle aus der Internetversion der Zeitung "Die Welt". Keineswegs soll dadurch der Eindruck vermittelt werden, daß "Die Welt" eine außergewöhnlich unredliche Zeitung sei, die zur Verharmlosung, Täuschung und Vertuschung des Themas Gesundheitsgefährdung durch Uranmunition beiträgt. In anderen Zeitungen findet man das auch, insbesondere jedoch aus dem Munde von Politikern, die es eigentlich besser wissen müßten. "Die Welt" muß sich aber dem Vorwurf aussetzen, daß sie die halben Wahrheiten und ganze Lügen unkommentiert und unkritisch weiterverbreitet. Die Zeitung steht nur stellvertretend für diese Art der Berichterstattung.

Beginnen wir mit der Aussage:

"Im Kriegseinsatz können Soldaten durchaus auch mit anderen toxischen Substanzen in Berührung kommen - zum Beispiel mit Lösungsmitteln wie Benzol."

Diese Aussage ist sicherlich wahr. Aber sie wurde hier benutzt in der Absicht, die Gesundheitsgefährdung durch Uranmunition kleinzureden. Der Leser soll denken: wenn es auch andere toxische Substanzen gibt, kommt es da auf eine mehr oder weniger an. Benzol ist den meisten Menschen bekannt. Obwohl eindeutig krebserregend, wurde es seit langer Zeit dem Superbenzin beigemischt, um die Oktanzahl zu erhöhen. Die Ölkonzerne und die Autofahrer nehmen das Krebsrisiko leichtfertig in Kauf. Das ist der Preis, den viele Menschen für ihre Mobilität zu zahlen bereit sind. Die "Benzoltoten" wären vermeidbar, das würde jedoch Verzicht bedeuten, den viele als Einbuße der Lebensqualität erleben würden. Hingegen ist Uranmunition ein Stoff, mit denen Menschen normalerweise nicht in Kontakt kommen. Die "Urantoten" wären ohne Einbuße der Lebensqualität vermeidbar. Richtig ist die Aussage in folgendem Zusammenhang, der aber in der "Welt" nicht genannt wurde:

Im Kriegseinsatz kommen Soldaten mit toxischen und tödlichen Substanzen in Berührung, an denen sie massenhaft sterben. Auch die Zivilbevölkerung stirbt daran: Benzol, Uranmunition, chemische Vernichtungsmittel wie das von den Amerikanern im Vietnamkrieg eingesetzte dioxinhaltige "Agent Orange", Bleiprojektile aus Maschinengewehren, Landminen, Atombomben über Hiroshima und Nagasaki. Weil das bekannt ist, gehören die Mittel der Kriegführung - hier bei uns ist das die Bundeswehr - geächtet und abgeschafft, Soldaten als Mörder geächtet und ins Zivilleben resozialisiert, die Politiker aller kriegführenden Staaten - nicht nur die der Serben sondern vor allem auch die der NATO - als Kriegsverbrecher verurteilt. Der Einsatz von Uranmunition ist ein Kriegsverbrechen, daß aufgrund der langfristigen Verseuchung als außergewöhnlich schweres Kriegsverbrechen verurteilt werden muß.

"Die Welt" schreibt:

"Statt mit Spekulationen und Gerüchten wird die Truppe mit Fakten konfrontiert - zum Beispiel durch ein Papier des Führungsstabs, das am 5. Januar herausging und das jeder Soldat im Internet nachlesen kann. Darin wird eine Gefährdung deutscher Soldaten durch Rückstände eingesetzter Uranmunition "ausgeschlossen". Untersuchungen im Kosovo hätten ergeben, dass eine "großflächige Verstrahlung oder Kontamination . . . mit abgereichertem Uran" nicht vorliege. Im Einsatzgebiet der deutschen Soldaten hätte das abgereicherte Uran (DU, depleted Uranium) "nur einen verschwindend geringen Beitrag zur stets vorhandenen externen Strahlenbelastung" dargestellt. Zum Vergleich: Ein Kilogramm DU führe in einer Distanz von einem Meter in einem Jahr zu einer Dosis, die nur ein Drittel dessen beträgt, was ein normaler Bürger aus natürlichen Strahlenquellen pro Jahr aufnimmt."

1.

Die eindeutige Lüge, daß eine Gefährdung deutscher Soldaten durch Rückstände eingesetzter Uranmunition "ausgeschlossen" sei, wird als Fakt benannt. Selbst wenn die Gesundheitsgefährdung auf dem selben Niveau liegen würde, wie beim obengenannten Benzol, kann die Gesundheitsgefährdung nicht "ausgeschlossen" werden. Zahlreiche Substanzen, mit denen wir täglich in Berührung kommen, gefährden unsere Gesundheit. Auf Zigarettenschachteln steht es sogar ausdrücklich drauf. Nur Uranmunition ist laut "Welt" völlig ungefährlich.

2.

Eine "großflächige Verstrahlung oder Kontamination . . . mit abgereichertem Uran" habe es nicht gegeben. Das ist Ansichtssache, kann also wahr sein. Aber was gab es dann? eine "kleinflächige" Verstrahlung oder Kontamination. Was ist mit den Menschen, die gerade in dem nicht "großflächigen" Gebiet ihr Häuschen und ihr Gemüsegarten haben? Was ist mit den Soldaten, die auf einem halben Hektar, einem wirklich nicht "großflächigem" Kasernengelände übernachten müssen? Der gesamte Kosovo ist nun wirklich kein "großflächiges" Land, wenn man es mit den NATO-Ländern Kanada, USA oder auch Deutschland vergleicht. Eine grobe Karte der uranverseuchten Gebiete ist in der Urangeschosse-Broschüre (herunterzuladen von http://www.uranmunition.de) enthalten.

3.

Ob Uranmunition "nur einen "nur einen verschwindend geringen Beitrag zur stets vorhandenen externen Strahlenbelastung" leistet ist wiederum Ansichtssache. Derjenige, der sich jeden Abend auf zweieinhalb Promille zusäuft, würde auch behaupten, er habe heute nur eine verschwindend geringe Menge Alkohol getrunken, wenn er mit 0,8 Promille am Steuer seines Autos erwischt wird. Alles ist relativ. Ich unterstelle es einmal als wahr, daß ein Kilogramm DU in einer Distanz von einem Meter in einem Jahr zu einer Dosis führt, die ein Drittel dessen beträgt, was ein normaler Bürger aus natürlichen Strahlenquellen pro Jahr aufnimmt.

Jedoch stecken in der Aussage der "Welt" gleich mehrere Probleme:

3a.

Für Strahlenbelastung gibt es unterschiedliche biologische Wirksamkeiten: Uran ist ein Alpha-Strahler, der bei gleicher Dosis eine zwanzigmal höhere biologisch schädliche Wirkung hat, als die gleiche Dosis Hintergrundstrahlung, denen der Normalbürger ausgesetzt ist.

3b.

