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Initiative Bundeswehr abschaffen | ||||||||||||||||||
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UranmunitionNoch Zukunft für Arbeit und Leben in Flensburg? (von Ludwig Hecker)Die Kolleginnen und Kollegen der beiden lnstandsetzungsbetriebe Fahrzeugwerke Nord -FWN und Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft - FFG bangen um ihre Arbeitsplätze. Das Heeresamt hat einen Auftragsstopp für die Wartung von Heeresfahrzeugen verhängt, weil im Verteidigungshaushalt das nötige Geld fehlt. Die FWN haben bereits Kurzarbeit angemeldet, die FFG steht kurz davor. Nun könnten man ja meinen, daß wir Friedensfreunde von diesem
„Abrüstungsschritt" erfreut sind, doch so einfach ist das alles nicht.
Die Friedensbewegung fordert eine weitgehende Abrüstung bis hin zur
Abschaffung der Bundeswehr und die Produktion der Rüstungsbetriebe
muß dabei auf eine zivile und volkswirtschaftlich sinnvolle Produktion
umgestellt werden. Die Probleme der beiden Flensburger Betriebe werden
nicht durch Abrüstungsmaßnahmen verursacht, sondern durch die
Umrüstung der Bundeswehr zu einer hoch mobilen schlagkräftigen
Angriffsarmee, die in der ganzen Welt für deutsche und internationale
Wirtschaftsinteressen eingesetzt werden soll. Dafür sind Panzer, die
Dinosaurier Landkrieges, weniger geeignet, also überflüssig und
brauchen auch nicht mehr gewartet werden.
Betriebsrat und Belegschaft der FFG zusammen mit der IG-Metall, wollen
dem Sterben ihrer Arbeitsplätze nicht tatenlos zusehen und haben sich
an die Landes- und Kommunalpolitiker, sowie an die Bevölkerung gewandt
und auf ihre Lage aufmerksam gemacht. Oberbürgermeister Stell hat
die Entwicklung bei der FFG als eine Katastrophe für Flensburg bezeichnet
und seine Hilfe zugesagt, ebenso Flensburger Landtags- und Bundestagsabgeordnete.
Doppelte Moral - doppelter Profit (von Ralf Cüppers) Der Rüstungskonzernchef Karl Diehl war eine Stütze des Naziregimes und KZ-Profiteur. In seinen Betrieben wurden Zwangsarbeiter ausgebeutet und zu Tode geschunden. Nach 1945 wurde er nicht für seine Verbrechen bestraft, vielmehr durfte er weiterhin seinen Rüstungsbetrieb führen. Die Bundesrepublik brauchte Männer wie Diehl für ihre Wiederaufrüstung. Unter seiner Führung wurde Diehl zu einem der drei großen Landminenproduzenten, die anderen beiden sind Daimler-DASA und Dynamit-Nobel. Die Kampagne gegen Landminen ist höchst aktuell, hat immerhin den
Friedensnobelpreis erhalten. Warum werden die heutigen Machenschaften des
Diehl-Konzerns, die nicht minder schäbig sind als die im Naziregime,
bei der Auseinandersetzung um die Arbeitsplätze in Flensburg nicht
aufgegriffen ?
Die Abschaffung von Menschenvernichtungswaffen wie die Landminen erfordert nicht nur die Abschaffung der Bundeswehr, sondern auch die Abschaffung von Rüstungskonzernen wie dem von Herrn Diehl. Der Diehl-Konzern wäre erheblich nützlicher, wenn er seine Produktion völlig einstellen würde. dann würde mit seinen Produkten kein Schaden angerichtet. Daß einige wenige Diehl-Beschäftigte durch ihre Arbeit hier ein bischen mehr Geld zum Leben haben, bezahlen zigtausende Minenopfer in aller Welt mit zerfetzten und amputierten Gliedmaßen oder auch mit ihrem Leben. Enttäuschend ist doch nur, daß es in Flensburg und Nürnberg Menschen gibt, die „freiwillig" für Herrn Diehls Rüstungsschmiede arbeiten. Vor 60 Jahren, als er als „KZ-Profiteur" Zwangsarbeiter ausbeutete, war immerhin noch unmittelbarer Zwang vonnöten. Die Gewerkschaftskollegen der IG-Metall haben in den vergangenen 20 Jahren zahlreiche Vorschläge gemacht, wie die FFG ohne Rüstungsproduktion eine zivile Zukunft haben kann. Wenn sie mit ihren Vorschlägen zum Zuge kommen, hätten sie ihre Arbeitsplätze gesichert. Leider bestimmen nicht die Arbeiter über ihren Betrieb, sondern der Konzernchef, Altnazi und Militarist Karl Diehl. Er hat auf Rüstungsprofite spekuliert, als denen nichts werden konnte: Es war absehbar, daß die Bevölkerung sich nicht mehr militärisch bedroht fühlt, die Bundeswehr, wenn nicht abgeschafft, so doch erheblich reduziert wird. Das es nicht merh so weiter geht, war klar. Doch der Konzernchef verhindert selbstherrlich den Umbau seines Konzernes zu einem rein zivilen Betrieb. Die Arbeiter haben sich leider nicht gewehrt und sind die Opfer seiner Willkür; sie werden in die Arbeitslosigkeit entlassen. Da Diehl den Betrieb nicht mehr braucht und sowieso schließen will, wird ihm noch nicht einmal was weggenommen, wenn die Kollegen den Betrieb übernehmen würden. Die Politiker die Diehl mit Rüstungsaufträgen versorgt haben, müssen nun den zivilen Umbau fördern. Denn auch sie sind mitverantwortlich dafür, daß der Altnazi und Militarist nicht rechtzeitig aus der Rüstungsproduktion ausgestiegen ist. Diehl ist einfach schädlich für seine Arbeiter. So einem skrupellosen Mann darf nicht die Führung eines Unternehmens anvertraut werden. Erst wenn die Arbeiter selbst ihren Betrieb leiten, kann auch ein Diehl keinen Schaden mehr anrichten. Die Kollegen müssen den Betrieb in ihre Hand nehmen.
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| Zuletzt geändert: 09.07.2006 | |||||||||||||||||||