Uranmunition
Uran-Munition entzweit Nato US-Armee lagert umstrittene
Geschosse in Deutschland
Die Nato hat sich am Dienstag nicht auf eine einheitliche Strategie beim Umgang
mit der umstrittenen Uran-Munition geeinigt.
Die USA räumten ein, auf Übungsplätzen in Deutschland so genannte DU-Munition
zu lagern.
BERLIN, 9. Januar (Vbn/afp/ap). Italien und Deutschland konnten nach Angaben von
Diplomaten ihre Forderung nach einem Moratorium bei der Verwendung der leicht
radioaktiven Geschosse nicht durchsetzen. Am Sitz der Nato in Brüssel berieten
am Dienstag Fachleute sowie die Botschafter der 19 Mitgliedstaaten über die möglichen
Risiken der Uran-Munition. Die italienischen Vertreter hatten den Angaben
zufolge während der Sitzung vorgeschlagen, den Gebrauch der Munition so lange
zu stoppen, bis eine neue Risiko-Bewertung vorliege. Eine Entscheidung wird nun
vom regulären Nato-Rat erwartet, der am
heutigen Mittwoch tagt.
Dagegen waren sich die Experten darüber einig, dass die Nato-Militärs genauere
Informationen über die mit Uran-Munition beschossenen Gebiete in Kosovo
vorlegen sollen.
Die EU-Kommission beauftragte eine Arbeitsgruppe der europäischen
Atomgemeinschaft Euratom, mögliche Folgen uranhaltiger Munition für Gesundheit
und Umwelt zu untersuchen. Die Kommission werde das Ergebnis dieser Studie zur
Grundlage dafür machen, ob bestehende Programme zum Wiederaufbau auf dem Balkan
geändert werden müssten.
Eine Sprecherin des Hauptquartiers der US-Landstreitkräfte in Heidelberg bestätigte
am Dienstag die "fachgerechte Lagerung"
uranhaltiger Munition in Deutschland, bestritt aber Berichte, wonach die
Munition auch bei Übungen verwendet worden sei. Das Verteidigungsministerium prüft,
ob sich auf Truppenübungsplätzen Spuren des abgereicherten Urans finden
lassen. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, forderte, die
Prüfung auf Areale in Ostdeutschland, in denen zu DDR-Zeiten sowjetische
Truppen stationiert waren, auszudehnen.
(Quelle: Frankfurter Rundschau - online)
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