Für Strahlenbelastung gilt das sogenannte Abstandsquadratgesetz. Das bedeutet, wenn die Strahlenquelle 1 mm vom Wirkort entfernt ist, ist die biologisch schädliche Wirkung eine Million mal höher als bei einem Abstand von einem Meter. Nun habe ich meinen Beispielabstand von 1 mm nicht zufällig gewählt: Uranoxidstaub hat nämlich die unangenehme Eigenschaft, daß er eingeatmet und in den Knochen des Menschen abgelagert wird. Die von ihm ausgesendeten Alpha-Teilchen haben ohnehin nur eine Reichweite von durchschnittlich 1 mm im Körper. Da ist es eher bemerkenswert, daß man in einem Meter Abstand überhaupt "ein Drittel" mehr messen konnte.

3c.

Der Zeitraum von einem Jahr ist wirklich willkürlich gewählt. Er soll suggerieren, daß ein Soldat, der sich nur ein Vierteljahr im Kosovo aufhält, folglich nur ein Zwölftel der Hintergrundstrahlung als Mehrbelastung abbekommt. Nun habe ich bereits festgestellt, daß Uranoxidstaub in den Knochen des Menschen abgelagert wird. Er wird dort nicht ausgeschieden und verbleibt dort bis zum Tode. Die Zeit der Exposition ist also nicht identisch mit der Zeit, die man sich im Kosovo aufhält, sondern mit der gesamten noch verbleibenden Lebensdauer!

3d.

Die Hintergrundstrahlung ist leider nicht mehr gleichzusetzen mit dem, "was ein normaler Bürger aus natürlichen Strahlenquellen pro Jahr aufnimmt". Hinzu kommt alles das an von Menschen verursachten Strahlenquellen, was nicht mehr genau einer einzelnen Strahlenquelle zuzuordnen ist: Zwei Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki haben ihren Fallout nach 55 Jahren gleichmäßig über die gesamte Erde verteilt. Japan ist kaum noch mehr belastet als Deutschland. Das gleiche gilt für den Fallout der zahlreichen überirdischen Atomwaffentests der

Amerikaner in der Wüste Nevada in den 50er und 60er Jahren. Selbst "Tschernobyl" gehört nach 15 Jahren überwiegend zur Hintergrundstrahlung. Die Hintergrundstrahlung macht es so schwierig, z.B. bestimmte Leukämieerkrankungen in der Elbmarsch den Atomkraftwerkbetreibern in Krümmel eindeutig kausal zuzuordnen. (Ein Gefälligkeitsgutachten für die Krümmelbetreiber hatte den Fallout auf Geesthachter Dachböden den Atomwaffentests in Nevada zugeordnet, mit der gleichen Logik könnte das Pentagon nun behaupten, John Wayne hätte seinen durch Strahlung verursachten Krebs durch den Fallout eines deutschen Atomkraftwerk bekommen.) Hintergrundstrahlung ist zu mindestens einem Drittel nicht mehr "natürlich". Das kann man erkennen, wenn man die Zahlenwerte für natürliche Strahlung aus Veröffentlichungen der frühen 50er Jahre mit denen für heutige Hintergrundstrahlung vergleicht. Auch die "natürlichen Strahlenquellen" waren niemals unschädlich. Es hat schon immer Krebserkrankungen gegeben. Wenn die Hintergrundstrahlung steigt, steigt auch die Anzahl der Krebserkrankungen. Es ist bekannt, daß die Häufigkeit der Krebserkrankungen in den letzten 50 Jahren deutlich gestiegen ist. Einige Autoren nehmen an, daß die Häufigkeit der stahlenbedingten Krebserkrankungen proportional zur Höhe der Hintergrundstrahlung steigt, es finden sich auch Hinweise für einen stark überproportionalen Anstieg, Auch wenn die kausale Zuordnung der Strahlenbelastung eines einzelnen Menschen zu den einzelnen Strahlenquellen nicht möglich ist, müssen wir schlußfolgern: Jeder, der durch 0,000x% an freigesetzter Radioaktivität die Hintergrundstrahlung um 0,000x% erhöht, ist damit auch für den Anstieg der strahlungsbedingten Krebserkrankungen um etwa 0,000x% verantwortlich. Die 0,000x% eines einzelnen Atomkraftwerkes in Krümmel sind vielleicht nicht meßbar, ein Anstieg strahlungsbedingter Krebserkrankungen um 0,000x% betreffen mehrere Menschen, das können die Leukämiekranken in der Elbmarsch sein, aber auch solche, die ganz woanders wohnen. Wenn wir es also als wahr unterstellen, daß die Strahlenbelastung durch Uranmunition wirklich "nur" ein Drittel der Hintergrundstrahlung beträgt, so gehen die zu erwartende Todesopfer im Kosovo und anderswo in die Tausende.

"Die Welt" schreibt:

"Zudem war es den deutschen Soldaten verboten, sich im Kosovo in der Nähe zerstörter Fahrzeuge aufzuhalten oder Munition, die hätte vergiftet sein können, zu berühren. Wer sich trotzdem in der Nähe dieser Gefahrenquellen aufhalten musste - zum Beispiel, um einem Menschen das Leben zu retten -, musste Staub- beziehungsweise Schutzmasken tragen. Sie verhindern "zuverlässig" die Aufnahme von uranhaltigen Stäuben. Bei keinem der bisher untersuchten deutschen Soldaten sei "eine Inkorporation von abgereichertem Uran" festgestellt worden."

Die Logik der "Welt" besteht aus mehreren Schritten

1.

Uranmunition ist überhaupt nicht besonders gefährlich.

2.

Für alle Fälle gab es ein Aufenthaltsverbot und ein Verbot, die Munition zu berühren. Soll also heißen: wenn ein Soldat sich vergiftet hat, hat er das Verbot nicht beachtet und ist selber schuld. Hier wird der Eindruck erweckt, es handelt sich um sichtbare Fahrzeug- und Munitionsteile, deren Berührung man mit der nötigen Achtsamkeit vermeiden kann. Ein Verbot der Berührung mit unsichtbaren Uranoxidstaub, Partikelgröße 0,0025 mm, wäre ja wohl kaum durchführbar.

3.

Offensichtlich weiß der Autor doch etwas vom Staub: Wer sich trotzdem in der Nähe einer Gefahrenquelle aufhalten mußte, mußte Masken tragen. Soll also heißen: wenn ein Soldat sich vergiftet hat, hat er wohl keine Maske getragen und ist selber schuld. Hier wird der Eindruck erweckt, daß der Staub sich an besonderen "Gefahrenquellen" aufhält. Er wird jedoch zunehmend gleichmäßig über dem gesamten Kosovo und später über die gesamte Erde verteilt.

4.

