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Uranmunition

Doppelte Moral - doppelter Profit

In Flensburg wird die neueste Errungenschaft der FFG hochgelobt: der Minenräumpanzer Minebreaker 2000 Der Minenräumpanzer soll für humanitäre Einsätze in aller Welt zur Verfügung stehen und in Flensburg Arbeitsplätze sichern. Nun kann wohl keiner einen Einwand dagegen haben, daß die auf den ehemaligen Kriegsschauplätzen zurückgelassenen Minen endlich entfernt werden. Und wenn die Bundesregierung dafür zu bezahlen bereit ist, ist dies immer noch eine sinnvollere Verwendung unserer Steuergelder als die Anschaffung neuer Minen für die Bundeswehr. Denn zeitgleich mit der Produktion des Minenräumpanzers werden Minenraketen "AT2" und "ADW", Panzerabwehrminen "PARM1" und "PARM2", "Flächenverteidigungsminen", " Minenverlegesystem 85" und die "Mehrzweckwaffe MW-1" beschafft. Bei letzterer handelt es sich um ein Minenabwurfgerät, mit dem aus der Luft vom "Tornado"-Flugzeug aus Minen der Sorten "Mine-Flach-Flach (MIFF)", "Mine-Multi-Splitter-Aktiv (MUSA)" und "Mine-Multi-Splitter-Passiv (MUSPA)" verlegt werden können. Hersteller der "MW-1" ist die RTG, ebenfalls ein Ableger des Rüstungskonzernes Diehl. Der Diehl-Konzern ist neben Dynamit-Nobel-Troisdorf und Daimler-Ableger DASA bekanntester Hersteller von Minen. Deutsche Minen werden nicht nur als Minen für die Bundeswehr, sondern auch für den Export produziert. Somit stellt sich das Bemühen des Diehl-Konzernes bei der Bekämpfung weltweiter Minengefahr als blanker Zynismus dar und ist Ausdruck seiner Profitgier: Sowohl Minen zu produzieren und daran zu verdienen, als auch Minenräumpanzer herzustellen und auch daran zu verdienen. Und es ist nicht bekannt, daß Diehl nun mit der Minenproduktion aufhören würde, wo er mit dem Flensburger Minenräumpanzer so großen Erfolg hat. Die Hoffnung, daß mit Hilfe eines Minenräumpanzers die Zivilbevölkerung vor den Folgen im Boden vergessener Minen geschont wird, ist trügerisch. Die Funktionsweise des Minenräumpanzers kann man so beschreiben, daß mit Hilfe der gegen die Fahrtrichtung rotierenden Räumelemente der Erdboden in etwa 25 cm Tiefe und 4 m Breite ausgefräst wird und alle darin befindlichen Gegestände, also auch Minen, zur Seite weggeschleudert werden. Die Minen sind dadurch nicht beseitigt, sie liegen nun an anderer Stelle. Teils werden sie dabei auch zerstört oder ausgelöst, aber eben nur zum Teil. Der einzige Bereich, der minenfrei ist, ist eine Gasse über dem ausgefrästen Boden. Hier könnten nun Soldaten vorrücken. Der Minenräumpanzer ist also eher nach militärischen Bedürfnissen konzipiert. Zum flächenhaften Entfernen der Minen ist er nicht geeignet, insbesondere nicht in unebenem Gelände. Das Räumen und Beseitigen von Minen ist also erheblich komplizierter und auch teurer, als das Herstellen und Verlegen derselben. Die Abschaffung von Menschenvernichtungswaffen wie die Landminen erfordert nicht nur die Abschaffung der Bundeswehr, sondern auch die Abschaffung von Rüstungskonzernen wie dem von Herrn Diehl. Der Diehl-Konzern wäre erheblich nützlicher, wenn er seine Produktion völlig einstellen würde, dann würde mit seinen Produkten kein Schaden angerichtet. Daß einige wenige Diehl-Beschäftigte durch ihre Arbeit hier ein bischen mehr Geld zum Leben haben, bezahlen zigtausende Minenopfer in aller Welt mit zerfetzten und amputierten Gliedmaßen oder auch mit ihrem Leben. Enttäuschend ist doch nur, daß es in Flensburg und Nürnberg Menschen gibt, die "freiwillig" für Herrn Diehls Rüstungsschmiede arbeiten. Vor 55 Jahren, als er als "KZ-Profiteur" Zwangsarbeiter ausbeutete, war immerhin noch unmittelbarer Zwang vonnöten..

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Zuletzt geändert: 09.07.2006