Wenn bei keinem der bisher untersuchten deutschen Soldaten "eine Inkorporation von abgereichertem Uran" festgestellt worden sei, frage man nach der Auswahl der Soldaten und nach der Untersuchungsmethode. Aufgrund der "selber schuld"-Unterstellung werden die, die es am nötigsten hätten, sich wohl kaum zur Untersuchung melden. Die Untersuchungsmethode, die an anderen Stellen veröffentlicht wurde, ist die Untersuchung des Urins auf Uran. Daß man dort zu allerletzt was finden kann, ergibt sich daher, daß Uran in Flüssigkeiten nur schwer löslich ist und sich einlagert: in den Knochen, (ergibt durch die Nähe zum Knochenmark Leukämie und Zerstörung des Immunsystem) und wenn es zur Niere kommt, gelangt es in den Nierenzellen und nicht in den Urin. Da ich mir nicht vorstellen kann, daß Laborpersonal nicht weiß, daß man eine kaum lösliche Substanz in einer Flüssigkeit (Urin ist flüssig) nur zu allerletzt findet, fehlen mir die Worte für die Dreistigkeit des Vertuschungsmanövers.

"Die Welt" schreibt:

("Das amerikanische Verteidigungsministerium hat in seinen Untersuchungen keinen Hinweis darauf gefunden, daß angereichertes Uran (DU = depleted Uranium) ursächlich für Leukämie ist."

Druckfehler: soll statt angereichertes wohl abgereichertes Uran heißen) Worauf hat die amerikanische Regierung untersucht? Wenn man überhaupt nicht auf Leukämie untersucht, sondern auf Knochenkrebs, dann wird man auch nur Knochenkrebs finden und nicht Leukämie. So bereits 1998 veröffentlicht unter der Adresse http://ehpnet1.niehs.nih.gov/docs/1998/106p465-471miller/abstract.html Ich kenne keine Untersuchung der amerikanischen Regierung auf den Zusammenhang von Uran und Leukämie mit negativem Ergebnis.

"Die Welt" schreibt:

"Briten benutzten seit Jahren Uran-Geschosse bei Übungen Munition soll die Gesundheit der Soldaten nicht gefährdet haben London - Britische Truppen haben nach Angaben der Regierung in den vergangenen zehn Jahren Uran-Geschosse bei Schießübungen im Norden das Landes benutzt. Eine Sprecherin des britischen Verteidigungsministeriums sagte am Sonntag in London, die verwandten Granaten hätten aber keine Gefährdung für die Gesundheit der Soldaten dargestellt. Umwelt- und Militärexperten hätten die Munitionstests überwacht. Abgereichertes Uran, wie es die NATO im Bosnien- und im Kosovo-Krieg eingesetzt hatte, steht im Verdacht, Erkrankungen wie Blutkrebs auszulösen, die unter dem Sammelbegriff "Balkan-Syndrom" zusammengefasst werden. Die Ministeriumssprecherin sagte, die Schießübungen in der Meeresbucht Solway Firth zwischen Südwest-Schottland und Nordost-England hätten weder eine besonderes Risiko für Meerestiere und -pflanzen, noch für die Bevölkerung oder die eingesetzten Truppen dargestellt. Nach Berichten der Zeitung "Sunday Telegraph" wurden 1421 Granaten mit abgereichertem Uran seit 1995 in der Bucht abgefeuert. Ein Sprecher des Nationalen Verbandes der Golfkriegs-Veteranen sagte dem Blatt, die Angelegenheit der Munition beträfe nicht nur die Soldaten, sondern auch die Öffentlichkeit. Die Schießübungen fänden nahezu vor den Haustüren der Menschen statt."

Man könnte zynisch feststellen: Durch das Design dieses "Menschenversuches" ist es geradezu von vornherein ausgeschlossen, daß es hier zu einem statistisch meßbaren Ergebnis kommen wird. Die Soldaten können sich nämlich bei der Handhabung der intakten Uranmunition vor der Gesundheitsgefährdung durch die Alpha-Strahlung des Urans schützen. Bei einer "Reichweite" der Alpha-Strahlung von ca. 1 mm reicht ein handelsüblicher Handschuh. Und küssen wird Soldat das Projektil wohl kaum. Geschossen wird in eine Meeresbucht. Erst bei dem Aufprall zerfallen die Urangeschosse zu Uranoxidstaub. Im Solway Firth kann man Gezeitenströme annehmen, die für eine rasche und gleichmäßige Verteilung der Staubes sorgen. Meerestiere schwimmen davon, Meerespflanzen werden von Menschen im Allgemeinen nicht gegessen. Die Inkorporation dieses Urans wird bei der schottischen Bevölkerung kaum höher sein als bei der dänischen. Auch die radioaktive Verunreinigung durch die Atomanlage in Windscale/Sellafield verteilte sich so rasch in der gesamten See, daß die britische Regierung immer behauptet, daß das Wasser dort nicht signifikant mehr verschmutzt ist. Also wird die Anzahl der Krebserkrankungen unter den Beteiligten britischen Soldaten statistisch keinesfalls höher sein als bei der übrigen nordeuropäischen Bevölkerung.

"Die Welt" schreibt:

"Auch der Bundeswehrverband hat sich für ein Verbot von Uranmunition ausgesprochen. Im ZDF-Morgenmagazin" betonte der Verbandsvorsitzende, Oberst Bernhard Gertz, dass es Alternativen gebe, die als panzerbrechende Geschosse eingesetzt werden könnten. "Da die Vereinigten Staaten die einzige Nation gewesen sind, die diese Munition im Kosovo-Luftkrieg verwendet hat, sollte es möglich sein, gemeinsam so viel Druck auf die USA auszuüben, dass sie diese Munition nicht mehr verwendet."

Offensichtlich glaubt der Bundeswehrverband nicht den Beschwichtigungen der "Welt". Oberst Gertz ist Fachmann und weiß es besser. Er handelt hier nach dem Motto: es sind nur die anderen Schuld. Die Amerikaner waren es gewesen. Nun war die "Arbeitsteilung" zwischen amerikanischer und Bundesluftwaffe wohl tatsächlich so, daß die Tornados "nur" "aufgeklärt", also die Ziele bestimmt haben, die dann von den nachfolgenden Amerikanern beschossen wurden. Für die Amerikaner war das nur logisch, sie schickten die Deutschen voraus, um so die Gefährdung für die eigenen Piloten zu mindern. Für die beteiligten Deutschen mindert das nicht die Schuld. Im Strafgesetzbuch nennt man so etwas Beihilfe. Da sagt § 27 (2) StGB: "Die Strafe für den Gehilfen richtet sich nach der Strafandrohung für den Tätern"

"Die Welt" schreibt:

"US-Armee gesteht Unfälle mit Uran-Munition ein Sprecher: In der Oberpfalz keine Radioaktivität freigesetzt - Nato-Rat uneins über Moratorium - Albright warnt vor "Hysterie"

Berlin/Brüssel - Auf dem US-Truppenübungsplatz im oberpfälzischen Grafenwöhr ist es in der Vergangenheit zu Unfällen mit der umstrittenen Uran-Munition gekommen. Im Jahr 1987 sei einmal irrtümlich so genannte DU-Munition verschossen worden, sagte Michael Baldermann, Sprecher des Heidelberger Hauptquartiers der US-Armee. Nach dem Unfall sei das Geschoss samt dem umliegenden Erdreich sofort entfernt worden. Ein Jahr später sei beim Brand eines Panzer keine Radioaktivität freigesetzt worden, beteuerte Baldermann: "Die Ummantelung der Munition wurde bei dem Feuer nicht beschädigt." Bislang hatte die US-Armee bestritten, dass bei Übungen die Uranwaffen verwendet worden seien. Nach Angaben Baldermanns wird normalerweise die Uranmunition nicht bei Übungen von Bodentruppen eingesetzt. Sie werde allerdings in der Bundesrepublik für den Ernstfall bereit gehalten. Zugleich wies ein Sprecher der US-Luftstreitkräfte Vermutungen zurück, dass die Uranmunition in Deutschland von Flugzeugen abgeschossen geworden sei. Bei Übungsflügen werde nur Munition mit Blei-Kern eingesetzt, da Munition mit Uran-Kern extrem teuer sei, erklärte Wolfgang Hofmann von der US-Air-Force in Ramstein. Einzelheiten über die Verwendung von Uran-Munition wurden auch aus Frankreich bekannt. Das staatliche Waffenversuchszentrum (ETBS) im zentralfranzösischen Bourges hat in den vergangenen zehn Jahren etwa 1400 Geschosse mit abgereichertem Uran getestet, berichtete die Regionalzeitung "La Nouvelle Republique". Die jüngsten Tests seien im Herbst 2000 durchgeführt worden. Es werde untersucht, welche Auswirkungen diese Erprobungen auf Personal und Umwelt haben könnten. Unterdessen hat sich der Nato-Rat in Brüssel nicht auf ein Moratorium für den Einsatz von Uran-Munition verständigen können. Nato-Generalsekretär George Robertson sagte nach der Ratssitzung, es gebe keine wissenschaftlichen Beweise, die auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch Uran hinwiesen. Robertson betonte aber gleichzeitig, dass es derzeit auf dem Balkan keine Kriegshandlungen gebe und die Munition deshalb auch nicht eingesetzt werde. Im Nato-Rat hatten Deutschland und Italien einen einstweiligen Verzicht auf Uran-Munition befürwortet. Die USA, Großbritannien und Frankreich, die über diese Munition verfügen, lehnten die Forderung ab. Derweil hat der scheidende US-Verteidigungsminister William Cohen eingeräumt, dass zerstörte Panzer auf dem Balkan hätten entsorgt werden müssen. Auf diesem Gebiet habe es Fehler gegeben, sagte Cohen. Indes warnte US-Außenministerin Madeleine Albright die Europäer vor "Hysterie" in der Debatte über uranhaltige Munition. Ob es einen Zusammenhang zwischen der Munition und Krebserkrankungen bei auf dem Balkan eingesetzten Soldaten gebe, sei ungeklärt. Auch Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) schloss nach einem Treffen mit Medizinern ein Strahlenrisiko für Soldaten durch Uran-Munition nahezu aus. Zugleich warf er den Medien vor, mit "fahrlässigen" Berichten ein "Hysterie-Syndrom" verursacht zu haben. DW"

1.

Die US-Armee und damit "Die Welt" behauptet, Uran ist zwar nicht gefährlich, aber man trägt das in Deutschland "irrtümlich" verschossene Geschoß mit dem gesamten umliegenden Erdreich ab. Warum eigentlich: wenn Uranmunition so ungefährlich ist, wie Robertson behauptet, ist dieser Aufwand doch völlig unangemessen. Wenn er sich selbst ernst nimmt sollte er sich wegen Verschwendung von Steuergeldern selbst entlassen!

2.

Abgereichertes Uran ist Abfall bei der atomaren Brennelementeproduktion, den die Atomindustrie sonst teuer endlagern müßte. Sie gibt es an die Waffenindustrie gerne und kostenlos ab. Das Verschießen in Form von Geschossen ist für sie die billigste Form der Entsorgung dieses Sondermülls. Das Kostenargument ist deshalb falsch. Im übrigen haben die Kosten von Waffen und Munition die Bundeswehr und die NATO noch nie daran gehindert, diese auch einzusetzen.

3.

Leider ist es nicht so, daß nach Einstellungen der Kriegshandlungen auf dem Balkan auch die gesundheitliche Gefährdung durch Uranmunition eingestellt ist. Der Uranoxidstaub wird so lange den Kosovo und seine Bevölkerung verseuchen, bis der Wind ihn über die gesamten Erde verteilt hat. Die Verseuchung der gesamten Bevölkerung durch das Schwermetall Uran wird von den Weißwaschern so bewertet werden: eine bestimmte Bevölkerung, etwa im Kosovo, ist nicht statistisch signifikant mehr belastet, als eine andere Bevölkerung anderswo. Und die Werte für Hintergrundstrahlung werden einmal mehr angepaßt.



Halbe Wahrheiten und ganze Lügen

Die Scharping-Zitate sind auf der Homepage der Bundeswehr, www.bundeswehr.de dokumentiert:

Verteidigungsminister Rudolf Scharping zu den Vermutungen betr. Gesundheitsgefährdung der Bundeswehrsoldaten durch NATO-Munition im Kosovo und durch Radargeräte am 14. Januar 2001 in der ZDF-Sendung "Eser und Gäste"

Frage (Ruprecht Eser): Sachlich belastbar bleibt Ihre Äußerung, dass das Strahlenrisiko für den Soldaten auf dem Balkan vernachlässigbar ist?

Antwort: … Das sagen mir alle Mediziner, alle Wissenschaftler, die wir damit beschäftigt haben. Und das ist ein rundes Dutzend… In dieser Untersuchung, Soldaten, die im Kosovo eingesetzt waren - in der Nähe der möglicherweise kontaminierten Gebiete -, Kontrollgruppe in der Zivilbevölkerung, Kontrollgruppe bei anderen Soldaten: Es ist keine Abweichung feststellbar, mit einer einzigen Ausnahme. Es gibt einen Menschen, der hat einen etwas erhöhten Wert aufgewiesen, unkritisch, aber etwas erhöht, und das ist aufgeklärt worden: Der hat jeden Tag drei Liter Mineralwasser getrunken"

Was soll das? Scharping versucht uns also weiszumachen, daß das Mineralwasser die Ursache für die Uranausscheidung ist. Gibt es eine Uranbelastung im Mineralwasser? Sicherlich sollten wir mißtrauisch sein und so können wir annehmen, daß uns die Nahrungsmittelkonzerne in ihr Profitgier nicht nur BSE-verseuchtes Fleisch sondern auch uranverseuchtes Mineralwasser anbieten. Aber ist das wahrscheinlich?

Logisch und wahrscheinlich ist folgender ursächliche Zusammenhang: Wir haben gelernt, daß Uranoxid als Staub inhaliert wird. Es wird vor allem in den Knochen abgelagert. Es ist sehr schwer wasserlöslich. Aufgrund der nahezu Unlöslichkeit in Körperflüssigkeiten kommt Uran im Urin nicht in großen Mengen vor. Bei Anwendung allgemein verfügbarer Meßverfahren liegt Uran im Urin unter der Nachweisbarkeitsgrenze, so Prof Schott, Chemiker an der Uni Berlin (laut taz). Bei Anwendung einer bestimmten Untersuchungsmethode (Massenspektrografie) ist Uran im Urin meßbar, so Dr. Helmer, Physiker an der Uni Oldenburg. Die Ausscheidung liegt in der Größenordnung Nanogramm/ml, die Urankonzentration im Urin liegt bei etwa 1 : 1 000 000 000 .Was hat der Soldat gemacht, der so viel Wasser trank?

Er hat seinen Körper kräftig durchgespült. Somit ist es möglich, daß auch bei einer sehr schlechten Löslichkeit des in den Körperknochen eingebauten Uranoxids geringe Mengen wieder ausgeschwemmt und in den Urin gelangen. Mediziner nennen das "forcierte Diurese" und das ist eine allgemein übliche Erste-Hilfe-Maßnahme bei Vergiftungen: riesige Trinkmenge, eventuell kombiniert mit harntreibender Medizin.

Frage: Aber man kann es doch nicht auf Dauer ausschließen. Ihre eigenen Leute sagen in dieser Analyse, strahlenverursachter Blutkrebs kann erst Jahre bis Jahrzehnte nach einem schädigenden Ereignis auftreten.

Antwort: Aber dafür müssen Sie eine bestimmte Strahlendosis aufnehmen. Die können Sie dort nicht aufnehmen, denn wir haben im Kosovo im Sommer, im Herbst 1999, im Frühjahr 2000

gemessen. Und es war nichts mehr feststellbar im Frühjahr 2000. Die Messergebnisse sagen, es liegt unterhalb der natürlichen Umweltstrahlung. Wir können von dieser verwendeten Munition Strahlung schlicht nicht mehr

feststellen.

1.

Es ist eine Frage der Meßmethode. Uranoxid sendet Alpha-Strahlen aus mit einer enormen biologischen Schädlichkeit (Faktor 20) aber kurzer Reichweite (1 mm). Geigerzähler schlagen nicht an! Die Schädlichkeit

entsteht dann, wenn die Teilchen in den Körper aufgenommen und im Knochen eingebaut sind. Dort kommt man mit dem Geigerzähler nicht hin. Durch die mittlerweile bekanntgewordene Verunreinigung des Urans mit Plutonium sind auch die "kurzen Inkubationszeiten" dieses Blutkrebses hinreichend erklärt: Plutonium strahlt 1 Million mal stärker als die gleiche Menge Uran.

2.

Meßergebnisse unterhalb der natürlichen Umweltstrahlung?

Setzen wir mal die natürliche Umweltstrahlung als 1, so ist ein Meßergebnis unterhalb beispielsweise 0,9. Das würde bedeuten, daß der Einsatz von Uranmunition den Kosovo von natürlicher Umweltstrahlung reinigt! So einen Unsinn darf Herr Scharping im Fernsehen behaupten. Nehmen wir einmal an, Herr Scharping hat einfach nur schlampig formuliert und wollte eigentlich sagen: Der Betrag an radioaktiver Strahlung, der durch die Uranmunition hinzugekommen ist, liegt in seiner Größenordnung unterhalb der natürlichen Umweltstrahlung. Also an unserem Zahlenbeispiel: anstelle von 1 wurde im Kosovo 1,9 gemessen, die Erhöhung der radioaktiven Belastung ist kleiner als die natürliche Umweltstrahlung. Eine solche Aussage ist solange richtig, wie sich die radioaktive Gesamtbelastung des Kosovo nicht verdoppelt hat.

Was bedeutet das?

Da auch natürliche Umweltstrahlung Krebs erzeugt, wird durch die radioaktive Verseuchung des Kosovo mit Uranmunition die Zahl der Krebserkrankungen ansteigen. Die von Minister Scharping genannte Aussage schließt eine nahezu Verdoppelung der durch radioaktive Strahlung bedingten Krebstoten nicht aus!

Ich habe den Begriff der natürlichen Umweltstrahlung hier unkritisch wiedergegeben. An anderer Stelle habe ich ausgeführt, daß auch diese zu mindestens einem Drittel ihres Betrages nicht natürlich ist. Der Begriff Hintergrundstrahlung wäre eher korrekt.

Frage: Wir haben aber in elf Ländern 50 Krebs- beziehungsweise Leukämie-Tote und Verdachtsfälle. Und der Bundeswehrverband sagt an diesem Wochenende, es hätten sich zwei Soldaten gemeldet, die auf dem Balkan im Einsatz waren.

Antwort: … In der Bundeswehr ist - genauso wie bei Polizei, Gerichten, Journalisten, Politikern - die Häufigkeit bestimmter Erkrankungen völlig gleich ist… Ich rede nicht von der statistischen Verteilung. Ich rede davon, dass ich zunächst einmal kucken muss, ob es in der Bundeswehr eine auffällige Häufung von Erkrankungen gibt. Dann kann ich prüfen, ob diese auffällige Häufung von Erkrankungen - die es nicht gibt - in irgendeinem Zusammenhang mit dem Einsatz steht. Und da kann ich nur sagen, erkennbar nicht. Alle Informationen, die ich auf den Tisch bekomme, signalisieren, es gibt keinen Zusammenhang zwischen einer …

aufgetretenen Leukämie, Krebs oder anderen Erkrankung und einem Einsatz im Balkan.

Diese Aussage von Minister Scharping besagt nur, daß er von Epidemiologie keine Ahnung hat.

Soldaten sind männlich, überwiegend jung, gesund (bei der Musterung werden kranke vorher aussortiert). Bei Polizei, Gerichten, Journalisten und Politikern ist der Anteil der Frauen größer. Das Alter ist deutlich höher. Der Gesundheitszustand ist schlechter. Körperlich Kranke werden nicht vorher aussortiert. Da dieses keine Berufe sind, die körperlich so viel abverlangen, werden diese Berufe überzufällig häufig von Personen mit schwächlicher Konstitution gewählt, etwa im Gegensatz zu Landwirtschaft und Seefahrt.

Für Leukämieerkrankungen spielt die körperliche Konstitution eine entscheidende Rolle. Es erkranken alte Menschen, immungeschwächte, Kinder. Jedenfalls nicht junge, gesunde Männer. Sollten also tatsächlich die Leukämierate auf dem Niveau der Durchschnittsbevölkerung liegen oder gar auf dem altersbedingt durchschnittlich höheren Niveau von Richtern, Journalisten, Politikern, so ist das ein sehr bedenklicher Befund. Die Vergleichsgruppe müßte ebenfalls aus jungen, gesunden Männern bestehen, etwa Zivildienstleistende, die zuvor nach den gleichen Kriterien tauglich gemustert wurden.

Frage: Aber ungeklärt ist die Frage der Dauerschäden. Eine holländische Stimme sagte gestern, ja die Jungs sind doch gesund hingegangen und krank wiedergekommen. In einem bestimmten Abstand zu ihrem Einsatz haben sie Leukämie gekriegt.

Antwort: Aber ich weiß von den Niederländern, von den Belgiern, von den Italienern, den Spaniern, den Portugiesen, dass sie ja erst dabei sind, zu untersuchen, was wir in Deutschland schon seit November 1999 untersuchen. Sie werden niemand Seriösen finden, der behauptet, es gäbe den Zusammenhang, so lange das nicht wirklich untersucht ist. In Deutschland ist es untersucht worden, mit einem klaren Ergebnis… Man muss aufpassen, selbst wenn man das Risiko für sehr gering hält: Wie wirkt Uran als Schwermetall. Das ist genau der Grund, weshalb wir - Bundeskanzler, Außenminister, Verteidigungsminister - gesagt haben, schon wegen der aufgeregten öffentlichen Diskussion, es wäre besser, auf diese Munition zu verzichten. Es gibt ja auch technische Alternativen…

Hier zeigt Scharping seine Unsicherheit - und das ist gut so.

Die Schlußfolgerung, "es wäre besser, auf diese Munition zu verzichten," ist uneingeschränkt richtig, und nicht nur "schon wegen der aufgeregten öffentlichen Diskussion".

Aber wer soll denn verzichten?

Ich persönlich könnte immerhin behaupten: ich würde ja verzichten und die Bundeswehr mit all ihren gesundheitsschädlichen Folgen ersatzlos abschaffen, aber ich bin ja nicht die Regierung und habe nicht die Macht dazu. Ich bin auch nicht verantwortlich. Wenn aber Herr Scharping das sagt (als: wir - Bundeskanzler, Außenminister, Verteidigungsminister) ist es schon dummdreist. Von einem Minister kann man verlangen, daß er nicht sagt, es wäre besser, zu verzichten, sondern daß er verzichtet. Wenn er schon nicht die Bundeswehr abschafft, dann zumindest die Uranmunition.

Frage: Die Amerikaner haben Sie erst nach dem Kosovo-Einsatz über den Einsatz Uran- abgereicherter Munition informiert?

Antwort: Nein, das hat auch nie jemand gesagt. Ich habe schon im Mai 1999, während des laufenden Kosovo-Krieges im Verteidigungsausschuss berichtet, dass diese Munition eingesetzt wird. Wir sind am 12. Juni in das Kosovo gegangen… Wir haben damals schon ABC-Trupps mitgenommen, also entsprechend erfahrene Leute. Wir haben damals schon Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Wir haben am 14. Juni einen unmittelbaren Befehl gegeben. Ich kann ihn im Übrigen auch noch vorlesen, ich habe ihn mitgebracht: Es ist nicht auszuschließen, dass im Kosovo Munition mit abgereichertem Uran gegen gepanzerte Ziele eingesetzt wurde, die zu einer schwachen radiologischen Verstrahlung im Zielgebiet führen kann. Bei Räumung, Abschub von Panzer…, Munitionsbeseitigung, sind bei Verdacht des Einsatzes von DU-Munition Bestimmungen der Strahlenschutzverordnung einzuhalten. Ich sage das, weil fahrlässiger Weise wieder der Herr Vorsitzende des Bundeswehrverbandes - ich hätte das Magazin, das das Morgen im Interview meldet, gerne vor dieser Falschmeldung bewahrt - das Gegenteil behauptet, obwohl er nie den Versuch gemacht hat, sich um diesen Befehl zu kümmern. Das ist das, was ich mit Hysterie meine…

Herr Scharping gibt zu, daß er vom Einsatz der Uranmunition vorher gewußt hat!

Trotzdem hat er aktiv dazu beigetragen, die deutsche Beteiligung am Angriffskrieg gegen Jugoslawien durchzusetzen. So outet er sich als Kriegsverbrecher!

Herr Scharping behauptet, am 14. Juni einen Befehl zu Vorsichtsmaßnahmen gegeben zu haben. Warum eigentlich, es gibt doch gar keine Gesundheitsgefahr?

Der Herr Vorsitzende des Bundeswehrverbandes wird der Verbreitung einer Falschmeldung und der Hysterie bezichtigt, weil er "nie den Versuch gemacht hat, sich um diesen Befehl zu kümmern. Das ist das, was ich mit Hysterie meine… "

Fakt ist offensichtlich, daß der Befehl des Herrn Ministers nicht bei allen seinen Untergebenen angekommen ist.

Und da Soldaten nicht eigenverantwortlich handeln dürfen, haben sie nicht von sich aus, so einfach ohne Befehl, Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

Als Kriegsdienstverweigerer bin ich doch sehr erstaunt über die Haltung des Ministers, daß ein Soldat einen Versuch machen muß, sich um einen Befehl zu kümmern. Es mag naiv sein, aber ich habe vorausgesetzt, daß es die Verantwortung der Vorgesetzten ist, Befehle so zu geben, das sie bei ihren Untergebenen ankommen.

Im Sinne des von Jaroslav Hašek beschriebenen braven Soldaten Švejk lautet die Parole für den Umgang mit diesem Verteidigungsminister: "Melde gehorsamst, Herr Minister, ich möchte jetzt einen Versuch machen, mich darum kümmern, ob Sie vielleicht jetzt bitte sehr einen neuen Befehl für mich haben!"

Frage: Aber die Amerikaner behandeln die Panzer, die sie im Golfkrieg mit DU-Munition als Atommüll.

Antwort: … Balkansyndrom ist ja aus Golfsyndrom abgeleitet worden. Da allerdings ist vermutlich Giftgas eingesetzt worden. Da wirken doch mehrere Faktoren zusammen. Da sind Tonnen über Tonnen solcher Munition verschossen worden. Da sind nicht nur Ölfelder abgebrannt worden - eine ganze Reihe sehr schädlicher Umwelteinwirkungen. Interessant ist: Die Soldaten die … von der eigenen Munition getroffen worden sind, die werden untersucht. Die haben zum Teil diese Metallstückchen noch im Körper. Von denen geht - nach den amerikanischen Untersuchungsergebnissen - keine Gefahr aus. Wohl aber von einer Wirkung verschiedener Elemente, Mischungen, Ursachen, was das alles zusammengekommen ist, was auf dem Balkan nie eine Rolle gespielt hat, wohl aber im Golf…

Ich will nicht bestreiten, daß die Verbrechen, die NATO-Staaten im Golfkrieg begangen haben, größer sein können als die gegen den Kosovo und ganz Jugoslawien. Nur zu einem Vergleich möchte ich Stellung nehmen:

Zur Gefährlichkeit von Metallstücken im Körper im Vergleich zu der Gefährlichkeit von Uranoxidstaub.

Wir haben gelernt, daß der Uranoxidstaub in Knochen abgelagert wird. Die von ihm ausgehende Alpha-Strahlung hat eine Reichweite von 1 mm.

Aus der relativ kurzen Reichweite gibt sich beispielsweise folgende einfache geometrische Beziehung (bei angenommener Kugelform sowohl des Uranteilchens als auch des erreichbaren Körpervolumens):

1 Uranstück von 5 mm Radius hat die Gelegenheit, etwa 0,38 ml des umgebenden Körpervolumens der Alpha-Strahlung auszusetzen. Die gleiche Menge Uran, verteilt auf 125 Metallsplitter zu je 1 mm Radius, wird etwa 3,66 ml Körpervolumen der Alpha-Strahlung aussetzen. Die gleiche Menge Uran, verteilt auf 125 000 Staubkörner zu je 0,1 mm Radius, wird etwa 523 ml Körpervolumen der Alpha-Strahlung aussetzen. Die gleiche Menge Uran, verteilt auf 200 000 000 Staubkörner zu je 0,0025 mm Radius, (und das ist die durchschnittliche Größe eines Staubkornes, daß beim Einschlag eines Urangeschosses entsteht) wird etwa 837758 ml Körpervolumen der Alpha-Strahlung aussetzen. Das letzte Beispiel zeigt, es handelt sich somit um das gesamte Körpervolumen von mindestens zehn Menschen, aber hier geht es um das zugrundeliegenden Prinzip: Die Krebswahrscheinlichkeit ist abhängig davon, wie häufig ein Alpha-Teilchen in einem Zellkern eine Mutation auslösen kann. Und die ist bei einem einzelnen Metallstück tatsächlich vergleichsweise gering.

Frage: Ist die Ächtung solcher Munition für die Zukunft ihre Position?

Antwort: Ich habe von Anfang an gesagt, es wäre besser, kein Staat hat diese Munition, keine Staat setzte diese Munition ein… Ich sage das, weil ich weiß, dass bei Vorhandensein einer technischen Alternative - selbst wenn ich das Risiko dieser abgereicherten Uranmunition sehr gering einschätze - ich die öffentlichen Debatten in Rechnung stellen muss. Und hier wird ja erkennbar der Versuch gemacht, im Nachhinein noch einmal zu diskreditieren, was mit dem Kosovo-Krieg an Diskussionen da war…

Zu "es wäre besser", siehe oben.

Aber hier geht Minister Scharping in seiner Verantwortungslosigkeit noch weiter:

"es wäre besser, kein Staat hat diese Munition" soll doch wohl heißen: Solange irgend ein anderer Staat ("Schurkenstaat"?) diese Munition hat, will auch ich sie behalten und einsetzen.

Frage: Aber gleichzeitig muss man fragen dürfen, ob die Amerikaner nicht wieder einmal vorgeführt haben, wer Koch und wer Kellner in der NATO ist.

Antwort: … Jedes Land ist für seinen Einsatz selbstverantwortlich… Wir haben Zeit, um die Debatte weiterzuführen, und den Versuch zu machen, auch andere zu überzeugen.

Genau diese Verantwortung hat Minister Scharping bislang nicht wahrgenommen.

Er hat nicht gesagt: Uranmunition darf in Deutschland nicht hergestellt werden.

Er hat nicht gesagt: Uranmunition wird von deutschen Standorten entfernt.

Er hat nicht gesagt: Solange andere NATO-Staaten noch Uranmunition verwenden, beteiligen wir uns nicht mehr an NATO-Einsätzen, arbeiten nicht mehr in den NATO-Gremien mit, kündigen den NATO-Vertrag.

Er will nur einen - zaghaften - Versuch machen, andere zu überzeugen. Um anschließend zu sagen: es ist mir leider, leider nicht gelungen, um anschließend doch weiter mitzumachen.

So, Minister Scharping, überzeugst man niemanden!

Wenn man andere überzeugen will, setzt es voraus, daß man 1. einen festen Standpunkt hat und man 2. auch bereit ist, konsequent zu handeln.

Frage: Haben Sie Hinweise darauf, dass die Russen, die diese Munition ja hatten, solange es die DDR gab, die auf ihren Truppenübungsplätzen eingesetzt haben?

Antwort: Ich habe Hinweise darauf, dass die Russen eine ganze Menge problematischer Dinge auf Truppenübungsplätzen in der ehemaligen DDR gemacht haben. Und ich weiß, dass es dort eine sehr umfangreiche - übrigens auch sehr teure - Beseitigung von sogenannten Kampfmitteln gegeben hat… Ich habe keinen Hinweis darauf, ob diese Munition eingesetzt worden ist… Wir gehen den Dingen nach…

Hier versucht Minister Scharping die Methode: Haltet den Dieb! Die Russen sind schuld! sie haben "eine ganze Menge problematischer Dinge" gemacht. Nur Uranmunition hatten sie leider nicht eingesetzt: "Ich habe keinen Hinweis darauf, ob diese Munition eingesetzt worden ist." Mist auch, so steht die NATO alleine als Verbrecher dar.

Frage: Inzwischen sagt der noch im Amt befindliche amerikanische Verteidigungsminister, dass es ein Fehler war, die serbischen Panzer, die mit uranabgereicherter Munition beschossen worden sind, nicht zu entsorgen.

Antwort: Das mag er für den amerikanischen Verantwortungsbereich im Kosovo sagen. Für den deutschen Verantwortungsbereich gilt: Wir haben auf der Grundlage der Informationen der NATO möglicherweise belastete Flächen identifiziert, wir haben sie markiert, wir haben sie abgesperrt - das gilt übrigens auch für Panzerwracks -, und wir haben auf diese Weise vielleicht ein bisschen mehr, vielleicht ein bisschen konsequenter getan, als andere. Also möchte ich mir nicht Bemerkungen, die vielleicht für andere Länder und deren Verhaltensweise gelten, in Deutschland anrechnen lassen. Wir haben uns anders verhalten, wir werden uns auch in Zukunft anders verhalten. Wir werden auch in Zukunft öffentlich alles auf den Tisch legen und weiterhin dafür eintreten, dass diese Munition nicht mehr verwendet wird. Nicht wegen der gesundheitlichen Risiken, die entstehen mögen, und die wir für sehr gering halten, sondern um zu vermeiden, dass die politische Legitimität ein Bündnisses und seines gemeinsamen Eintretens für Freiheit und Sicherheit dadurch untergraben wird, dass man solche Debatten entzündet, die einen geringen sachlichen Kern haben, aber eine hohe emotionale Wirkung.

Der amerikanische Verteidigungsminister gesteht einen Fehler ein.

Nicht so Minister Scharping, obwohl auch in seinem Verantwortungsbereich. die mit Uranmunition beschossenen Panzer nicht entsorgt worden sind, sondern nur gekennzeichnet. (Wie kennzeichnet man eigentlich

Uranoxidstaub?) Verseuchter Boden wurde nicht abgetragen, die Bevölkerung wurde aus betroffenen Gebieten nicht evakuiert, alles ein bißchen konsequenter.

(Der Rest des Interviews behandelt nicht mehr die Problematik der

Urangeschosse)

Nachtrag:

Bei seinem Besuch in Prizren behauptete Minister Scharping, es bestünde dort keine Gefahr, weil die Strahlenbelastung dort geringer sei als in einem Flugzeug.

Nehmen wir ruhig an, der Minister hat nicht gelogen und die Strahlenbelastung ist dort tatsächlich geringer als in einem Flugzeug. Bei der Verwendung eines Geigerzähler halte ich des sofort für glaubhaft.

In einem Flugzeug ist man Gamma-Strahlung ausgesetzt und nicht Alpha-Strahlung wie bei Uranoxidstaub. Alpha-Strahlung hat bei gleicher Dosis eine zwanzig mal höhere biologisch schädliche Wirkung.

In einem Flugzeug hält sich ein durchschnittlicher Tourist beim Flug in den sonnigen Süden etwa drei Stunden auf, also vielleicht sechs Stunden im Jahr. Ein durchschnittlicher Bewohner des Kosovo ist der Strahlung dort 8760 Stunden im Jahr länger ausgesetzt. Für Piloten und Stewardessen gibt es genaue Vorschriften, wie lange sie im Höchstfall pro Jahr und pro Berufsleben in der Luft sein dürfen, schwangere Stewardessen bleiben am Boden!

Werden schwangere Bewohnerinnen des Kosovo für die Dauer ihrer Schwangerschaft evakuiert?

Das Uranoxid wird vom Körper aufgenommen und strahlt dort weiter, die Gamma-Strahlung bei Flugreisen nicht, sobald man wieder am Boden ist, ist man ihr nicht mehr ausgesetzt.

Wohlgemerkt, es handelt sich jeweils um zusätzliche Strahlenbelastung.

Die Hintergrundstrahlung, der wir ohnehin alle ausgesetzt sind, kommt in jeden Fall noch dazu.


Hans-Joachim Heintze

31.000 Granaten - gehärtet und effizient

DIE URAN-MUNITION DER USA UND DAS VÖLKERRECHT 

Schon die Haager Landkriegsordnung von 1907 verbietet die Anwendung "vergifteter Waffen"

Es besteht kein Zweifel, dass bei der Kosovo-Intervention der NATO in erheblichem Umfang Urangeschosse zur Anwendung gekommen sind. Aufgrund ihrer enormen Durchschlagskraft sind diese Geschosse in besonderer Weise geeignet, starke Panzerungen zu durchbrechen. Umstritten ist dabei allerdings, inwieweit diese Munition beim Aufschlag Strahlung und Gifte freisetzt. Aus der Sicht des humanitären Völkerrechts - der im Gegensatz zu Friedenszeiten geltende Rechtsordnung bewaffneter Konflikte - wirft die Anwendung von Urangeschossen eine Reihe beträchtlicher rechtlicher Fragen auf.

Zunächst einmal vor allem die der "Zurechenbarkeit", das heißt: Ist die NATO, ist der einzelne Mitgliedsstaat überhaupt verpflichtet, humanitäres Völkerrecht einzuhalten? Hier wäre zunächst darauf zu verweisen, dass die Mitglieder des Paktes als Einzelstaaten den einschlägigen Verträgen beigetreten sind, sprich: den vier Genfer Konventionen aus dem Jahr 1949, denen ausnahmslos alle NATO-Staaten angehören. Einige haben zudem die Zusatzprotokolle aus dem Jahr 1977 (ZP I und ZP II) ratifiziert. Daraus wiederum folgt: Für die Einzelmitglieder der Allianz besteht ein unterschiedlicher rechtlicher Bindungsgrad an Regeln humanitäre Völkerrechts. Die NATO selbst besitzt in diesem Sinne keine Bindung an völkerrechtliche Verträge, woraufhin denn auch Jugoslawien 1999 nach der Kosovo-Intervention nicht den Nordatlantikpakt, sondern dessen  Mitgliedsstaaten wegen der Verletzung des Gewaltverbots vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag verklagt hat (das Urteil steht noch aus; vorsorgliche Maßnahmen wurden durch dieses Gericht jedoch abgelehnt). Das heißt, jeder NATO-Staat
muss in jedem Fall prüfen, ob sich Entscheidungen der Allianz mit seinen völkerrechtlichen Pflichten decken. Im Falle von Rechtsverletzungen kann Schadenersatz die Folge sein, auch eine internationale, individuelle strafrechtliche Verantwortlichkeit von Militärs ist keineswegs ausgeschlossen.

Da nun die 31.000 Granaten mit abgereichertem Uran offenkundig allein von den US-Streitkräften verschossen wurden, ist im weiteren lediglich auf die völkerrechtliche Pflichtenlage der USA einzugehen - bezogen auf den Umstand, wonach das humanitäre Völkerrecht etliche Verbote von Kampfmitteln einschließt. Falls die Urangeschosse Plutonium freisetzen, so wäre Artikel 23 a der Haager Landkriegsordnung (LKO) vom 18. November 1907 einschlägig. Dieser verbietet die Verwendung von Gift und vergifteten Waffen, woran die USA gebunden sind. Es handelt sich bei diesem Verbot nicht nur um die älteste
Einschränkung hinsichtlich der Kampfmittel, die entsprechende Regel der LKO trägt unstrittig auch gewohnheitsrechtlichen Charakter. Dieses Verbot gilt im Übrigen gemäß Artikel 54, Zusatzprotokoll I (ZP I) der Genfer Konvention, auch für die
Vergiftung von Nahrungsmitteln. Allerdings unterliegen unbeabsichtigte und unerhebliche giftige Nebenwirkungen von ansonsten erlaubten Kampfmitteln nicht dieser Bestimmung.

Schließlich kennt das humanitäre Völkerrecht ein Verbot bestimmter Kampfmethoden - mit anderen Worten, das Recht der Konfliktparteien, Mittel zur Schädigung des Gegners anzuwenden, ist nicht unbegrenzt. Es ist eindeutig verboten, Angriffe gegen die Zivilbevölkerung als solche zu richten. Zu jeder Zeit muss zwischen Personen, die an Kampfhandlungen teilnehmen und Zivilisten unterschieden werden (Artikel 48 ZP I). Zugleich dürfen nach Artikel 51 des Zusatzprotokolls I der Genfer Konventionen militärische Ziele nur unter "größtmöglicher Schonung" der Zivilbevölkerung angegriffen werden. Da jedoch die USA diese Dokument nicht unterzeichnet haben, sind sie vertragsrechtlich an diese Bestimmung nicht gebunden. Gleichwohl wäre hier aber der "Unterscheidungsgrundsatz" geltend zu machen: eine allgemein verbindliche Norm des Völkergewohnheitsrechts, deren Geltung auch in Washington nicht bestritten wird. Sie verpflichtet dazu, stets danach zu fragen, ob der Angriff auf Panzer in ziviler Umgebung und das Nichtbeseitigen abgeschossener Panzer mit möglichen Gefährdungen für die Zivilbevölkerung diesem "Unterscheidungsgrundsatz" widerspricht. Bisherige Erkenntnisse im Verbindung mit dem Einsatz von Uran-Munition legen einen solchen Schluss nahe - für abschließende Urteile scheint es noch zu früh.

Die Gefährdung von eigenen Soldaten durch die Verwendung von Uranbomben dürfte vom Grundsatz her nicht als ein Problem des humanitären Völkerrechts angesehen werden. Hierbei geht es wohl eher um die "Obhutspflicht" des Staates gegenüber den in seinen Diensten stehenden Personen.

Dr. Hans-Joachim Heintze ist Dozent am Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht an der Ruhr-Universität Bochum und verantwortlicher Redakteur der Zeitschrift Humanitäres Völkerrecht.

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Zuletzt geändert: 09.07.2006